Transparenzbericht der Diakonie Deutschland für das Jahr 2019

2. Dezember 2020

Die Diakonie Deutschland hat den Anspruch, gemeinsam mit ihren Mitgliedern und Partnern Gesellschaft zu gestalten. Gleichzeitig ist sie auch Empfängerin von staatlichen und kirchlichen Zuwendungen.

Vor diesem Hintergrund ist es ihr besonders wichtig, ihr Wirken der Öffentlichkeit gegenüber transparent zu machen und Rechenschaft über ihre Strukturen, ihre Finanzen und ihre Leistungen abzulegen. Dabei setzt sie die "Transparenzstandards von Caritas und Diakonie" um. Darüber hinaus hat sie sich der Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ) angeschlossen.

Strukturen

a.        Name, Sitz, Anschrift, Gründungsjahr (= ITZ-Nr. 1)

Das Werk Diakonie Deutschland ist wie auch das Werk Brot für die Welt und die Marke Diakonie Katastrophenhilfe eine Marke des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung e.V. (EWDE).

Im Jahr 1849 wurde der Vorläufer der Diakonie Deutschland, der „Centralausschuß für die Innere Mission der deutschen evangelischen Kirche“, gegründet. In der heutigen Form besteht das Werk seit dem Jahr 2012, als der Evangelische Entwicklungsdienst e.V. auf das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V. verschmolzen worden ist und die neue Organisation in Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V. umbenannt wurde.

b. Satzung und Organisationsziele (= ITZ-Nr. 2)

Die allgemeinen Organisationsziele und Aufgaben der Diakonie Deutschland stehen in der Satzung des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung e.V. in § 6.

Das Leitbild der Diakonie kann auf der Seite Diakonie – Auf einen Blick heruntergeladen werden. Informationen zur strategischen Schwerpunktsetzung sind unter Strategie der Diakonie bereitgestellt.

c. Rechtsform, Eintragungsbehörde und Ort, Registernummer (= ITZ-Nr. 3)

Das Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung ist ein eingetragener Verein und im Vereinsregister des Amtsgerichts Charlottenburg unter Registernummer VR 31924 B eingetragen.

d. Jüngster Bescheid des Finanzamts zur Anerkennung als gemeinnützige Körperschaft

Das Finanzamt für Körperschaften I, Berlin bestätigt in der Anlage zum Bescheid für 2018 zur Körperschaftsteuer vom 26.06.2020 (Steuer-Nr. 27/027/37515), dass das Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung e.V. teilweise von der Körperschaftsteuer befreit ist, weil es ausschließlich und unmittelbar kirchlichen, mildtätigen und gemeinnützigen Zwecken im Sinne der §§51 ff. AO dient.

a. Organigramm

Die Organisationsstruktur der Diakonie Deutschland ist im Jahresbericht 2019/2020 auf den Seiten 66-67 abgedruckt (Details zu den Abteilungen siehe www.diakonie.de/der-bundesverband). Das Organigramm des gesamten Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung steht zum Download auf der Seite www.diakonie.de/das-evangelische-werk-fuer-diakonie-und-entwicklung bereit.

b. Gesellschaftsrechtliche Verbundenheit mit Dritten und Mitgliedschaftsverhältnisse (= ITZ-Nr. 9)

Das Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung e.V. (EWDE) mit seinen drei Werken Diakonie Deutschland, Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe hat eine Reihe Beteiligungen an kirchlichen, kirchennahen sowie gemeinnützigen Unternehmen. Auch im Rahmen ihrer Beteiligungen strebt die Diakonie Deutschland an, ihren diakonischen Auftrag gemeinsam mit anderen Partnern aus Kirche oder der Freien Wohlfahrtspflege umzusetzen. Das Gleiche gilt für Brot für die Welt mit Blick auf die entwicklungspolitischen Beteiligungen des Werks. Die Beteiligungen des EWDE sowie seine juristischen personellen Verbundenheiten sind hier zum Herunterladen aufgeführt.

