Arbeitsmarktpolitik mit Perspektiven für Langzeitarbeitslose

16. Oktober 2014
  • Stellungnahme
  • Armut und Arbeit
  • Langzeitarbeitslosigkeit

In Deutschland gelten offiziell eine Million Personen als langzeitarbeitslos. Im Jahres 2013 waren im Schnitt 550.000 Personen bereits zwei Jahre und länger erwerbslos und wurden in diesem Zeitraum kein einziges Mal gefördert.

Auch bei guter Wirtschaftslage finden Langzeitarbeitslose nur schwer eine Arbeit. Neue Beschäftigungsverhältnisse sind oft instabil und führen dazu, dass viele bereits in den ersten Monaten wieder arbeitslos werden.

Die aktuelle sozialethische und gesellschaftspolitische Herausforderung besteht darin, sowohl möglichst vielen Menschen Erwerbsarbeit zu ermöglichen, die den Ansprüchen "guter Arbeit" entspricht, als auch darin, allen soziale Sicherheit zu garantieren, ohne die Absolvierung einer so genannten Normalbiografie vorauszusetzen oder die Teilnahme an Erwerbsarbeit zur ausschließlichen Bedingung für soziale Sicherheit zu machen. Arbeitsmarktpolitik hat eine sozialpolitische Dimension, ihr Erfolg ist entsprechend an beruflicher und sozialer Teilhabe zu messen.

Menschen, die von der Teilhabe an Erwerbsarbeit ausgeschlossen sind oder unter prekären Bedingungen arbeiten, sehen sich häufig abgewertet, in der Lebensplanung verunsichert und in der Verwirklichung gesellschaftlicher Teilhabe beschränkt. Die Diakonie wirbt für eine differenzierte arbeitsmarktpolitische Diskussion und will die Aufmerksamkeit auf gerechte Teilhabe an Arbeit für diejenigen lenken, denen sich der allgemeine Arbeitsmarkt verschließt.

Im Zentrum des Positionspapiers steht der diakonische Vorschlag für öffentlich geförderte sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Der Vorschlag wählt eine einfache, unbürokratische Bestimmung der Zielgruppe und der Förderhöhe. Der Vorschlag basiert auf Freiwilligkeit und fordert einen Passiv-Aktiv-Transfer als Finanzierungskonzept.