Digitalisierung in der Diakonie
Neue Technologien helfen, die tägliche Arbeit der Diakonie zu optimieren. Der Mensch und die persönliche Begegnung behalten dabei ihren hohen Stellenwert – sowohl in der praktischen Arbeit als auch in der digitalpolitischen Interessenvertretung.
Der digitale Wandel verändert unsere Gesellschaft und die Sozialsysteme grundlegend. Auch die Diakonie als Teil der Freien Wohlfahrtspflege steht vor der Herausforderung, diesen Wandel aktiv und verantwortungsvoll mitzugestalten. Die digitale Transformation soll gemeinsam mit den Menschen gestaltet werden – und vor allem für sie. In der diakonischen Arbeit orientieren sich digitale Vorhaben nicht am Markt, sondern am Bedarf der Menschen. Soziale Folgen müssen im Blick bleiben und Teilhabe für alle muss möglich sein.
Digitale Lösungen sollen dort eingesetzt werden, wo sie Menschen wirklich helfen und echte Probleme lösen: Dazu gehören zum Beispiel bessere Zugänglichkeit für Ratsuchende durch digitale Angebote wie Online-Beratung oder Telemedizin, Entlastung von Pflegekräften bei der pflegerischen Dokumentation und optimierte Verwaltungsprozesse. Ziel der Digitalisierung von Prozessen ist, Effizienz, Zugänglichkeit und Qualität sozialer Angebote zu steigern. Die persönliche Begegnung soll nicht ersetzt, sondern gestärkt werden, indem mehr Raum und Zeit für direkten Kontakt entsteht.
Auf politischer Ebene bringt die Diakonie als zivilgesellschaftliche Stimme die Perspektive der sozialen Arbeit ein, um sozialverträgliche digitale Rahmenbedingungen zu gestalten. Dadurch wird die Wohlfahrt im Digitalisierungsdiskurs sichtbar gemacht.
Digitalisierung für Hilfesuchende
Einfach, anonym und sicher: Online-Beratungsportal
Das Online-Beratungsportal der Diakonie bietet Hilfesuchenden einfache, anonyme und sichere Unterstützung zu vielen Themen (zum Beispiel Erziehungs- und Paarberatung, Schuldner- und Migrationsberatung, Unterstützung im Alter und in Krisen). Das Beratungsportal ist konsequent auf die Bedürfnisse der Ratsuchenden ausgerichtet und ermöglicht Beratung via Chat, E-Mail, Video oder Audio – kostenfrei, datenschutzkonform und ohne App-Installation. Das Portal bündelt bislang Angebote von rund 240 Trägern mit etwa 3.500 Beratenden und wird kontinuierlich ausgebaut. Diese digitalen Zugänge ergänzen unsere bewährten Vor-Ort-Angebote und schaffen neue Möglichkeiten der Teilhabe.
Bundesweit Hilfe finden: Standortdatenbank
Eine zentrale Standortdatenbank auf diakonie.de ermöglicht die Suche nach den rund 34.000 Angeboten der Diakonie bundesweit. Durch die zentrale Datenbank wird die Datenpflege vereinfacht und die Vollständigkeit und Aktualität der Einträge erhöht. Alle diese Möglichkeiten und Funktionalitäten der Standortdatenbank erleichtern das Finden passender diakonischer Angebote, Anlaufstellen und Einrichtungen.
Digitalisierung für Jobsuchende
Job gesucht? Job gefunden: Stellenbörse
Die zentrale Stellenbörse für Jobs in den evangelischen Kirchen und der Diakonie spielt täglich rund 10.000 Ausschreibungen auf mehr als 30 Webseiten von Diakonie und Kirche aus. Diakonische Träger und Einrichtungen sowie evangelische Kirchengemeinden und kirchliche Dienststellen können ihre Stellenanzeigen kostenlos veröffentlichen. Die Anbieter können Jobangebote manuell über eine Weboberfläche einstellen oder automatisiert via Schnittstelle übermitteln. Über 20 unterschiedliche Bewerbungsmanagementsysteme (HR-Systeme) sind bereits angebunden. Von dieser zentralen Bündelung und überregionalen Veröffentlichung der Jobangebote profitieren nicht nur die Stellenanbieter, sondern auch die Jobsuchenden.
Digitalisierung in der verbandsinternen Arbeit
Netzwerk Digitalisierung in der Diakonie
Der Zusammenschluss von Digitalisierungsbeauftragten der Diakonie fördert die digitalen Kompetenzen im Verband und sorgt für den Austausch von Erfahrungen und gemeinsam nutzbaren Lösungen. Das Netzwerk erkennt frühzeitige Digitalisierungsbedarfe und trägt dazu bei, die Diakonie als moderne, digitale Marke weiterzuentwickeln.
KI, OK? – praxisorientiertes Forum für Mitarbeitende
Die Veranstaltungsreihe „KI, OK? Gemeinsam unterwegs – Was geht mit Menschen und KI in der Diakonie?!“ richtet sich an Mitarbeitende der Diakonie und bietet Austausch zu ethischen und theologischen Fragestellungen im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz (KI) in der diakonischen Praxis. Ziel ist die Entwicklung von Thesen und Leitplanken für den verantwortungsvollen KI-Einsatz in diakonischen Angeboten.
Häufige Fragen zur Digitalisierung in der Diakonie und der Freien Wohlfahrtspflege
Position der Diakonie
Digitalpolitik – Wofür setzen wir uns ein?
Die Diakonie bringt als zivilgesellschaftliche Stimme die Perspektive der sozialen Arbeit in Politik und Öffentlichkeit ein, um sozialverträgliche digitale Rahmenbedingungen zu gestalten. Gemeinsam mit anderen Spitzenverbänden unter dem Dach der „Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege“ (BAGFW) fordert die Diakonie digitale Teilhabe für alle und setzt sich für eine verantwortungsvolle, inklusive und praxisorientierte Digitalisierung ein. Die Technik darf nicht im Widerspruch zu Menschenwürde, Selbstbestimmung und Gerechtigkeit stehen. Wir, und vor allem auch unsere Zielgruppen, brauchen eine Stimme, wenn es um digitale Teilhabe geht.
Unsere Leitprinzipien:
- Teilhabe sichern: Technik muss sprachliche, räumliche oder körperliche Barrieren abbauen und Zugänge für verletzliche Gruppen schaffen. Die soziale Versorgung muss in der Fläche gewährleistet werden.
- Beziehungen bewahren: Digitale Angebote ergänzen persönliche Unterstützung – sie ersetzen sie nicht. Durch den Einsatz neuer Technik sollen Entlastung und mehr Zeit für die persönliche Begegnung geschaffen werden.
- Soziale Gerechtigkeit: Digitale Teilhabe, wie der Zugang zu Computer, Internet und digitalen Dienstleistungen, darf kein Privileg bleiben, sondern muss allen Menschen offenstehen. Die digitalen Kompetenzen müssen in der Breite gefördert werden.
- Verantwortungsvolle Datennutzung und Mindeststandards: Datenschutz, Transparenz und ethische Standards sind verpflichtend. Diese Mindeststandards in der Digitalisierung sollen für alle gesichert werden.
Digitalisierung soll gemeinsam mit und vor allem für die Menschen gestaltet werden, damit Teilhabe für alle möglich bleibt und soziale Folgen bedacht werden. Ziel ist eine inklusiv gedachte Digitalisierung, die Chancen nutzt, und die diakonische Praxis stärkt.
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