Rückkehr nach Afghanistan nur in Sicherheit und Würde
Fünf Jahre nach der Machtübernahme der Taliban bleibt Afghanistan für viele Menschen ein unsicheres Land. Die Diakonie kritisiert deshalb Abschiebungen und fordert: Rückkehr darf nur in Sicherheit und Würde erfolgen.
Am 15. August jährt sich die Machtübernahme der Taliban in Afghanistan im August 2021 zum fünften Mal. Seit 2024 sind circa 200 Straftäter und Gefährder dorthin abgeschoben worden. Im Juli wurde die bisherige Beschränkung mit dem Ziel aufgehoben, auch sonstige alleinstehende afghanische Männer abzuschieben. Dazu erklärt die Diakonie Deutschland:
Die Diakonie kritisiert die Bestrebungen, mit den Taliban für Abschiebungen nach Afghanistan zusammenzuarbeiten. Auch die humanitäre Verantwortung für die ehemaligen Ortskräfte bestehe fort. Dazu Diakonie-Experte Michael David: „Viele Geflüchtete aus Afghanistan sind erfolgreich Teil unserer Gesellschaft geworden, befinden sich in einer Ausbildung oder arbeiten bereits im Einzelhandel, im Handwerk, in akademischen Berufen oder in der Verwaltung. Sie sorgen sich um ihre Sicherheit und die ihrer Angehörigen in Afghanistan.“
Aus Sicht der Diakonie gilt unverändert: Rückkehr darf nur in Sicherheit und Würde erfolgen. „Das setzt voraus, dass in jedem Einzelfall gründlich geprüft wird, ob Abschiebungsverbote vorliegen. Angesichts der Lage vor Ort ist eine zwangsweise Rückkehr nicht zu rechtfertigen“, sagt David, Leiter des Zentrums Soziales, Armutsbekämpfung, Migration und Integration der Diakonie Deutschland.
Weitere Informationen
Kontakt