Zitat aus dem Human Resources Manager Magazin
© Human Resources Manager Magazin

Ein Blick hinter die Kulissen eines Riesen

Das Interview von Elke Ronneberger mit dem Human Resources Manager Magazin (Ausgabe April/Mai 2026)

Zitat aus dem Human Resources Manager Magazin

„Soziale Sicherheit ist kein Kostenfaktor“: Ein Blick hinter die Kulissen eines Riesen 

Wussten Sie, dass die Diakonie mit rund 687.000 Mitarbeitenden einer der größten Arbeitgeber Deutschlands ist? Damit stellt sie selbst DAX-Konzerne in den Schatten. Doch wie führt man eine Organisation dieser Größe, die nicht auf Profit, sondern auf Menschlichkeit ausgerichtet ist? Im Interview mit dem Magazin Human Resources Manager gibt Elke Ronneberger, Bundesvorständin für Sozialpolitik, spannende Einblicke. 

Die Stärke der Dezentralität 

Die Diakonie ist kein starrer Block. Unter ihrem Dach versammeln sich rund 34.000 Einrichtungen und 5.000 eigenständige Träger. Was sie eint? Ein klarer Wertekompass. Elke Ronneberger sieht in dieser dezentralen Struktur einen klaren Wettbewerbsvorteil: „Sie verbindet die Expertise eines großen Verbandes mit der regionalen Verwurzelung vor Ort.“ So kann Hilfe genau dort ansetzen, wo sie gebraucht wird – von der Pflege bis zur Schuldnerberatung. 

HR als Motor der Modernisierung 

Der Fachkräftemangel macht auch vor sozialen Berufen nicht halt. Doch die Diakonie geht in die Offensive: 

  • Modernisierung: Der Wandel in der Sozialwirtschaft wird als Impuls genutzt, um Arbeitswelten neu zu denken. 
  • New Work & Agilität: Agile Führung und moderne Strukturmodelle sollen die Eigenverantwortung und Beteiligung der Teams stärken. 
  • Sinnstiftung: Das diakonische Profil ist das Alleinstellungsmerkmal. In einer unsicheren Zeit bietet es Stabilität und eine tiefe Sinnhaftigkeit, die viele Menschen suchen. 

Mehr als nur ein Job: Menschlichkeit trifft Fachlichkeit 

Wer bei der Diakonie arbeiten möchte, braucht laut Ronneberger zwei Dinge: Herz und Verstand. „Wir suchen Menschen, die fachliches Können mit echter Menschlichkeit verbinden.“ Es geht um Expertise auf Augenhöhe, Respekt gegenüber jeder Lebenslage und die Bereitschaft, soziale Arbeit aktiv mitzugestalten. 

Ein Appell an die Politik und Wirtschaft 

Soziale Sicherheit ist das Fundament unseres Zusammenhalts. Ronneberger warnt davor, soziale Dienste nur als Kostenfaktor zu sehen: 

„Soziale Sicherheit ist unverzichtbar für die Resilienz einer Gesellschaft, für den sozialen Frieden und damit auch für wirtschaftliche Investitionen.“ 

Ihr Wunsch für die Zukunft? Dass die Arbeit der Wohlfahrtspflege nicht als selbstverständlich hingenommen wird. Sie braucht verlässliche politische Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und mehr Mut zur Digitalisierung, damit Zeit und Geld dort ankommen, wo sie zählen: bei den Menschen. 

 

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