Ein gemalter Reißverschluss öffnet sich
© Diakonie/verbum

Die zweite Säule: Personalbindung

Personalbindung umfasst alle Maßnahmen, die darauf abzielen, Mitarbeitende langfristig an das Unternehmen zu binden, Motivation und Zufriedenheit zu steigern sowie Fluktuation zu reduzieren.

Je moderner die Recruiting Strategien in den Unternehmen des Sozial- und Gesundheitswesens werden, desto deutlicher kristallisiert sich heraus, dass die Bemühungen um neues Personal ohne ein ebenso modernes Pre-, On- und Offboarding eine Sisyphos-Aufgabe sind. Der Pool der Kandidatinnen und Kandidaten ist begrenzt, selbst wenn neue Zielgruppen erschlossen werden. Ein wichtiger Schlüssel zur Eindämmung des Arbeitskräftemangels ist es daher, die gewonnenen Mitarbeitenden zu halten.

„Retention Management“ lautet der neue Fachbegriff in der HR-Welt für Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung. Auch wenn neumodische, englischsprachige Synonyme für Dinge, die es schon seit Jahrzehnten gibt, teils Skepsis auslösen, so lassen sich doch wichtige Impulse daraus mitnehmen. Erstens: Personalbindung muss neu gedacht werden, wenn sich die Einstellung der Arbeitnehmerinnen und Arbeiternehmer zum Berufsleben ändert. Und zweitens: Personalbindung ist keine Glückssache. Sie muss gemanagt werden, damit sie funktioniert. Dazu gibt es einen erfolgreich erprobten Maßnahmenkatalog.

Um gut im Unternehmen anzukommen, möchten Mitarbeitende nicht nur fachlich eingearbeitet werden. Sie brauchen frühzeitige Anknüpfungspunkte, Unterstützung bei der sozialen Integration und Gestaltung der Work-Life-Balance sowie mittelfristige Perspektiven. Moderne Personalerinnen und Personaler sowie Führungskräfte schauen sich daher den gesamten Lebenszyklus der Mitarbeitenden im Unternehmen an und hinterlegen ihn mit einem Maßnahmenkonzept.

Das Onboarding wird in drei Phasen unterteilt: das Preboarding, das eigentliche Onboarding und die nachhaltige Integration. Gerade in bunt gemischten Teams, in denen heute Quereinsteigende, ausländische Fachkräfte und Mitarbeitende mit verschiedensten Qualifikationen und Lebenssituationen aufeinandertreffen, wird es wichtiger, Bindungsmaßnahmen etwa aus dem Bereich Betriebliches Gesundheitsmanagement individueller zu denken. Feelgood Management heißt das Gebot der Stunde.

Ein sanftes Offboarding beispielsweise mit wertschätzenden Exitinterviews sorgt dafür, dass nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen keine negativen Bewertungen auf Arbeitgeberbewertungsportalen hinterlassen werden und der oder die Mitarbeitende vielleicht irgendwann sogar zurückkehrt. Insgesamt wirkt sich ein gutes Retention Management auf die Attraktivität des Arbeitgeberimages aus und sorgt auch wieder für bessere Recruiting Erfolge.

Best Practice

Das Projekt PERMAnent der Graf Recke Stiftung demonstriert effektive Mitarbeiterbindung durch gezielte Maßnahmen: strukturierte Einarbeitung, klare Karrierepfade, flexible Arbeitsbedingungen, Work-Life-Balance, regelmäßiges Feedback. Wertschätzung und gezielte Förderung von Leistungsträgern fördern emotionale Identifikation, Loyalität und langfristige Mitarbeit im Unternehmen.

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Illustration des PERMAnent-Projektes der Graf Recke Stiftung
© Graf Recke Stiftung

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