“Menschen endlich in Wohnraum bringen”
26.06.2026
Nach den heute veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamts (Destatis) lebten zum Stichtag 31. Januar 2026 rund 452.900 wohnungslose Menschen in Einrichtungen der Kommunen und der Freien Wohlfahrtspflege. Die Zahl der untergebracht wohnungslosen Menschen sinkt damit leicht, verbleibt aber auf einem erschreckend hohen Niveau. „Diese Zahlen zeigen, dass es deutlich größere Anstrengungen von Bund, Ländern und Kommunen braucht, um Wohnungslosigkeit wirksam zu bekämpfen”, sagt Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch. Ziel müsse sein, Menschen dauerhaft in bezahlbare Wohnungen zu bringen: „Das ist zentral für Teilhabe, Gesundheit und gesellschaftliche Stabilität. Die bisherigen Anstrengungen und Maßnahmen reichen da nicht aus.”
In ihrer praktischen Arbeit sieht die Diakonie nach wie vor viele Familien mit Kindern, Alleinstehende und Menschen mit Pflegebedarf in Notunterkünften oder Übergangseinrichtungen. „Wir brauchen mehr bezahlbares Wohnen”, so Diakonie-Präsident Schuch. Das allein sei aber nicht die Lösung, denn der Zugang zum Wohnungsmarkt sei für wohnungslose Menschen oft blockiert. „Schufa-Einträge, Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt und fehlende Unterstützung verhindern, dass wohnungslose Menschen tatsächlich in eigene, bezahlbare Wohnungen ziehen. Wenn Bund, Länder und Kommunen es ernst meinen, müssen sie jetzt gezielt Hindernisse abbauen und verbindliche Maßnahmen vorlegen, die schnell wirken.”
Die Diakonie Deutschland schlägt unter anderem vor, dass der Bund ein Sofortprogramm speziell für wohnungslose Menschen auflegt, um ihren Zugang zu Wohnraum zu verbessern. In diesem Sofortprogramm sollten Fördermittel für die soziale Wohnraumförderung an die Bedingung geknüpft werden, dass der Wohnraum wohnungslosen Menschen zur Verfügung gestellt wird. Ziel muss es sein, eine gezielte Steuerung der Wohnraumvergabe zu ermöglichen, damit Kommunen wohnungslose Menschen auch in angespannten Wohnungsmärkten mit Wohnraum versorgen können.
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