Nationale Fachkräftestrategie

27.05.2026

Jetzt bloß nicht nachlassen

Was Fachkräftestrategien angeht, sind im Sozial- und Gesundheitswesen Ermüdungserscheinungen zu spüren. Vermeintlich dringendere Fragen lösen die Recruiting Projekte ab. Angesichts aktueller Hinweise aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) ist das eine falsche Entscheidung.

15 Jahre lang war die Personalgewinnung im Sozial- und Gesundheitswesen im Aufschwung. Stellen wurden geschaffen, Karrierewebsites gebaut, Best Practices aus der Wirtschaft für unsere Branche adaptiert. Inzwischen ist die Entwicklung gegenläufig: Projektfinanzierungen laufen aus, Vorträge zu Künstlicher Intelligenz lösen den Dauerbrenner Arbeitgeberattraktivität ab, Recruiter Jobs werden nicht nachbesetzt.

Steckt dahinter der Frust, dass auch neue Recruiting Strategien die Personalnot nicht abschaffen konnten (wobei die Lage noch schlimmer aussähe, wenn die Maßnahmen nicht ergriffen worden wären)? Oder die beängstigende gesellschaftliche und politische Situation? Die Fakten zeigen, dass wir in Sachen Personalsicherung am Ball bleiben müssen.

Diakonie und Bundesregierung gehen ähnliche Wege

In einem aktuellen Mailing zitiert das BMAS Forschungsergebnisse des Gemeinschaftsprojekts „Qualifikation und Beruf in der Zukunft“ (QuBe), laut dem sich die Zahl der Erwerbstätigen mindestens bis 2035 im freien Fall befindet: ein „Arbeitskräfterückgang, wie es ihn in den vergangenen 40 Jahren nicht gegeben hat“. Die pflegerischen und pädagogischen Berufe gehören laut Mittelfristprognose zu den am stärksten von Engpässen betroffenen Berufsgruppen.

Im Koalitionsvertrag ist das Thema prominent verankert: „Die Sicherung der Fachkräftebasis ist ein entscheidender Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes. Deshalb ziehen wir alle Register, damit Fachkräftesicherung in den nächsten Jahren gelingt.“ Die Zukunftsstrategie der Diakonie Deutschland schlägt denselben Ton an: „Wir unterstützen unsere Mitglieder bei der Sicherung von Fach- und Arbeitskräften und setzen uns politisch für die Anerkennung sozialer Berufe und die Fachkräftegewinnung ein.“

Das BMAS veranstaltet im Jahr 2026 vier regionale Fachkräftewerkstätten, in denen es die Bedarfe der Arbeitgeber erfassen will. Im September 2027 soll sich das Bundeskabinett mit der Weiterentwicklung der Fachkräftestrategie befassen. Die Stabsstelle Fach- und Arbeitskräftestrategie der Diakonie Deutschland geht mit ihren vier regionalen HR Barcamps einen ähnlichen Weg.

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