Referentenentwurf zur Gesetzesreform der Pflegeberufe

10. Dezember 2015
  • Stellungnahme
  • Gesundheit und Pflege
  • Generalistische Pflegeausbildung

Der Deutsche Caritasverband und die Diakonie Deutschland nehmen gemeinsam mit ihren Fachverbänden Stellung zum Referentenentwurf für ein Gesetz zur Reform der Pflegeberufe.

Caritas und Diakonie und ihre Fachverbände begrüßen, dass mit dem vorliegenden Referentenentwurf zu einem Pflegeberufsgesetz der Weg hin zu einer generalistischen Pflegeausbildung gebahnt ist. Er sieht eine gemeinsame Pflegeberufsausbildung für die bisherigen getrennten Ausbildungen in der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege vor. Die Forderung nach Einführung einer generalistischen Pflegeausbildung wird seit Jahren vom Deutschen Caritasverband und der Diakonie Deutschland sowie ihren Fachverbänden VKAD (Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland), KKVD (Katholischer Krankenhausverband Deutschland), DEVAP (Deutscher Evangelischer Verband für Altenarbeit und Pflege) und DEKV (Deutscher Evangelischer Krankenhausverband) erhoben.

Das mit dem Referentenentwurf verfolgte Ziel, ein modernes, gestuftes und durchlässiges Pflegebildungssystem im Sinne des lebenslangen Lernens zu schaffen, erachten wir gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels als positiv und hochrelevant. Die Attraktivität des Pflegeberufs wird gestärkt und wirkt so dem Fachkräftemangel entgegen. Das Pflegeberufsgesetz sichert zudem die Anerkennung des Berufsabschlusses in allen EU-Mitgliedstaaten.

Zu dem grundsätzlich positiven Votum bleibt anzumerken, dass für eine abschließende Beurteilung die Ausführungen zu den ergänzenden Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen erforderlich. Auf diese wird zwar an verschiedenen Stellen verwiesen; die zu erwartenden Regelungen sind aber nicht konkret zu erkennen. Die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung und die Eckpunkte eines Rahmenlehrplans und eines Rahmenausbildungsplans sollten spätestens zum parlamentarischen Verfahren im Frühjahr 2016 vorgelegt werden.