Diakonie zum Bericht der Antidiskriminierungsstelle

2. April 2019
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Benachteiligung und Diskriminierung sind auch im Jubiläumsjahr des Grundgesetzes Alltag in Deutschland. Das zeigt der Jahresbericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. 16 Prozent aller in Deutschland lebende Menschen haben im vergangenen Jahr Diskriminierung erlebt.

Besonders von Diskriminierung betroffen sind Menschen, wenn sie einen erkennbaren Migrationshintergrund haben (31 Prozent der Anfragen). Am zweithäufigsten sind Diskriminierungserfahrungen aufgrund des Geschlechts (29 Prozent der Anfragen). Dazu gehört auch die Erfahrung sexueller Belästigung. Benachteiligungen und Diskriminierung erfolgen am Arbeitsmarkt und am Arbeitsplatz, bei der Wohnungssuche, in der Bildung und in ganz alltäglichen Situationen.

"Alltägliche Diskriminierungen dürfen wir nicht hinnehmen, denn sie gefährden den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und beeinträchtigt die Lebenssituation und Lebenszufriedenheit der Menschen nachhaltig", so Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland. "Gesellschaftliche Ausschlüsse sind ein Sprengstoff des Zusammenlebens und betreffen insbesondere die Schwächsten unserer Gesellschaft."

Die Diakonie Deutschland setzt sich für Vielfalt und Begegnung in unserer Gesellschaft ein und tritt Ausgrenzung entschieden entgegen. "Wir sollten die Vielfalt viel mehr als Motor und Potenzial einer lebendigen Gesellschaft verstehen, in der gemeinsam um ein gutes Zusammenleben gerungen und die Einzigartigkeit jedes Menschen respektiert und wertgeschätzt wird", erklärt Loheide.

Die Diakonie unterstützt die Antidiskriminierungsstelle in ihrem Anliegen, dass die Antidiskriminierungsdaten systematischer und über längere Zeiträume vergleichbar erhoben werden sollten. Wissenschaftliche Daten über Diskriminierungserfahrungen leisten einen wichtigen Beitrag bei der Bekämpfung von Benachteiligungen. Sie können Missstände aufzeigen und politischen Handlungsbedarf deutlich machen. "Nur wenn es gelingt, Benachteiligungen regelmäßig sichtbar zu machen und ernst zu nehmen, können aktiv Veränderungen angestoßen, Maßnahmen umgesetzt und auf gesellschaftliche Veränderungen hingewirkt werden", fasst Loheide zusammen.

Für Rückfragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

© Hermann Bredehorst

Ute Burbach-Tasso

Pressesprecherin

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