Themenschwerpunkt

Wohnungslosigkeit

© Diakonie/Hermann Bredehorst

Wohnungslosigkeit: mehr Familien und ältere Menschen

Meist sind es wirtschaftliche Notlagen gepaart mit schwierigen persönlichen Lebensumständen sowie zu hohe Mietpreise, die Menschen in die Wohnungslosigkeit treiben. Laut einer Schätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. waren im Jahr 2017 circa 650.000 Menschen in Deutschland wohnungslos, das heißt sie verfügen über keinen mietvertraglich abgesicherten Wohnraum. Die meisten davon sind Männer, aber auch immer mehr ältere Menschen, Familien sowie EU-Bürgerinnen und Bürger haben keinen festen Wohnsitz. Die Diakonie bietet für wohnungslose Menschen Tagesaufenthalte, Wohnungslosenheime und Nothilfe an. Sie ist der größte deutsche Anbieter in der Wohnungslosenhilfe. 

Wohnungslosenstatistik schnell einführen

Wie viele wohnungslose Menschen es in Deutschland gibt, kann man nur schätzen. Eine bundesweite Statistik will die Bundesregierung nun einführen. Das ist auch dringend notwendig, um überhaupt einen Bedarf feststellen zu können, brauchen wir eine Wohnungslosenstatistik. Nur so kann festgestellt werden, wie viel sozialer Wohnraum gebraucht wird.  Außerdem müssen die Kommunen wieder über diesen Wohnraum verfügen können.

Mehr Hintergründe und Fakten zum Thema Wohnungslosigkeit

Nachgefragt

Durch steigende Mieten werden immer mehr Menschen obdachlos. Was der Staat jetzt tun muss und welche Angebote die Diakonie für wohnungslose Menschen hat, erklärt Diakonie-Experte Rolf Keicher.

Rolf Keicher: Bezahlbarer Wohnraum wird für ärmere Menschen, aber auch für die Mittelschicht immer knapper. Auslöser ist der anhaltende Immobilienboom und die daraus folgenden hohen Grundstückspreise. Es gibt viel zu wenig mietpreisgebundene Wohnungen und kommunale bezahlbare Wohnungen. Auf der anderen Seite nimmt der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum ständig zu: Von der alleinerziehenden Altenpflegehelferin hin zu der Familie aus Syrien. Und wenn man dann eine neue Wohnung sucht und nichts findet, kann man schnell auf der Straße landen.

Keicher: Wir müssen den sozialen, kommunalen Wohnungsbau wieder stärken. Die Kommunen müssen endlich wieder einen eigenen Bestand aufbauen und strategische Partnerschaften mit Wohnungsunternehmen eingehen, die sozial Handeln. Es kann nicht weiter auf dem Rücken der Betroffenen ausgetragen werden.

Keicher: Die Diakonie organisiert zum einen Nothilfe, wie im Winter die Kältehilfe für obdachlose Menschen. In den großen Städten sind Busse unterwegs, wie der Kältebus in Berlin oder der Mitternachtsbus in Hamburg. Sie versorgen Obdachlose mit heißen Getränken, Decken und Schlafsäcken. Dann haben wir Wohnheime für obdachlose Menschen und wir versuchen mehr Wohnungen an Obdachlose zu vermieten, aber auch wir sind von dem Wahnsinn auf dem Immobilienmarkt betroffen.

Aber natürlich geht es uns auch um nachhaltige Sozialarbeit: Wir wollen, dass die Menschen ihr Recht auf Wohnraum verwirklich können. Dazu gibt es die Sozialberatungen.

Wohnungslosigkeit bekämpfen: Beispiele aus unserer Arbeit

  • Diakonie Rheinland Westfalen lippe

    Kampagne: Fairer Wohnraum

    Die Mieten steigen und die Solidarität mit am Wohnungsmarkt benachteiligten Menschen schwindet. Deshalb wollen wir Lösungen entwickeln, damit fairer Wohnraum für Alle möglich wird.

  • Obdachlose Menschen

    5 Möglichkeiten zu helfen

    Der Winter beginnt – eine oft harte Jahreszeit für obdachlose Menschen. Wie helfen? Wir haben obdachlose Menschen und unsere Sozialarbeiter gefragt, wie Sie helfen können.

    © Diakonie/Hermann Bredehorst
  • Checkliste

    Basiskonto für alle

    Seit das Basiskonto für alle eingeführt wurde, haben auch Personen ohne festen Wohnsitz einen Rechtsanspruch auf ein Konto. Alle Infos in der Checkliste.

    © Diakonie/Anieke Becker
  • Wohnunglosenhilfe

    Die Frostschutzengel

    Sozialberatung auf Polnisch, Russisch und Bulgarisch - mit Sprach- und Fachkompetenz trifft das in Deutschland einmalige Projekt "Frostschutzengel plus" einen Nerv in den Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe.

    © Diakonie/Kathrin Harms

Ansprechpartner

© Hermann Bredehorst

Rolf Keicher

Wohnungsnotfall- und Straffälligenhilfe, Hilfe in besonderen Lebenslagen

030 65211-1652

[email protected]

Fachverband

Evangelischer Bundesfachverband Existenzsicherung und Teilhabe (EBET) e.V. Wohnungsnotfall- und Straffälligenhilfe

Berlin

www.ebet-ev.de