Als Mitglieder gehörten dem Verein im Jahr 2019 die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), deren 20 Gliedkirchen, neun Freikirchen sowie die Vereinigung Evangelischer Freikirchen an, dazu 17 gliedkirchliche Diakonische Werke, 67 diakonische Fachverbände und das Evangelische Missionswerk in Deutschland an. Detaillierte Informationen zu den Mitgliedern der Diakonie Deutsch­land finden sich in der Rubrik »Unsere Verbandsstruktur« auf der Seite www.diakonie.de/auf-einen-blick.

Das Werk ist unter anderem Mitglied in der Bundesar­beitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) e.V., im Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V., im Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv) und beim Verband Entwicklungspolitik und Humani­täre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V. (VENRO) sowie auf internationaler Ebene bei Eurodiaconia und ACT Alliance (Action by Churches Together).

c. Angaben zu den Organen des EWDE (= ITZ-Nr. 4)

Die Struktur der Leitungs- und Entscheidungsgremien des EWDE ist entsprechend der Empfehlungen des Diakonischen Corporate Governance Kodex aufgebaut (www.diakonie.de/diakonie-corporate-governance-kodex), dessen Vorgaben sich auch in der Satzung des Werks wiederfinden. Eine graphische Darstellung der Organe und ihres Zusammenspiels ist im Jahresbericht 2019/2020 der Diakonie Deutschland auf den Seiten 68-69 abgedruckt. Detaillierte Angaben zu den Mitgliedern der vier Organe Vorstand, Ausschuss Diakonie, Aufsichtsrat und Mitgliederversammlung sind auf der Seite www.diakonie.de/das-evangelische-werk-fuer-diakonie-und-entwicklung hinterlegt.

Im Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung e.V. waren zum Stichtag 31.12.2019 „nach Köpfen“ mit Aushilfen und Mitarbeitenden in der Freizeitphase der Altersteilzeit insgesamt 856 Mitarbei­tende beschäftigt, davon 73 Prozent Frauen. Auf die Diakonie Deutschland entfielen davon 209 Mitarbeitende, davon waren mit 153 Mitarbeiterinnen ebenfalls knapp drei Viertel Frauen. Ein gutes Drittel aller Mitarbeitenden der Diakonie Deutschland (36 Prozent) war in Teilzeit beschäftigt, darunter zwei geringfügig Beschäftigte. 23 Prozent aller Mitarbeitenden hatten einen befristeten Arbeitsvertrag. Es wurden keine Freiwilligen im Freiwilligen Sozialen Jahr oder im Bundesfreiwilligen­dienst beschäftigt. Honorarkräfte wurden nach Bedarf für Vorträge, Fortbildungen, Moderation und Beratung eingesetzt sowie in den Bereichen IT und Öffentlichkeits­arbeit.

Finanzen

a. Bilanz

Die Bilanz des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung e.V. zum 31.12.2019 ist im Jahresbericht 2019/2020 auf den Seiten 60-61 abgedruckt.

b. Gewinn- und Verlustrechnung der Diakonie Deutschland

Die Gewinn- und Verlustrechnung der Diakonie Deutschland für die Zeit vom 1.1.-31.12.2019 ist im Jahresbericht 2019/2020 auf Seite 64 abgedruckt.

c. Erläuterungen zur wirtschaftlichen Lage

Die Finanzierung des Werkes Diakonie Deutschland wird überwiegend durch Bundesmittel, kirchliche Mittel, Kollekten und Mittel aus den Soziallotterien sichergestellt. Die Erläuterungen zur wirtschaftlichen Lage der Diakonie Deutschland sind im Jahresbericht 2019/2020 auf den Seiten 54-59 zu finden (Finanzen: Abschnitt II.4.3.1, Vermögenslage: Abschnitt III, Chancen- und Risikobericht: Abschnitt VI-VII, Gesamtaussage: Abschnitt VIII).

a. Spenden (= ITZ-Nr. 7/8)

Im Jahr 2019 hat die Diakonie Deutschland Spenden, Nachlässe und Bußgelder in Höhe von insgesamt 63.197,64 Euro erhalten. Diese Spenden sind entsprechend ihrer Zweckbindung in der Diakonie zum Einsatz gekommen.

b. Bedeutende Finanzgeber (= ITZ-Nr. 10)

Juristische Personen, deren Zahlungen im Jahr 2019 mehr als 10 Prozent des Gesamtjahresbudgets ausmach­ten, waren: die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) sowie das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Es gab keine Zahlungen von natürlichen Personen, die mehr als 10 Prozent des Gesamtjahresbudgets ausgemacht hätten.

