Transparenzbericht der Diakonie Deutschland für das Jahr 2017

19. November 2018

Die Diakonie Deutschland hat den Anspruch, gemeinsam mit ihren Mitgliedern und Partnern Gesellschaft zu gestalten. Gleichzeitig ist sie auch Empfängerin von staatlichen und kirchlichen Zuwendungen.

Vor diesem Hintergrund ist es ihr besonders wichtig, ihr Wirken der Öffentlichkeit gegenüber transparent zu machen und Rechenschaft über ihre Strukturen, ihre Finanzen und ihre Leistungen abzulegen. Dabei setzt sie die »Transparenzstandards von Caritas und Diakonie« um.

Strukturen

a.        Name, Sitz, Anschrift, Gründungsjahr

Die Diakonie Deutschland ist wie auch Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe eine Marke des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung e.V. (EWDE).

Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.
Caroline-Michaelis-Straße 1
10115 Berlin

1849 wurde der Vorläufer der Diakonie Deutschland, der Centralausschuß für die Innere Mission der deutschen evangelischen Kirche, gegründet. In der heutigen Form besteht das Werk seit 2012, als der Evangelische Entwicklungsdienst e.V. auf das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V. verschmolzen worden ist und in das Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung umbenannt wurde.

b. Satzung und Organisationsziele

Die vollständige Satzung des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung e.V. steht auf der Seite www.diakonie.de/das-evangelische-werk-fuer-diakonie-und-entwicklung zum Download zur Verfügung.

Die allgemeinen Organisationsziele und Aufgaben der Diakonie Deutschland stehen in der Satzung in § 6.

Das Leitbild der Diakonie kann auf der Seite www.diakonie.de/auf-einen-blick heruntergeladen werden. Informationen zur strategischen Schwerpunktsetzung sind unter www.diakonie.de/strategie-der-diakonie bereitgestellt.

c. Rechtsform, Eintragungsbehörde und Ort, Registernummer

Das Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung ist ein eingetragener Verein und im Vereinsregister des Amtsgerichts Charlottenburg unter Registernummer VR 31924 B eingetragen.

d. Jüngster Bescheid des Finanzamts zur Anerkennung als gemeinnützige Körperschaft

Das Finanzamt für Körperschaften I, Berlin bestätigt in der Anlage zum Bescheid für 2015 zur Körperschaftssteuer vom 02.02.2018 (Steuer-Nr. 27/027/37515), dass das Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung e.V. von der Körperschaftssteuer befreit ist, weil es ausschließlich und unmittelbar kirchlichen, mildtätigen und gemeinnützigen Zwecken im Sinne der §§51 ff. AO dient.

a. Organigramm

Die Organisationsstruktur der Diakonie Deutschland ist in der Publikation "Die Zahlen" auf den Seiten 34-35 abgedruckt (Details zu den Abteilungen siehe www.diakonie.de/der-bundesverband). Das Organigramm des gesamten Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung steht zum Download auf der Seite www.diakonie.de/das-evangelische-werk-fuer-diakonie-und-entwicklung bereit.

b. Gesellschaftsrechtliche Verbundenheit mit Dritten und Mitgliedschaftsverhältnisse

Das Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung e.V. beziehungsweise die Diakonie Deutschland haben eine Reihe Beteiligungen an kirchlichen, kirchennahen sowie gemeinnützigen Unternehmen, von denen hier nur einige genannt seien. An den Akademien für Kirche und Diakonie gGmbH (AKD) ist das EWDE mit einer Vielzahl von ande­ren diakonischen und evangelischen Einrichtungen beteiligt. Die AKD bietet Fort- und Weiterbildung, Organi­sations- und Prozessberatung und Training, sowie Platt­formen und Publikationen für Führungskräfte, Mitarbeiten­de, Einrichtungen und Dienste in Diakonie und Kirche unter den Marken »Bundesakademie« (bakd) und »Füh­rungsakademie« (fakd) an. In der Orientierung am diakoni­schen Auftrag fördert sie die Fach-, Handlungs- und personale Kompetenz der Teilnehmenden.

