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Diakonie-Präsident zum Kita-Gesetz: „Mehr Qualität braucht eine sichere Finanzierung"

Diakonie Deutschland fordert eine langfristig gesicherte Finanzierung und eine stärkere Beteiligung der Freien Wohlfahrtspflege beim geplanten Kita-Gesetz.

03.11.2026

Anlässlich der Anhörung gestern im Bundestag zum Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz (SCQEG), äußert sich die Diakonie Deutschland. Kritisch sieht die Diakonie, dass die sinkenden Geburtenzahlen offenbar als Grundlage für geringere Personal- und Finanzbedarfe in der frühkindlichen Bildung herangezogen werden.

„Weniger Kinder bedeuten nicht automatisch weniger Bedarf an Ressourcen. Die Anforderungen an Kitas wachsen – etwa bei der Sprachförderung, Inklusion, individuellen Förderung, Gestaltung von Übergängen und Unterstützung von Familien“, sagt Rüdiger Schuch, Präsident der Diakonie Deutschland. „Mehr Qualität braucht eine sichere Finanzierung.“ Genau diese fehle bei dem Gesetz, das die Grundlagen zur Finanzierung der neuen Vorgaben nur bis 2034 regelt – und in diesem Zeitraum sollen die Mittel geplant weniger werden. 

Die Diakonie Deutschland kritisiert außerdem die fehlende Beteiligung der Verbände der Freien Wohlfahrtspflege. Weder die Diakonie noch die evangelischen Kirchen, unter deren Dach über 600.000 Plätze in Kinderkrippen, Kindergärten und Horten in Deutschland angeboten werden, als auch andere Verbände der Freien Wohlfahrtspflege waren bei der Anhörung vertreten. „Politik kann nur funktionieren, wenn diejenigen, die die Arbeit vor Ort leisten, auch von ihren Erfahrungen und ihren Bedarfen berichten können. Das ist hier leider gar nicht der Fall“, sagt der Diakonie-Präsident. Fast jede zweite Kita in Deutschland befindet sich in Trägerschaft der Freien Wohlfahrtspflege. Rund die Hälfte aller Beschäftigten in Kindertageseinrichtungen arbeitet dort. „Ich erwarte vom Deutschen Bundestag, dass die Stimmen dieser Mitarbeitenden und ihrer Einrichtungen gehört werden, wenn es um die Qualität in Kitas geht“, so Schuch. 

„Gerade vor dem Hintergrund, dass Kinder in unserer Gesellschaft zunehmend zu einer demografischen Minderheit werden, muss es unser Anspruch sein, jedes einzelne Kind mit seinen individuellen Bedürfnissen, Potenzialen und Entwicklungschancen in den Blick zu nehmen“, so Schuch. Sinkende Geburtenzahlen dürften nicht dazu führen, dass weniger in Kinder und ihre Zukunft investiert würde. Wichtiger sei es, vorhandene Ressourcen gezielt einzusetzen, individuelle Förderung zu stärken und die Qualität der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung weiterzuentwickeln. 

Die Diakonie Deutschland begrüßt das im Koalitionsvertrag angekündigte Vorhaben, mit einem Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz (SCQEG) die Qualität der Kindertagesbetreuung weiterzuentwickeln. Die Stärkung von Sprachförderung, die gezielte Unterstützung von Kindern in herausfordernden Lebenslagen sowie die Verbesserung der Fachkräftesituation sind zentrale Voraussetzungen für mehr Chancengerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe von Kindern.  

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Kathrin Klinkusch

Pressesprecherin

030 652111780

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