Soziale Berufe

10. Oktober 2017
  • Wissen Kompakt
  • Diakonie und Glauben

Was es alles an beruflichen Möglichkeiten im sozialen und pflegerischen Bereich gibt, zeigt diese Übersicht.

In sozialen Berufen geht es um die Pflege, Assistenz und Betreuung, um Beratung, Begleitung und Unterstützung, um Bildung und Erziehung sowie um Partizipation und Teilhabe von Menschen. Soziale Berufe sind zum Beispiel Erzieherin, Kindheitspädagogin, Gesundheits- und Krankenpflegerin, Altenpflegerin, Heilerziehungspflegerin, Ergotherapeutin oder Sozialpädagogin.

Zu den sozialen Berufen gehören jedoch auch weniger bekannte Berufe wie Diätassistentin, Gemeindepädagogin oder Dorfhelferin.

Einen Überblick über alle sozialen Berufe gibt es unter karriere.diakonie.de/alle-berufe/.

Organisation und Finanzierung

Wie gelingt der Zugang zu sozialen Berufen?

Die Voraussetzungen für eine Ausbildung sind je nach Beruf, aber teilweise auch je nach Bundesland unterschiedlich, ebenso die Wege der Ausbildung:

  • Die Helferinnen und Helferausbildung - mit Hauptschulabschluss
    Grundsätzlich: Es ist möglich, mit einem Hauptschulabschluss - oder auch ohne Schulabschluss - einen sozialen Beruf zu lernen. Die Zugangsmöglichkeiten sind dabei sehr unterschiedlich. Die wichtigsten Informationen gibt es unter https://karriere.diakonie.de/hauptschulabschluss/. Hauptschülerinnen und Hauptschüler können beispielsweise zum Teil nach ihrem Abschluss eine Helferinnen- beziehungsweise Helferausbildung absolvieren, beispielsweise zur Altenpflegehelferin. Diese Helferausbildungen dauern in der Regel ein bis zwei Jahre. Oft lässt sich eine klassische Ausbildung anschließen, zum Beispiel zur  Altenpflegerin.
  • Klassische Ausbildung - mit Realschulabschluss
    Für die meisten sozialen Berufe ist ein Realschulabschluss erforderlich. Die Ausbildung dauert in Vollzeit meist zwischen zwei bis drei Jahre. In Teilzeit oder berufsbegleitend können Ausbildungen auch bis zu fünf Jahre gehen. Zu diesen klassischen Ausbildungsberufen zählen beispielsweise Altenpflegerin, Heilerziehungspflegerin oder Physiotherapeutin.
  • Zweitausbildung oder Fort-/Weiterbildung - mit Berufspraxis
    Bestimmte Berufe setzen bereits einschlägige Berufspraxis oder eine Berufsausbildung voraus, zum Beispiel Erzieherin, Dorfhelferin, Diakonin, Gemeindepädagogin oder Heilpädagogin. Der Weg in diese Berufe führt über eine zweite Ausbildung zur Ergänzung der bisherigen Fachkenntnisse. Diese Ausbildung wird an einer Fachschule oder einer Fachakademie absolviert. Mit Fort-/Weiterbildungen spezialisieren sich Fachkräfte für bestimmte Aufgaben oder Tätigkeitsfelder - so kann die Gesundheits- und Krankenpflegerin sich beispielsweise in Richtung psychiatrische Pflege oder Praxisanleitung fortbilden.
  • Studium - mit Abitur, Fachabitur oder Vorbildung
    Auch durch ein Studium kann man in einen sozialen Beruf einsteigen. So gibt es Studiengänge speziell zur Diakonie (zum Beispiel "Soziale Arbeit und Diakonie"), zu sozialer Arbeit (Soziale Arbeit) oder Pflege (wie Pflegewissenschaft). Zugangsvoraussetzung zum Studium ist in der Regel die Fachhochschulreife oder Abitur. Daneben bestehen von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche Regelungen für den Zugang zum Studium auch ohne die formale Fachhochschulreife. Möglich ist zum Beispiel oft eine einschlägig abgeschlossene Berufsausbildung oder auch Berufserfahrung in dem Bereich. Mit einem Bachelor als erstem berufsqualifizierenden Hochschulabschluss lassen sich in manchen Bereichen auch weiterführende Masterstudiengänge besuchen.