Neben der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist das EWDE Minderheitsgesellschafter am Gemeinschafts­werk der Evangelischen Publizistik (GEP). Das GEP ist mit seinen angeschlossenen Unternehmen das multimediale Kompetenzzentrum für die EKD, ihre Gliedkirchen, Werke, Einrichtungen sowie die evangelischen Freikirchen und alle interessierten Unternehmen und Organisationen. Im Bereich des wirtschaftlich-kirchlichen Sektors ist das EWDE an der Ecclesia Hold GmbH beteiligt, die das Dach der Ecclesia Unternehmensgruppe bildet, in der unabhän­gige Versicherungsmakler zusammengeschlossen sind. In ihren traditionellen Geschäftsfeldern Kirche, Wohlfahrts­pflege und Gesundheitswesen ist die Ecclesia seit Jahren Marktführer.

Zudem ist das EWDE einer von fünf Gesellschaftern der Wirtschaftsgesellschaft der Kirchen in Deutschland mbH, die eine ökumenische Einkaufsplattform ist, um Rahmen­verträge mit Herstellern und Dienstleistern auszuhandeln für Einrichtungen aus Kirche, Diakonie und Caritas.

Das EWDE hält Aktienanteile an der Bank für Sozialwirt­schaft, die in erster Linie Einrichtungen und Unternehmen berät, die in den Bereichen Soziales, Gesundheit und Bildung tätig sind. Auch im Rahmen seiner Beteiligungen versucht die Diakonie Deutschland ihren diakonischen Auftrag gemeinsam mit anderen Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege umzusetzen.

Als Mitglieder gehörten dem Verein im Jahr 2017 die Evangelische Kirche in Deutschland, deren 20 Gliedkirchen, neun Freikirchen sowie die Vereinigung Evangelischer Freikirchen, 17 gliedkirchliche Diakonische Werke, 69 diakonische Fachverbände und das Evangelische Missionswerk in Deutschland an. Detaillierte Informationen zu den Mitgliedern der Diakonie Deutsch­land finden sich in der Rubrik »Unsere Verbandsstruktur« auf der Seite www.diakonie.de/auf-einen-blick.

Das Werk ist unter anderem Mitglied in der Bundesar­beitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) e.V., im Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V., im Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv) und beim Verband Entwicklungspolitik und Humani­täre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V. (VENRO) sowie auf internationaler Ebene bei Eurodiaconia und ACT Alliance.

c. Angaben zu den Organen des EWDE

Die Struktur der Leitungs- und Entscheidungsgremien des EWDE ist entsprechend der Empfehlungen des Diakonischen Corporate Governance Kodex aufgebaut (www.diakonie.de/diakonie-corporate-governance-kodex), dessen Vorgaben sich auch in der Satzung des Werks wiederfinden. Eine graphische Darstellung der Organe und ihres Zusammenspiels ist in der Publika­tion »Die Zahlen« auf Seiten 36-37 abgedruckt. Detaillierte Angaben zu den Mitgliedern der vier Organe Vorstand, Ausschuss Diakonie, Aufsichtsrat und Mitgliederversammlung sind auf der Seite www.diakonie.de/das-evangelische-werk-fuer-diakonie-und-entwicklung hinterlegt.

Im Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung e.V. waren zum Stichtag 31.12.2017 insgesamt 799 Mitarbei­tende beschäftigt. Auf die Diakonie Deutschland entfielen davon 189 Mitarbeitende, davon waren mit 142 Mitarbeiterinnen etwa drei Viertel Frauen. Ein gutes Drittel aller Mitarbeitenden der Diakonie (36 %) war in Teilzeit beschäftigt, ein Fünftel aller Mitarbeitenden hatte einen befristeten Arbeitsvertrag und eine Person war geringfügig beschäftigt. Darüber hinaus war eine Person ehrenamtlich im Servicebereich tätig. Es wurden keine Freiwilligen im Freiwilligen Sozialen Jahr oder im Bundesfreiwilligen­dienst beschäftigt. Honorarkräfte werden nach Bedarf für Vorträge, Fortbildungen, Moderation und Beratung eingesetzt sowie in den Bereichen IT und Öffentlichkeits­arbeit.

