Welthospiztag: Obdachlose sterben oft einsam und medizinisch unversorgt

11. Oktober 2018
  • Pressemitteilung
  • Wohnungslosigkeit
  • Hospiz- und Palliativversorgung

Die Reform des Hospiz- und Palliativgesetzes von 2015 hat für Obdachlose keine Fortschritte gebracht. "Obdachlose Menschen sterben meist allein und unversorgt" sagt Matia Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland anlässlich des Welthospiztages am 13. Oktober.

In Würde sterben, schmerzfrei und nicht allein -  das wünschen sich wohl alle Menschen. Krankheit und Sterben allein durchleben zu müssen, gehört  aber zu den leidvollen Erfahrungen vieler obdachloser Menschen.

"Hier klafft eine große Lücke zwischen der Hoffnung auf ein Lebensende in vertrauter Umgebung, umsorgt von Angehörigen und Freunden und der Realität des Lebens ohne Dach über dem Kopf. Obdachlose Menschen sterben meist allein und unversorgt - auf der Straße, in einer Parkanlage oder unter einer Brücke - und ohne schmerzlindernde Medikamente", sagt Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland anlässlich des Welthospiztages am 13. Oktober.

 Die Reform des Hospiz- und Palliativgesetzes von 2015 hat für Obdachlose keine Fortschritte gebracht. "Die medizinische Versorgung von kranken und sterbenden Wohnungslosen ist nach wie vor prekär", betont Loheide. Für sie seien Krankheit, Nässe und sozialer Isolation ein Dauerzustand. Sie sterben an Krankheiten, die nicht zum Tode führen müssten, und ihre Lebenserwartung ist deutlich geringer als die des medizinisch gut versorgten 'Normalbürgers'", erklärt Loheide.

Das bestehende Gesundheitssystem sei auf die Bedürfnisse kranker und sterbender Menschen ohne Wohnung nicht oder nur unzureichend eingerichtet. "Wir brauchen Orte, an denen tage- oder wochenweise, aber auch dauerhaft Pflegeplätze speziell für wohnungslose Menschen angeboten werden und an denen sie würdevoll ihr Lebensende verbringen können", sagt Loheide. Nur durch eine gut vernetzte Versorgung von ärztlichen und nicht ärztlichen Leistungsanbietern, könnten auch ihre Schmerzen gelindert und die Wertschätzung des Einzelnen bis in den Tod und über den Tod hinaus gewährleistet werden.

Mehr zur Hospizarbeit und Palliativen Versorgung finden Sie unter https://www.diakonie.de/hospizarbeit-und-palliativversorgung/ sowie unter https://hilfe.diakonie.de/schwerstkranke-sterbende-menschen/

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