Gesetzentwurf zur besseren Vereinbarung von Familie, Pflege und Beruf

19. September 2014
  • Stellungnahme
  • Gesundheit und Pflege
  • Pflegeversicherung

Die Diakonie Deutschland sieht den Gesetzentwurf als Schritt in die richtige Richtung an. Allerdings ist eine Weiterentwicklung allein nicht ausreichend, um die Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und familialer Pflege nachhaltig zu verbessern.

Schon heute zählt die Sorgeverantwortung für einen nahen älteren Angehörigen zu den erwartbaren Lebensereignissen. In der Gruppe der Erwerbstätigen betrifft dies insbesondere Menschen zwischen 45 und 60 Jahren, die zum Teil auch noch Kinder zu versorgen haben. Dies wird im Rahmen des demografischen Wandels an Bedeutung gewinnen.

Aber auch Familienmitglieder oder Beschäftigte, die einen minderjährigen pflegebedürftigen Angehörigen betreuen, nehmen eine gesellschaftlich unverzichtbare Funktion wahr, sie können diese aber nur erfüllen, wenn sie auf gut entwickelte Unterstützungssysteme zurückgreifen können und ihre Leistungen gesellschaftlich anerkannt und gefördert werden.

Auch wenn die familiale Pflege eine Vielzahl an Belastungen mit sich bringt, ist für viele pflegende Angehörige die Aufrechterhaltung der Erwerbstätigkeit wichtig. Sie bildet einen wichtigen Ausgleich zur häuslichen Pflege durch berufliche Anerkennung und Ermöglichung von sozialer Teilhabe. Des Weiteren bietet die Familienpflegezeit Möglichkeiten zur Entwicklung von eigenen beruflichen Perspektiven und leistet einen Beitrag zur Kontinuität der Erwerbsbiographien.

Zu einzelnen Aspekten der im Referentenentwurf vorgeschlagenen Familenpflegezeit nimmt die Diakonie Deutschland Stellung.