Die Mazars GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat den Jahresabschluss des Evangelisches Werkes für Diakonie und Entwicklung e.V. – bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 – geprüft. Darüber hinaus hat Mazars den Lagebericht des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung e.V. für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Mazars hat mit Datum vom 29. Juni 2020 einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.

Leistungen

Die Diakonie versteht sich als Anwältin der Menschen in Not. Sie setzt sich für gleichwertige Lebensbedingungen aller Menschen ein und ist sozialpolitische Impulsgeberin. Die Diakonie Deutschland vertritt als Dachverband und als großer Wohlfahrtsverband die Interessen der Menschen, für die ihre Dienste und Einrichtungen tätig sind, gegenüber Parlament und Regierung sowie in der Öffentlichkeit. Zudem setzt sich die Diakonie Deutschland bei in- und ausländischen Organisationen und der Euro­päischen Union für sie ein. Gemeinsam mit den anderen Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege arbeitet die Diakonie Deutschland dafür, dass die Sozialstaatlichkeit des Grundgesetzes gewahrt bleibt und der Staat seiner Pflicht zur Daseinsvorsorge nachkommt.

Das Werk Diakonie Deutschland hat den Auftrag, seine Mitglieder (die gliedkirchlichen und freikirchlichen Diakonischen Werke und Fachverbände) sowie seine mittelbaren Mitglieder ( die Dienste und Einrichtungen) zu fördern: Das Werk dient ihrer Zusammenarbeit und unterstützt die gemeinsame Planung von Aufgaben. Es gibt Empfehlungen zur notwendigen Koordinierung der Arbeit seiner Mitglieder und berät sie in übergeordneten Fachfragen.

Siehe hierzu die Informationen im Jahresbericht 2019/2020 der Diakonie Deutschland (besonders auch die Abschnitte II.3.2, II.4.3.2, II.4.3.3 und II.4.3.4 aus dem Lagebericht auf den Seiten 52-56).

Die Diakonie Deutschland steuert ihre Prozesse nach dem Freiburger Management-Modell für Non-Profit-Orga­nisationen, das den Fokus auf eine wirkungsorientierte Strategie- und Zieleplanung legt. Seit 2016 führte sie das Zertifikat DIN EN ISO 9001:2015 sowie das Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Verbands­management (DGVM). 2019 wurde das gemeinsame Qualitätsmanagementsystem für alle Marken im EWDE nach dem Modell der European Foundation of Quality Management (EFQM) eingeführt. Die Strukturen für ein kontinuierliches Verbesserungsmanagement wurden ausgebaut und weiter entwickelt. Die externe Begutachtung „Committed to Excellence“ (C2E**) wird 2020 stattfinden. In diesem Zuge wird auch das Assessment „Committed to Sustainability“ (C2S) im Bereich Nachhaltigkeit durchgeführt.

Das in der Diakonie Deutschland angesiedelte Diakonische Institut für Qualitätsentwicklung erarbeitet für die Mitgliedsorganisationen Qualitätsgrundsätze für ein diakonisches Profil.  Mittlerweile liegen 12 Bundesrahmenhandbücher für die Qualitätsentwicklung in den verschiedenen diakonischen Arbeitsfeldern vor. Die Handbücher bieten die Grundlage für die Zertifizierung nach Diakonie-Siegel sowie der DIN EN ISO 9001.

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Die ITZ liefert einen Rahmen für grundlegende Transparenz in gemeinnützigen Organisationen. Die Diakone Deutschland ist Teil der Initiative.