Wohnungslose Menschen brauchen ein Zuhause – Diakonie fordert ein bundesweites Aktionsprogramm gegen Wohnungslosigkeit

10. September 2021
  • Pressemitteilung
  • Bundestagswahl 2021
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  • Wohnungslosigkeit

Die Wohnungsnot in Deutschland verschärft sich rasant. Vor allem in den Ballungsgebieten ist bezahlbarer Wohnraum kaum noch zu bekommen. Auf der Strecke bleiben ganz besonders wohnungslose Menschen: Für sie ist es nahezu unmöglich, eine angemessene Wohnung zu finden – das Grundrecht auf Wohnen wird ihnen verwehrt.

Schlaflager obdachloser Menschen unter einer Brücke
© epd-bild/Rolf Zoellner

Wohnungslosigkeit dürfte es in unserer Gesellschaft eigentlich gar nicht geben. Die Diakonie Deutschland und der Evangelische Bundesfachverband Existenzsicherung und Teilhabe (EBET) erwarten eine Neuausrichtung der Wohnungspolitik von der kommenden Bundesregierung.

Die Diakonie Deutschland und der Evangelische Bundesfachverband Existenzsicherung und Teilhabe (EBET) erwarten eine Neuausrichtung der Wohnungspolitik von der kommenden Bundesregierung. Zum Tag der Wohnungslosen am 11. September fordern sie ein bundesweites Aktionsprogramm, um die Wohnungsnot in Deutschland zu lindern und das Grundrecht auf Wohnen für alle Menschen zu verwirklichen.

Maria Loheide, Vorständin Sozialpolitik der Diakonie Deutschland: „In vielen deutschen Städten und Gemeinden herrscht ein eklatanter Mangel an bezahlbarem, sozialem und inklusivem Wohnraum. Die unzureichende Wohnungspolitik der letzten Jahre und grobe Fehlplanungen haben zu diesem Notstand geführt. Viele Menschen am Rande des Existenzminimums bekommen keine Wohnungen mehr und für wohnungslose Menschen ist es nahezu aussichtslos, eine bezahlbare und angemessene Wohnung zu finden. Dieses Problem muss in der neuen Legislaturperiode endlich konsequent in einem gemeinsamen Kraftakt von Bund, Ländern und Kommunen angegangen werden. Die Verschiebung von Verantwortung muss ein Ende haben. Notwendig ist eine gemeinwohlorientierte Wohnungs- und Bodenpolitik, die für alle Menschen angemessenen Wohnraum sichert. Dazu gehört auch ein bundesweites Aktionsprogramm, das Wohnraum für wohnungslose Menschen schafft. Bei der sozialen Wohnraumförderung sollten zudem feste Versorgungsquoten für wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen vorgesehen werden. Wohnen ist ein Menschenrecht. Eine soziale Wohnungspolitik muss sich am Bedarf der Mieterinnen und Mieter sowie Wohnungssuchenden orientieren – und nicht am Profitinteresse von Wenigen.“

Dr. Jens Rannenberg, Vorsitzender des EBET, betont: „Gerade in der Corona-Pandemie haben wir gesehen, wie wichtig es ist, ein Dach über dem Kopf zu haben und wie verletzlich wohnungslose Menschen sind. Wohnungslosigkeit dürfte es in unserer Gesellschaft eigentlich gar nicht geben. Jeder Mensch braucht ein Zuhause. Die nächste Bundesregierung sollte es sich zum Ziel setzen, Wohnungslosigkeit mit allen Mittel zu bekämpfen. Dazu gehören auch präventive Maßnahmen, um den Wohnungsverlust zu verhindern. Statt Notunterkünften brauchen die Menschen einen regulären, mietrechtlich abgesicherten Wohnraum. Innovative Konzepte wohnbegleitender Hilfen, wie zum Beispiel der Housing-First-Ansatz, müssen daher breitflächig unterstützt werden. Wir brauchen endlich eine Wohnungspolitik, die das Grundrecht auf Wohnen für alle Menschen verwirklicht.“

Weitere Informationen gibt es in den Positionen der Diakonie Deutschland zur Bundestagswahl 2021 für mehr bezahlbaren Wohnraum.

Kontakt:

Sarah Spitzer, Assistenz Aktuelles Diakonie Deutschland, Telefon 030- 65211-1780, [email protected], www.diakonie.de

Lars Schäfer, EBET e.V., Telefon 030 - 65211-1816, [email protected], www.ebet-ev.de  

Für Rückfragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Ansprechpartnerin

© Hermann Bredehorst

Sarah Spitzer

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