Finanzen

a. Bilanz

Eine komprimierte Darstellung der Bilanz des EWDE ist in der Publikation "Die Zahlen" auf Seite 28 abgedruckt.

b. Gewinn- und Verlustrechnung der Diakonie Deutschland

Die Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017 findet sich auf S. 32 der Publikation "Die Zahlen".

c. Erläuterungen zur wirtschaftlichen Lage

Die Finanzierung des Werkes Diakonie Deutschland wird überwiegend durch Bundesmittel, kirchliche Mittel, Kollekten und Mittel aus den Soziallotterien sichergestellt. Die Erläuterungen zur wirtschaftlichen Lage der Diakonie Deutschland sind in der Publikation "Die Zahlen" im Lagebericht auf den Seiten 22 und 26-27 zu finden (Finanzen: Kap. 4.3.1, Chancen- und Risikobericht: Kap. V, Gesamtaussa­ge Kap. VI).

 

 

a. Spenden

Im Jahr 2017 hat die Diakonie Deutschland Spenden, Nachlässe und Bußgelder in Höhe von insgesamt 19.000 Euro erhalten.

b. Bedeutende Finanzgeber

Juristische Personen, deren Zahlungen im Jahr 2017 mehr als 10 Prozent des Gesamtjahresbudgets ausmach­ten, waren: die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) sowie das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Es gab keine Zahlungen von natürlichen Personen, die mehr als 10 Prozent des Gesamtjahresbudgets ausgemacht hätten.

Der Jahresabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang – unter Einbeziehung der Buchführung sowie der Lagebericht des Evangeli­schen Werkes für Diakonie und Entwicklung e.V., Berlin,- wurden von der Curacon GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Zweigniederlassung Berlin) für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017 geprüft. Die Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Curacon hat mit Datum vom 22. Juni 2018 einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.

Leistungen

Die Diakonie versteht sich als Anwältin der Menschen in Not. Sie setzt sich für gleichwertige Lebensbedingungen aller Menschen ein und ist sozialpolitische Impulsgeberin. Die Diakonie Deutschland vertritt als Dachverband und als großer Wohlfahrtsverband die Interessen der Menschen, für die ihre Dienste und Einrichtungen tätig sind, gegenüber Parlament und Regierung sowie in der Öffentlichkeit. Zudem setzt sich die Diakonie Deutschland bei in- und ausländischen Organisationen und der Euro­päischen Union für sie ein. Gemeinsam mit den anderen Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege arbeitet die Diakonie Deutschland dafür, dass die Sozialstaatlichkeit des Grundgesetzes gewahrt bleibt und der Staat seiner Pflicht zur Daseinsvorsorge nachkommt.

Das Werk Diakonie Deutschland hat den Auftrag, seine Mitglieder (die gliedkirchlichen und freikirchlichen Diakonischen Werke und Fachverbände) sowie seine mittelbaren Mitglieder ( die Dienste und Einrichtungen) zu fördern: Das Werk dient ihrer Zusammenarbeit und unterstützt die gemeinsame Planung von Aufgaben. Es gibt Empfehlungen zur notwendigen Koordinierung der Arbeit seiner Mitglieder und berät sie in übergeordneten Fachfragen.

Siehe hierzu den Jahresbericht 2017 sowie in der Publikation "Die Zahlen" die Abschnitte II.3.2, II.4.3.2, II.4.3.3 und II.4.3.4 im Lagebericht auf den Seiten 19-25.

Auf der Grundlage der »Agenda für Qualitätsentwicklung« des EWDE vom Juli 2013 führt die Diakonie Deutschland seit 2016 das Zertifikat DIN EN ISO 9001:2015 sowie das Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Verbands­management (DGVM). Sie steuert ihre Prozesse nach dem Freiburger Management-Modell für Non-Profit-Orga­nisationen, das den Fokus auf eine wirkungsorientierte Strategie- und Zieleplanung legt.