Rassismussensible Migrationsberatung
Rassismussensible Migrationssozialarbeit wirkt, zeigt Johannes Brandstäter in seinem Blogbeitrag. Mit einem Interview aus der Praxis.
05.07.2026
Rassismussensible Migrationsberatung
Migrationssozialarbeit ist ein anspruchsvoller Job. Es ist keine leichte Aufgabe, für Menschen verschiedenster Sprachen und Herkünfte Zugänge zu sozialer Teilhabe und zu öffentlichen Diensten und Angeboten herzustellen, wo sie fehlen oder wo Barrieren bestehen. Erschwerend kommt jedoch das gesellschaftliche Klima hinzu. Wir leben in einer Gesellschaft der Vielfalt, die auch Ungleichheit hervorruft und dabei Druck auf von Diskriminierung Betroffene erzeugt, mit Folgen für die Gesundheit. Es braucht präventive #StarkeMigrationsberatung.
Migrationsberatung findet in diesem Umfeld statt: Die Ablehnung von „Migranten“ hat häufig mit rassistischen Einstellungen und Mustern zu tun, und es gibt zu viele Fälle rassistischer Gewalt. Besonders im ländlichen Raum sind Betroffene oft auf sich allein gestellt und es fehlen gesellschaftliche Schutzräume. In städtischen Ballungsräumen, vor allem Stadtteilen mit hoher Siedlungsdichte und geringen Einkommen kommt es ebenfalls zu Konflikten.
Die Erfahrungen von Diskriminierung unterscheiden sich individuell sehr je nachdem, ob die Person weiß oder schwarz gelesen wird. Ich muss dabei zugeben, dass ich als Weißer und als Mann Diskriminierung anders und als viel weniger dramatisch wahrnehme, als muslimisch, jüdisch oder schwarz gelesene Männer und Frauen es empfinden. Das ist auch die Situation im Beratungsalltag. In der Diakonie wissen wir um den Wert von Vielfalt und Rassismusprävention. Unser Bestreben in der Sozialen Arbeit sind multiprofessionelle und multiethnische Teams. Es geht darum, den Wechsel der Perspektive zu ermöglichen. Auch in Zeiten schwindender Ressourcen.
Rassismussensible Migrationssozialarbeit funktioniert, auch unter Druck, sie behauptet und entfaltet sich in schwierigem Terrain mit vielfältigen Ideen. Hier ein auf Empowerment ausgerichtetes Beispiel aus dem ländlichen Bereich. Das Interview führte Sascha Schießl vor wenigen Monaten für den Infoverbund Asyl und Migration.