Tresen im Eingangsbereich des K3
© Jana Achtert

Wie Künstliche Intelligenz (KI) Bewerbungsprozesse verändert

30.09.2026

Annika, Matthias und Jana im K3
Annika, Matthias und Jana im K3

Künstliche Intelligenz (KI) kann doch jetzt rekrutieren, wozu brauchen wir noch ein Recruiting Team? Das scheint überspitzt gesagt die Einstellung zu sein, mit der manches Sozial- und Gesundheitsunternehmen seine Personalstrategie herunterfährt. Die Kaiserswerther Diakonie macht eine andere Erfahrung.

Fachtage zum Employer Branding, Projektanträge für Recruiterstellen – das war einmal. Heute dominiert das Thema Künstliche Intelligenz die Veranstaltungen und Haushaltspläne im Sozial- und Gesundheitswesen. Bei der Kaiserswerther Diakonie weiß man dagegen, dass der Höhepunkt des Personalnotstandes noch bevorsteht.

„Von der Altersstruktur der Mitarbeitenden her werden zunehmend Vakanzen auf uns zukommen. Das ist kein Thema, das sich in Luft auflösen wird!“, betont Matthias Sandmann, Leiter des Teams Connect. People. „Gerade im Dienstleistungsbereich gibt es ohne Mitarbeitende kein Geschäftsmodell. Man sollte sich nicht von Trends beeinflussen lassen, sondern selber denken.“

Recruiting wichtig wie eh und je

Recruiting ist in der Sozial- und Gesundheitswirtschaft wichtig wie eh und je. Durch KI wird das Thema nicht verdrängt oder gar gelöst, sondern es verändert sich – wie damals durch die Einführung der sozialen Netzwerke. Das erlebt das Team Connect. People. im Recruiteralltag: „Bei KI geht es um Masse. Aber wir möchten Mitarbeitende finden, die gut uns passen und kommen, um zu bleiben. Und da beginnt das Problem“, erklärt Matthias Sandmann.

„Bewerbende schicken heute hunderte mit KI generierte Bewerbungen los. Sie lesen sich perfekt, sind auf die Unternehmen zugeschnitten. Aber wenn das Recruiting Team anruft, wird gefragt: ‚Wer sind Sie überhaupt?‘ Erst dann fangen die Kandidat*innen an, sich mit dem Unternehmen zu beschäftigen. Ich glaube nicht, dass ein Onlinevorstellungsgespräch, bei dem die Antworten vom Bildschirm abgelesen werden, der sinnvolle nächste Schritt ist.“

Analoge Begegnung als Gegenpol

Gerade weil die Personalgewinnung digitaler wird, braucht es als Gegenpol analoge Orte, an dem Menschen persönlich zusammenkommen, findet der Experte: „Beide Seiten müssen miteinander harmonieren.“ Ein solcher Begegnungsort ist der Coworking Space „K3“ der Kaiserswerther Diakonie (mehr dazu hier: Kaiserswerther Diakonie: K3 Netzwerken. Karriere. Zukunft. | Kaiserswerther Diakonie Düsseldorf (KWD)). „Hier wird unser Arbeitgeberwerteversprechen Menschen stärken, Mensch sein physisch erlebbar“, so Matthias Sandmann, „und Recruiting in Zeiten von KI sinnvoll gestaltet.“

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