Soziale Berufe bieten Karrieremöglichkeiten

Durch die verschiedenen Ausbildungswege, die zu sozialen Berufen führen, lässt sich die Ausbildung nach und nach erweitern. Ein Hauptschulabgänger kann nach einer Helferausbildung zum Beispiel über vergleichbare Zugangsmöglichkeiten verfügen wie eine Absolventin der Realschule. Nach der Ausbildung studieren einige Menschen, oder sie spezialisieren sich durch Fort- und Weiterbildungen. Ein Studium - ergänzt durch Berufserfahrung - eröffnet gute Chancen auf eine Position in der Team-, Stations- oder Einrichtungsleitung, qualifiziert aber auch für die Lehre oder Wissenschaft. Informationen zur Karriere im Management sozialer Einrichtungen finden Sie hier: karriere.diakonie.de/fuehrungskraefte/.

Auch als Quereinsteigende - durch den Wechsel zu einem ganz anderen Beruf - hat man im sozialen Bereich gute Chancen. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder eine klassische 3-jährige Ausbildung oder eine kürzere Helferinnen- oder Helferausbildung. Im Pflegebereich gibt es auch drei- bis sechsmonatige Basiskurse, nach deren Abschluss man als assistierende Kraft arbeiten kann. Ebenso gibt es Qualifikationen wie Alltagsbetreuerin beziehungsweise Alltagsbetreuer, Betreuungsassistentin beziehungsweise Betreuungsassistent oder Rettungssanitäter. Weitere Informationen zum Quereinstieg in soziale Berufe gibt es unter karriere.diakonie.de/quereinstieg/.

Hintergrund und Zahlen

Angebote der Diakonie

 

 

Zur Diakonie gehören insgesamt 472 Aus-, Fort- und Weiterbildungsstätten für soziale und pflegerische Berufe mit über 54.000 Plätzen (Quelle: Einrichtungsstatistik der Diakonie Deutschland 2016). Dazu zählen 113 Fachschulen für Gesundheits- und Krankenpflege, 71 Fachschulen der Jugendhilfe, 7 Fachschulen der Familienhilfe, 120 Fachschulen der Altenhilfe, 51 Fachschulen der Behindertenhilfe sowie 110 sonstige Aus-, Fort- und Weiterbildungsstätten für soziale und pflegerische Berufe.

 

Bewertung der Diakonie Deutschland

Menschen, die sich in sozialen Berufen engagieren, werden dringend gebraucht. Der Bedarf an qualifizierten Mitarbeitenden wird in Zukunft weiter steigen. Die Berufe des Gesundheits- und Sozialwesens bieten vielseitige und sinnerfüllte Tätigkeiten, stellen aber auch hohe Anforderungen und verlangen Professionalität. Angesichts der großen Verantwortung, die die Mitarbeitenden in sozialen Berufen übernehmen, aber auch angesichts des Fachkräftemangels wird es immer wichtiger, die Entwicklungsmöglichkeiten für Mitarbeitende in sozialen Berufen auszubauen. Dazu gehören nach Ansicht der Diakonie attraktive Konzepte der Fort- und Weiterbildung und Anschlüsse an hochschulische Studiengänge. Die vom Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) eingeführte Kompetenzorientierung hilft, die Kompetenzen von (potenziellen) Mitarbeitenden in den Mittelpunkt zu stellen, statt die ehemals erworbenen Qualifikationen. Über eine Lernergebnisorientierung und Kompetenzbilanzierung gelingen Transparenz, Durchlässigkeit und Mobilität sowie die Anerkennung und Anrechnung der erworbenen Kompetenzen. Bedeutsam gerade für den Einstieg ist außerdem die Möglichkeit, Berufserfahrung oder vorherige Ausbildungen anrechnen lassen zu können. Ob sich in Zukunft ausreichend Interessierte für soziale Berufe entscheiden, wird zudem davon abhängen, ob die Tätigkeiten angemessen vergütet werden und die Mitarbeitenden selbst stärker Einfluss auf ihre Arbeitsbedingungen nehmen können.

Informationen

Im Diakonie Karriereportal informiert die Diakonie mit einem umfangreichen, interaktiven Angebot über soziale und pflegerische Berufe. Ausbildungsvideos, Azubi-Blogs, Berufsfindungstests und eine Community aus jungen Menschen, die sich für die "Arbeit mit Menschen" interessieren, gibt es unter:

Das Diakonie Karriereportal wird unterstützt von den diakonischen Fachverbänden BeB, DEKV, DEVAP und EREV  sowie von diakonischen Einrichtungen und Trägern: karriere.diakonie.de/unterstuetzer/.

Text: Diakonie: Sarah Spitzer und Ulrike Pape

Ansprechpartnerin

© Hermann Bredehorst

Maja Schäfer

Onlinestrategie/Karriereportal

030 65211-1866

[email protected]
© Hermann Bredehorst

Dr. Annett Herrmann

Berufliche Bildung und Qualifizierung in sozialen Berufen

030 65211-1152

[email protected]