10 Jahre UN-BRK - Diakonie sieht keinen Anlass für eine große Feier

26. März 2019
  • Pressemitteilung
  • Inklusion und Behindertenhilfe
  • Bundesteilhabegesetz

Vor zehn Jahren trat die UN-Behindertenrechtskonvention in Kraft. Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland, sieht darin noch keinen Anlass, groß zu feiern: 

"Mit dem Bundesteilhabegesetz hat die Bundesregierung ein Gesetz auf den Weg gebracht, das zur Umsetzung der UN-BRK beitragen soll. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber eine inklusive Gesellschaft haben wir damit in Deutschland noch lange nicht", erklärt Loheide.

Nach wie vor fehlen beherzte und konsequente Maßnahmen um Teilhabe an Arbeit und Bildung für alle Menschen sicher zu stellen. Auch bei der Mobilität und bei den Möglichkeiten des barrierefreien, selbstständigen Wohnens bestünden noch erhebliche Defizite. Außerdem müsse darauf geachtet werden, dass nicht durch komplizierte Gesetze und Regelungen zusätzlichen Barrieren geschaffen werden. Menschen mit Behinderung müssten sich über ihre Ansprüche und Rechte einfach informieren können.

"Es ist wichtig, dass die Beratungsstellen für Menschen mit Behinderung, die mit dem Bundesteilhabegesetzt geschaffen wurden, gut erreichbar sind und dauerhaft abgesichert werden. Das Bundesteilhabegesetz muss sich daran messen lassen, dass das selbstbestimmte Leben und die gleichberechtigte Teilhabe für Menschen mit Behinderung verbessert wird", betont Loheide. Ein großer Nachholbedarf bestünde in Schule und Ausbildung. Es sei nach wie vor nicht selbstverständlich, dass Menschen mit Behinderung eine Ausbildung machten und auch mit einer Hör-, Seh- oder Gehbehinderung problemlos überall teilhaben könnten.

Eine große Enttäuschung sei die nach wie vor stockende Umsetzung einer inklusiven Kinder- und Jugendhilfe. "Die unterschiedlichen Zuständigkeiten und gesetzlichen Regelungen für Kinder mit und ohne Behinderung und ihre Familien in den verschiedenen Sozialgesetzbüchern sind für die schwierige Situation von Familien mit verantwortlich. Eltern wünschen sich eine inklusive Erziehung und Förderung für ihre Kinder. Das Zusammenspiel der verschiedenen Systeme, die für Kinder und Jugendliche Aufgaben erfüllen, wurde schon im 13. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung 2009 angemahnt. Ich wünsche mir mehr Power von Politik und Regierung, hier endlich Inklusion umzusetzen", betont Loheide. Für Rückfragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Für Rückfragen und weiteren Informationen stehen wir gerne zur Verfügung.

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