© Diakonie/Cathleen Haase
Sommerreise 2026: Diakonie-Präsident Schuch besucht Rehaklinik:

„Wer Qualität fordert, muss sie auch finanzieren“

Diakonie-Präsident fordert verlässliche Finanzierung und Sicherung der Pflegequalität.

29.07.2026

Bei seinem Besuch der Geriatrischen Rehabilitationsklinik des Paul-Gerhardt-Werks in Ettenheim diskutierte Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch mit der Vorständin und ihrem Team über die Auswirkungen der aktuellen Reformen in den Sozialversicherungen auf Pflege und gesundheitliche Versorgung in der medizinischen Reha.

„Das vom Bundestag beschlossene GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz sendet ein widersprüchliches Signal: Hohe Qualitätsstandards und gute Arbeitsbedingungen werden erwartet, ihre Finanzierung aber begrenzt. Das gefährdet die wirtschaftliche Stabilität vieler Reha-Einrichtungen und erschwert Investitionen sowie die Gewinnung von Fachkräften“, sagt Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch. Die Diakonie und andere Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege fordern deshalb, die Rahmenbedingungen für die medizinische Rehabilitation anzupassen und tarifliche Personalkosten vollständig zu refinanzieren.

„Wer Qualität fordert, muss sie auch finanzieren“, so Diakonie-Präsident Schuch

Erheblichen Handlungsbedarf der Politik sieht Schuch auch in der Pflege. Nach dem vorliegenden Referentenentwurf zum Pflegeneuordnungsgesetz sollen auch dort Tariflöhne künftig nicht mehr vollständig refinanziert werden. „Es drohen Leistungseinschränkungen und wirtschaftliche Schwierigkeiten – insbesondere für gemeinnützige Anbieter. Das gefährdet Versorgungssicherheit, Pflegequalität und die Gewinnung von Fachkräften.“ 

Im Mittelpunkt der diesjährigen Sommerreise von Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch stehen die Chancen und Herausforderungen digitaler Anwendungen und des Einsatzes Künstlicher Intelligenz für die diakonische Verbandsarbeit und die gemeinnützige Sozial- und Gesundheitswirtschaft. Dabei machte der Diakonie-Präsident am heutigen Mittwoch Station in der geriatrischen Rehabilitationsklinik in Ettenheim im baden-württembergischen Ortenaukreis. Seit dem Frühjahr bietet das Paul-Gerhardt-Werk am Westrand des Schwarzwaldes 60 Plätze für Patientinnen und Patienten der geriatrischen Rehabilitation mit 77 Mitarbeitenden. Die geriatrische Rehabilitation zielt darauf ab, älteren Patientinnen und Patienten eine umfassende und ganzheitliche Betreuung zu bieten, die ihre Lebensqualität verbessert und ihre Selbstständigkeit fördert. Bei seinem Rundgang durch den Neubau traf der Präsident verantwortliche Leitungen und Mitarbeitende, sowie Patientinnen und Patienten. 

Mit Blick auf die Digitalisierung bei gemeinnützigen Trägern im Bereich der Sozial- und Gesundheitsbranche betonte Schuch: „Wir begrüßen das Ziel der Bundesregierung, Verwaltung und Sozialstaat moderner, digitaler und nutzerfreundlicher zu gestalten. Entscheidend ist aber, die Praxis von Anfang an einzubeziehen. Als Leistungserbringer kennen wir die Bedarfe der Menschen vor Ort und bringen erprobte Lösungen für einen digitalen Sozialstaat ein. Digitalisierung muss den Menschen dienen – nicht umgekehrt.“ 

Hintergrund:  

Die geriatrische Rehabilitation zielt darauf ab, älteren Patientinnen und Patienten eine umfassende und ganzheitliche Betreuung zu bieten, die ihre Lebensqualität verbessert und ihre Selbstständigkeit fördert. Diese Art der Rehabilitation kombiniert medizinische, therapeutische, pflegerische und soziale Maßnahmen, um den individuellen Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten gerecht zu werden. Zusammen mit dem Ortenau Klinikum ist in Ettenheim ein Gesundheitszentrum mit einem MVZ, verschiedenen Praxen, einem Notfallstandort, einer Rettungswache und der Geriatrischen Rehabilitationsklinik entstanden.  

Kontakt

© Hermann Bredehorst

Kathrin Klinkusch

Pressesprecherin

030 652111780

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