Sektorenübergreifende Versorgung verwirklichen
In unseren hoch differenziertem Gesundheits- und Sozialsystem ist ein Reformdauerstelle die Frage, wie eine gute Versorgung der Patient*innen über die Sektoren hinweg verwirklicht werden kann. Für die Versorgung älterer und hochbetagter Menschen hat die Diakonie Deutschland schon im Jahr 2017 Vorschläge entwickelt. Drei Aspekte sollen hervorgehoben werden:
- Der diakonische Vorschlag setzt nicht auf Abschaffung von Sektoren, sondern darauf, sie besser zu verbinden und eine Versorgung über ihre Grenzen zu realisieren.
- Der Blick geht auf Teilhabe am sozialen Leben, sektorenübergreifendes Handeln geht deshalb über das Medizinische hinaus. Probleme wie Einsamkeit oder Mobilitätseinschränkungen werden wahrgenommen. Auch der Eigensinn der Personen, um um die es geht, wird respektiert. Das setzt Steuerungsideen Grenzen.
- Dem Sozialraum kommt seine große Bedeutung zu. In ihm gilt es Kooperations- und Versorgungsstrukturen schaffen, sie sicherzustellen – und auch den Sozialraum als Feld der Gesundheitsförderung nicht zu vergessen. Deshalb muss die regionale Versorgung und Gesundheits- und Teilhabesicherung politisch verantwortet sein.
Die diakonischen Anregungen lösen sicherlich nicht alle Probleme, sind aber können durchaus ein Beitrag zu aktuellen gesundheitspolitischen Diskussionen, zu denken ist an die Bedeutung der Kommune bei der Klimaanpassung - mit einem starken Akzent auf Prävention bzw. Gesundheitsförderung – oder die Weiterentwicklung der med. Rehabilitation durch mehr ambulante und mobile Dienste.