Zahlen, die wachrütteln –Alkohol endlich teurer machen
16.04.2026
Anlässlich der heutigen Veröffentlichung des „DHS Jahrbuchs SUCHT 2026“ durch die Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) erklärt Diakonie-Bundesvorständin Sozialpolitik Elke Ronneberger:
„Es sind Zahlen, die wachrütteln. Alkohol ist die mit Abstand am häufigsten konsumierte psychoaktive Substanz in Deutschland und gleichzeitig am breitesten gesellschaftlich akzeptiert. Wir sprechen hier über ein Zellgift, das zahlreiche Erkrankungen begünstigt und zu vorzeitigen Todesfällen führt. Klar ist: Einen risikofreien Alkoholkonsum gibt es nicht. Alkoholabhängigkeit ist eine schwere chronische Erkrankung. Darunter leiden nicht nur die Betroffenen selbst und ihre Familien, sondern sie belastet Freundeskreise und Kolleginnen und Kollegen.“ Die Diakonie Deutschland begrüße die aktuellen Diskussionen über eine Erhöhung der Steuern auf Alkohol, Tabak und Zucker und fordere die Bundesregierung zum zügigen Handeln auf. „Ein entsprechender Gesetzentwurf aus dem zuständigen Finanzministerium wäre ein guter Anfang.“
Die Mehreinnahmen aus höheren Steuern sollten direkt in das Gesundheitswesen fließen, in Prävention und Beratung. „Das entlastet nicht nur die gesetzliche Krankenversicherung spürbar, sondern schützt Kinder und Jugendliche und hilft Menschen in Not. Die aktuellen Zahlen unterstreichen den dringenden Handlungsbedarf: Die Fakten liegen auf dem Tisch – jetzt braucht es den politischen Willen und konsequente Maßnahmen“, so Ronneberger.
Rund 2,2 Millionen Menschen in Deutschland gelten als alkoholabhängig – sie bilden jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Weitere etwa 1,7 Millionen Menschen weisen einen missbräuchlichen Konsum auf, und rund 8,6 Millionen trinken in gesundheitlich riskantem Ausmaß. Hinzu kommt eine erhebliche Dunkelziffer nicht erkannter Fälle.
Die Diakonie Deutschland unterstützt mit Angeboten bei Suchterkrankungen: In 700 Angeboten, darunter über 400 Beratungsstellen, finden Betroffene und Angehörige Hilfe, Beratung und Perspektiven.