Themenschwerpunkt

Freiwilliges Engagement

© Diakonie/Annette Schrader

Engagiert in vielen Bereichen

Ohne freiwilliges Engagement keine Diakonie. Die rund 700.000 Engagierten spielen mit Kindern, helfen Geflüchteten, lesen Senioren vor und hören von Sorgen geplagten Menschen. Sie halten die Hände von Sterbenden und unterstützen Menschen mit Behinderung. Die Diakonie hält für jede und jeden Möglichkeiten des Engagements bereit - egal, mit welchen Fähigkeiten, Interessen oder Einschränkungen.

 

Gewinnung, Begleitung und Fortbildung stärken

Um freiwilliges Engagement in der Diakonie weiter zu stärken, müssen die Rahmenbedingungen in der Politik und im Verband weiterentwickelt werden. Der Diakonie liegt es hierbei am Herzen, dass neben der Perspektive der Hilfesuchenden auch die der Freiwilligen in den Fokus gerückt wird. Dafür sind hauptamtliche Strukturen zur Gewinnung, Begleitung und Fortbildung des freiwilligen Engagements unabdingbar.

Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland

„Freiwilliges Engagement hält unsere Gesellschaft zusammen und ist ein Zeichen für Integration und Teilhabe. Es gibt Deutschland ein menschliches Gesicht.”

Nachgefragt

Freiwilliges Engagement ist für die Diakonie unersetzlich. Wie man selbst das richtige Engagement für sich findet, hat uns Rainer Hub erläutert, Referent für freiwilliges Engagement.

Rainer Hub: In unserem Hilfeportal gibt es einen Fragebogen: Ist man für freiwilliges Engagement geeignet. Ein paar Möglichkeiten, sich innerhalb der Diakonie zu engagieren, sind auch hier aufgezeigt.

Sie sollten zwei wichtige Fragen vorher klären. Wann will ich mich engagieren? Also, wie viele Stunden kann ich mich engagieren und passt es mir unter der Woche oder am Wochenende besser? Oder kommt für mich eher ein befristetes projektartiges Engagement in Frage? Und: Wo und für welche Personengruppe oder Thema möchte ich mich engagieren? Da spielt zum Beispiel eine Rolle, wie weit die Fahrwege sein dürfen, die ich bereit bin, in Kauf zu nehmen. Idealerweise kann man diese Fragen mit Hauptamtlichen besprechen. Die Diakonie bietet viele Möglichkeiten zum Engagement. Man findet also eine Option, egal, was die Antwort auf die Fragen sein mag.

Hub: Tatsächlich sind gesamtgesellschaftlich mehr Männer als Frauen und vor allem Menschen zwischen 15 und 27 Jahren engagiert. Im sozialen Bereich findet man allerdings überwiegend das typische Sozial-Profil: weiblich, älter als 60 Jahre und schon länger engagiert. Der einzige Unterschied sind die Freiwilligendienste, die überwiegend von jungen Menschen genutzt werden. Um diese auch für langfristiges Engagement zu begeistern, sind wir vor Jahren eine Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft evangelische Jugend eingegangen. Sie haben mehr Kontakt, wir mehr Engagement-Möglichkeiten. Eine andere Möglichkeit, die immer beliebter wird, sind Projekte wie beispielsweise Patenschaften für Geflüchtete, in denen man sich über einen bestimmten Zeitraum sehr intensiv engagiert. Hiermit könnte man vielleicht auch Menschen mittleren Alters motivieren, die bereits Familie und Beruf miteinander vereinbaren müssen. Hier sollten wir auch unsere Angebote weiterentwickeln.

Hub: Das Engagement hat nicht abgenommen. Lediglich die Aufgaben, um zu einer gelingenden Integration beizutragen, verändern sich. Viele der geflüchteten Menschen sind weiterhin hier oder kommen in kleinerer Zahl nach Deutschland. Integrationsarbeit endet auch nicht schlagartig. Es geht in erster Linie nicht mehr um die Organisation von Sachspenden und Essensverteilung, sondern um Behördengänge und Sprachkurse oder um Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten – die oft ohne enge Begleitung meist (noch) nicht zu bewerkstelligen sind. Die deutsche Bürokratie bietet reichlich Herausforderungen – selbst wenn man der deutschen Sprache mächtig ist. Was tatsächlich in manchen zunehmend schwerer gelingt, ist, noch weitere Menschen für Engagement zu gewinnen. Das Potential scheint stellenweise ausgeschöpft. Die Diakonie vertritt hier auch ganz klar die Position: Engagement sollte freiwillig stattfinden und nicht erzwungen oder gar zur Bürgerpflicht erklärt werden.

Freiwilliges Engagement: Beispiele aus unserer Arbeit

  • Wie wichtig ist Engagement?

    Straßenumfrage

    Wie wichtig ist ehrenamtliches Engagement für die Gesellschaft? Und wo engagieren Sie sich selbst oder würden es gerne tun? Wir haben uns dazu mal auf der Straße umgehört.

  • Hilfe am Hörer

    Telefonseelsorge

    Erich Franken engagiert sich bei der Telefonseelsorge in Krefeld seit mehr als zwanzig Jahren – und bietet Lebenshilfe auch für Menschen in suizidalen Situationen.

    © Diakonie/Markus J. Feger
  • Partner im Schulalltag

    Pate werden

    Seit 2007 betreuen mehr als 100 Frauen und Männer Kinder an Schulen in Berlin. Einer der Schulpaten ist Rüdiger Jüdes.

    © Diakonie/Wolf-Hendrik Müllenberg
  • Infos für Geflüchtete

    Was sind freiwillig Engagierte?

    Für geflüchtete Menschen ist es oft schwierig freiwillig Engagierte und Hauptamtlichen zu unterscheiden. Im Flyer wird Freiwilliges Engagement erklärt – in sieben Sprachen

Ansprechpartner

© Hermann Bredehorst

Rainer Hub

Freiwilliges soziales Engagement, Freiwilligendienste

030 65211-1683

[email protected]

Fachverbände

Evangelische Freiwilligendienste

Hannover

www.ev-freiwilligendienste.de

Verband der Deutschen Evangelischen Bahnhofsmissionen

Berlin

www.bahnhofsmission.de

Evangelische Konferenz für Telefonseelsorge und Offene Tür

Berlin

www.telefonseelsorge.de

Johanniter-Unfall-Hilfe

Berlin

www.johanniter.de

Evangelische Kranken- und Alten-Hilfe e.V. / Bundesgeschäftsstelle der Grünen Damen und Herren

Berlin

www.ekh-deutschland.de