Ehemaliger Diakonie-Präsident Theodor Schober wäre am 10. August 100 Jahre alt geworden

9. August 2018
  • Pressemitteilung
  • Diakonie und Glauben

Professor Dr. Dr. h.c. Theodor Schober, der von 1963 bis 1984 das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland leitete, wäre am Freitag, 10. August, 100 Jahre alt geworden. Er verstarb am 26. Juli 2010. In seiner 21jährigen Amtszeit erwarb sich Schober hohes Ansehen sowohl in den evangelischen Landes- und Freikirchen als auch in Politik und Öffentlichkeit. Den Auftrag der Kirche bezeichnete er als "Dienst für andere".

Schober prägte die entscheidende Phase des Ausbaus des Diakonischen Werkes im expandierenden westdeutschen Wohlfahrtsstaat und organisierte die endgültige Fusion von Innerer Mission und Hilfswerk. Bis zum Ende seiner Amtszeit wuchs die Diakonie mit damals 270.000 Beschäftigten zu einem der größten sozialen Dienstleister Deutschlands. Heute sind rund 525.000 hauptamtliche Mitarbeitende und 700.000 Ehrenamtliche in etwa 31.500 diakonischen Einrichtungen, Diensten und Beratungsstellen tätig. Schober wurde wegen seiner Integrationskraft hoch geachtet. Er wirkte in der Ökumene als "Brückenbauer" vor allem zur Caritas und zu den Kirchen in Ostdeutschland. Er bemühte sich nachdrücklich um die Integration der seit Anfang der sechziger Jahre nach Deutschland gekommenen ausländischen Arbeitnehmer.

Der 1918 in Zirndorf (Bayern) geborene Pfarrerssohn erlebte schon vor seinem Theologiestudium, das er in Tübingen und Erlangen absolvierte, Kriegsdienst und Gefangenschaft. Nach Vikariat und Pfarramt in Erlangen war von 1955 bis 1963 Rektor des Diakonissenmutterhauses im mittelfränkischen Neuendettelsau.1969 verlieh ihm die Universität Seoul (Südkorea) die theologische Ehrendoktorwürde, 1980 die baden-württembergische Landesregierung den Professorentitel. 1983 erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Von 1984 bis 1991 war er Beauftragter des Rates der EKD für die Seelsorge an den deutschen Kriegsverurteilten in ausländischen Gewahrsam, 1979 bis 1988 Präsident des Internationalen Verbandes für Innere Mission und Diakonie. Auch im Ruhestand hat sich Theodor Schober für die Diakonie engagiert: Er war er viele Jahre Vorsitzender des Verbandes der Deutschen Evangelischen Bahnhofsmission.

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