Gesetzentwurf zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung

22. September 2016
  • Stellungnahme
  • Gesundheit und Pflege
  • Hospiz- und Palliativversorgung

Der Deutsche Caritasverband und die Diakonie Deutschland begrüßen die vorgesehene Weiterentwicklung der Palliativversorgung in Pflegeheimen und Krankenhäusern ausdrücklich. Zugleich sehen sie aber noch Nachbesserungsbedarf im stationären Bereich.

Der Deutsche Caritasverband (DCV) und die Diakonie Deutschland teilen ausdrücklich die Zielsetzung des Gesetzgebers, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Menschen auch die letzte Phase ihres Lebens selbstbestimmt und nach ihren persönlichen Wünschen gestalten können. Sie sollen sicher sein, am Ende ihres Lebens gut versorgt und begleitet zu werden.

In Deutschland sterben jährlich cira 800.000 Menschen, davon circa 80 Prozent in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Ein Sterben in Würde für alle Menschen wird daher nur dann zu verwirklichen sein, wenn eine bedarfsgerechte Palliativversorgung zuverlässig in die Regelversorgung der Krankenhäuser und der Pflegeheime integriert wird.

Aus Sicht des DCV und der Diakonie sind die vorgesehenen Regelungen zugunsten sterbender Menschen jedoch nicht ausreichend. Für notwendig erachten beide Verbände insbesondere eine Verbesserung der Refinanzierung einer qualifizierten Palliativversorgung und hospizlichen Begleitung in den stationären Pflegeeinrichtungen. Ziel muss eine Personalausstattung sein, die es den Einrichtungen ermöglicht, den Erfordernissen einer bedarfsgerechten Palliativversorgung und hospizlichen Begleitung zu entsprechen. Vollstationäre Pflegeeinrichtungen dürfen nicht Sterbeorte zweiter Klasse gegenüber den stationären Hospizen werden.

Aber auch im ambulanten Bereich müssen noch Hemmnisse beseitigt werden. So  müssen die Verwaltungs- und Sachkosten zusätzlich zu den Personalkosten für die Koordinationskraft bezuschusst werden und die Häusliche Krankenpflege muss durch Anerkennung tarifvertraglich vereinbarter Vergütungen auf eine solide finanzielle Grundlage gestellt werden.

Sterben und die Begleitung sterbender Menschen müssen als Teil des Lebens verstanden und gestaltet werden, damit alle Menschen in Würde sterben können.