Was erwartet die Bevölkerung von sozialen Trägern?
Transparenz, klare Werte und ein vielfältiges Angebot: Die Ergebnisse der Befragung zeigen deutlich, wie die Menschen in Deutschland über Kitas, Pflegeheime und Beratungsstellen denken – und warum reine Gewinnmaximierung im Sozialstaat keinen Platz hat.
09.09.2026
Das Wichtigste auf einen Blick
- Pluralismus erwünscht: 48 % der Menschen sprechen sich für eine Mischung aus staatlichen, freien gemeinnützigen und privaten Trägern aus.
- Keine Rendite im Sozialstaat: nur 1 % wünschen sich vorrangig private, gewinnorientierte Unternehmen.
- Haltung zählt: Transparenz (71 %) und eine klare Werteorientierung (68 %) sind den Bürgerinnen und Bürgern weitaus wichtiger als reine Wirtschaftlichkeit (29 %).
- Starke Werte: Freie Träger stehen in der Bevölkerung vor allem für gesellschaftliche Verantwortung (66 %) und Nähe zu den Menschen (61 %).
Ergebnisse der Befragung zu Erwartungen an soziale Träger
Bürger und Bürgerinnen wünschen sich geordnetes Miteinander in der Trägerlandschaft
Wenn es um soziale Infrastruktur wie Kinderbetreuung, Altenpflege und -hilfe oder Beratung in Krisen geht, lehnt die Bevölkerung radikale Einheitslösungen ab:
- Fast die Hälfte der Befragten (48 %) fordert ausdrücklich ein Zusammenspiel verschiedener Träger.
- Ein gutes Drittel (36 %) sieht die Hauptverantwortung beim Staat.
- 12 % sprechen sich primär für freie gemeinnützige Organisationen aus.
- Eindeutig fällt das Urteil über kommerzielle Anbieter aus: Lediglich 1 % der Menschen möchten soziale Leistungen vorrangig privaten Unternehmen überlassen.
Die Erwartung der Bevölkerung richtet sich damit klar auf gemeinwohlorientierte Strukturen.
Haltung und Werte sind den Menschen besonders wichtig
Die Umfrage macht deutlich, welche Kriterien für das Vertrauen der Menschen entscheidend sind. An der Spitze der Erwartungen stehen Glaubwürdigkeit und Haltung:
- 71 % legen besonderen Wert darauf, dass Träger transparent über ihre Arbeit informieren.
- 68 % erwarten eine Orientierung an klaren Werten.
- 55 % ist es wichtig, dass die Anbieter gemeinnützig arbeiten.
- Betriebswirtschaftliche Kennzahlen spielen in den Augen der Befragten eine untergeordnete Rolle: Eine rein wirtschaftlich effiziente Arbeitsweise nennen nur 29 % als besonders wichtigen Aspekt.
Freie Träger genießen hohes Vertrauen und haben geringes Bürokratie-Image
Freie gemeinnützige Träger genießen in der Bevölkerung ein ausgeprägt positives und wertegeprägtes Ansehen. Auf die Frage, welche Eigenschaften sie in besonderem Maße mit freien Trägern verbinden, antworten die Befragten:
- 66 % mit gesellschaftlicher Verantwortung,
- 61 % mit Nähe zu den Menschen,
- 49 % mit Vertrauen und Verlässlichkeit,
- 22 % mit hoher Qualität.
Das oft geäußerte Vorurteil bürokratischer Schwerfälligkeit verfängt bei den Bürgerinnen und Bürgern kaum: Nur 15 % nehmen freie Träger als bürokratisch und wenig flexibel wahr.
Hintergrundinfos zur Befragung
Für die repräsentative Befragung befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Diakonie Deutschland vom 13. bis 17. Juli 2026 insgesamt 2.000 zufällig ausgewählte Personen ab 18 Jahren im gesamten Bundesgebiet.