„Nicht an der Zukunft sparen – Jugendarmut bekämpfen, Teilhabe sichern”
Bundeshaushalt 2027: Ratschlag Kinderarmut fordert mit 71 Unterstützer*innen Investitionen gegen Jugendarmut
Anlässlich der Beratungen zum Bundeshaushalt 2027 fordert der Ratschlag Kinderarmut in einem Appell mit 71 unterzeichnenden Organisationen und Einzelpersonen aus Zivilgesellschaft und Wissenschaft, die Zukunftschancen junger Menschen zu sichern und Jugendarmut wirksam zu bekämpfen.
Unter dem Titel „Nicht an der Zukunft sparen – Jugendarmut bekämpfen, Teilhabe sichern” warnt das Bündnis vor Einsparungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Sozialreformen dürften nicht von Sparzwängen bestimmt werden. Ein starker Sozialstaat müsse junge Menschen schützen und ihnen Zukunftsaussichten eröffnen. Wer heute bei jungen Menschen spare, der gefährde den gesellschaftlichen Zusammenhalt, demokratische Teilhabe und die Zukunftsfähigkeit Deutschlands.
Der Ratschlag Kinderarmut fordert in seinem Appell daher weitreichende Verbesserungen für Jugendliche und junge Erwachsene. Anstelle von Kürzungen im Bundeshaushalt, zum Beispiel beim Wohngeld oder Kindersofortzuschlag, braucht es aus Sicht der Unterzeichner*innen endlich Investitionen in eine starke soziale Infrastruktur und armutsfeste Sozialleistungen.
Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch:
„Die geplante Streichung des Kindersofortzuschlags hätte schwerwiegende Folgen. Es darf sie so nicht geben. Der Sofortzuschlag kommt Familien zugute, die mit wenig Geld auskommen müssen und die täglich mit den steigenden Lebenshaltungskosten kämpfen. Die 25 Euro zusätzlich machen für den Alltag von ca. 1,45 Millionen Kindern Monat für Monat einen großen Unterschied. Sie ermöglichen Teilhabe: im Sportverein, beim Ausflug oder beim Schulmaterial. Die Streichung signalisiert armutsbetroffenen Kindern und Jugendlichen: Die Politik nimmt unsere Sorgen nicht ernst. Wir brauchen aber eine Politik, die das immer noch ungelöste Problem der viel zu hohen Kinder- und Jugendarmut endlich angeht. Armut ist kein Schicksal, sie kann und muss überwunden werden. Es ist unser aller Verantwortung, Kindern und Jugendlichen faire Chancen zu ermöglichen, unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern. Das entlastet langfristig auch den Sozialstaat, denn Kinderarmut hat sehr hohe Folgekosten."
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