Vorsorge und Rehabilitation für Mütter, Väter und pflegende Angehörige sind systemrelevant und erfordern gute Rahmenbedingungen

4. September 2020
  • Stellungnahme
  • Gesundheit und Pflege
  • Familie und Kinder

Seit Beginn der Corona-Pandemie befinden sich Familien in Deutschland in einem Ausnahmezustand. Mütter, Väter und pflegende Angehörige sind weiterhin erheblichen Belastungen ausgesetzt. Der Bedarf an Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen ist durch die Pandemie enorm gestiegen. Mit dem vorliegenden Papier zeigen der Evangelische Fachverband für Frauengesundheit e.V. (EVA) und die Diakonie Deutschland die bestehenden Problemlagen und Herausforderungen sowie Lösungsansätze auf.

Die Versorgung der Familie, die auch heute überwiegend von den Frauen geleistet wird, Homeoffice und Homeschooling haben dabei insbesondere für Mütter zu einer extremen Belastungssituation geführt, weshalb sie unter anderem neben Pflegekräften und Verkäuferinnen als „Alltagsheldinnen“ öffentlich gefeiert wurden. Dabei wurde und wird übersehen, dass Mütter, aber zunehmend auch Väter und pflegende Angehörige bereits vor der Pandemie erheblichen Belastungen ausgesetzt waren. So galten bis zum Ausbruch der Pandemie laut Müttergenesungswerk bereits weit mehr als zwei Millionen Mütter und Väter nachweislich als kurbedürftig. Der Bedarf an Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen führt mittlerweile zu Wartezeiten bis zu einem Jahr.

Der bundesweite Lockdown und die damit verbundene Schließung der Kurkliniken hat bei diesen zu erheblichen wirtschaftlichen Problemen geführt. Damit Mütter, Väter und pflegende Angehörige weiterhin die für sie mehr denn je notwendige Unterstützung erhalten können, ist eine Weiterentwicklung und Sicherung dieses Leistungsbereiches über befristete Hilfsmaßnahmen hinaus dringend erforderlich.

Politik und Leistungsträger auf Bundes- und Länderebene sind im Interesse der Mütter, Väter, Kinder und pflegenden Angehörigen aufgefordert, sich mit der Thematik auseinander zu setzen und gemeinsam mit den Leistungserbringern zeitnah wirksame und nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Der Evangelische Fachverband für Frauengesundheit e.V. (EVA) und die Diakonie Deutschland zeigen im vorliegenden Positionspapier entsprechende Lösungsansätze auf.