Themenschwerpunkt

Wohnungslosigkeit

© Diakonie/Hermann Bredehorst

Mehr Menschen wohnungslos

Meist sind es wirtschaftliche Notlagen gepaart mit schwierigen persönlichen Lebensumständen sowie zu hohe Mietpreise, die Menschen in die Wohnungslosigkeit treiben. Und die Zahl steigt: Laut einer Schätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. waren im Jahr 2016 circa 860.000 Menschen in Deutschland wohnungslos, d. h. sie verfügen über keinen mietvertraglich abgesicherten Wohnraum. Die meisten davon sind Männer, aber auch immer mehr ältere Menschen, Familien sowie EU-Bürgerinnen und Bürger haben keinen festen Wohnsitz. Die Diakonie bietet für wohnungslose Menschen Tagesaufenthalte, Wohnungslosenheime und Nothilfe an. Sie ist der größte deutsche Anbieter in der Wohnungslosenhilfe. 

Wohnungslosenstatistik einführen

Wie viele wohnungslose Menschen es in Deutschland gibt, kann man nur schätzen. Eine bundesweite Statistik gibt es nicht. Um überhaupt einen Bedarf feststellen zu können, brauchen wir eine Wohnungslosenstatistik. Die Diakonie Deutschland fordert die Bundesregierung auf eine Wohnungslosenhilfestatistik gesetzlich zu verankern. Nur so kann festgestellt werden, wie viel sozialer Wohnraum gebraucht wird.  Außerdem müssen die Kommunen wieder über diesen Wohnraum verfügen können.

Mehr Hintergründe und Fakten zum Thema Wohnungslosigkeit

Nachgefragt

Es wird wieder kalt in Deutschland. Was der Winter für obdachlose Menschen bedeutet und wie Hilfsangebote aussehen, erklärt Diakonie-Experte Rolf Keicher.

Rolf Keicher: Bei der Kältehilfe geht es um Erfrierungsschutz. Es betrifft also Menschen, die keine anderen Möglichkeiten haben, keine Wohnung in der sie unterkommen können. In den letzten Jahren sind das immer mehr Frauen und Familien oder EU Bürgerinnen und Bürger, die wegen eines Jobs nach Deutschland gekommen sind, hier oft zu prekären Bedingungen arbeiten mussten, aber auch anerkannte Asylbewerberinnen und -bewerber.

Keicher: Die Diakonie organisiert in vielen Städten Kältehilfen für obdachlose Menschen. In den großen Städten sind Busse unterwegs, wie der Kältebus in Berlin oder der Mitternachtsbus in Hamburg. Sie versorgen Obdachlose mit heißen Getränken, Decken und Schlafsäcken. Teilweise bringen sie die Menschen auch zur Übernachtung in Notunterkünfte. Unsere Mitarbeitenden leisten dort in erster Linie Überlebenshilfe - sie versorgen die Menschen mit Nahrung und Wärme.

Keicher: Aber natürlich geht es uns auch um nachhaltige Sozialarbeit: Wir wollen, dass die Menschen ihr Recht auf Wohnraum verwirklich können. Dazu gibt es die Sozialberatungen, es wäre toll, wenn diese auch in den Notunterkünfte angeboten werden könnte. Dazu fehlt es aber an finanziellen und persönlichen Ressourcen. 

Journal

  • Obdachlose Menschen

    5 Möglichkeiten zu helfen

    Der Winter beginnt – eine oft harte Jahreszeit für obdachlose Menschen. Wie helfen? Wir haben obdachlose Menschen und unsere Sozialarbeiter gefragt, wie Sie helfen können.

    © Diakonie/Hermann Bredehorst
  • Checkliste

    Basiskonto für alle

    Seit das Basiskonto für alle eingeführt wurde, haben auch Personen ohne festen Wohnsitz einen Rechtsanspruch auf ein Konto. Alle Infos in der Checkliste.

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  • Wohnunglosenhilfe

    Die Frostschutzengel

    Sozialberatung auf Polnisch, Russisch und Bulgarisch - mit Sprach- und Fachkompetenz trifft das in Deutschland einmalige Projekt "Frostschutzengel plus" einen Nerv in den Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe.

    © Diakonie/Kathrin Harms

Ansprechpartner

© Hermann Bredehorst

Rolf Keicher

Wohnungsnotfall- und Straffälligenhilfe, Hilfe in besonderen Lebenslagen

030 65211-1652

[email protected]

Fachverband

Evangelischer Bundesfachverband Existenzsicherung und Teilhabe (EBET) e.V. Wohnungsnotfall- und Straffälligenhilfe

Berlin

www.ebet-ev.de