Vorintegration erleichtert Ankommen und Teilhabe in der Einwanderungsgesellschaft

20. Dezember 2021
  • Pressemitteilung
  • Flucht und Migration
  • Integration und Teilhabe

Ob Integration gelingt und nachhaltig ist, hängt wesentlich davon ab, wie Menschen auf ein Leben in Deutschland vorbereitet sind. Die Vorintegration mit Beratungs- und Vorbereitungsmaßnahmen vor der Einreise trägt deshalb maßgeblich zu rascher und nachhaltiger Integration bei. Diese und weitere Erkenntnisse bestätigt der Abschlussbericht des Pilotprojekts „Gute Begleitung und Beratung von Migration – Integration von den Herkunftsländern zum Zielland“. In dem einjährigen Pilotprojekt der Diakonie Deutschland, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, wurden bestehende Vorintegrationsangebote im Ausland untersucht, unter anderem mit Blick auf die Zusammenarbeit zwischen Akteuren und Akteurinnen in den Herkunftsländern. Die Ergebnisse wurden in einem Abschlussbericht zusammengefasst und sind ein wichtiger Beitrag, um Strukturen der Vorintegration weiter auszubauen.

Illustration aus Menschen, die sich umarmen
© Diakonie/Francesco Ciccolella

Vorintegration erleichtert Ankommen und Teilhabe in der Einwanderungsgesellschaft.

Dass Vorintegration im Herkunftsland von Anfang an Früchte trägt, zeigen darüber hinaus die Ergebnisse einer Umfrage unter 376 Migrationsberaterinnen und -beratern der Wohlfahrtsverbände in Deutschland: Migrantinnen und Migranten, die bereits vor der Zuwanderung informiert, vorbereitet und begleitet werden, finden schneller Zugang zum Arbeitsmarkt und haben leichter am gesellschaftlichen Leben teil. Dabei helfen Vorintegrationsmaßnahmen wie Beratungsangebote und Sprachkurse in den Herkunftsländern. Sie informieren und klären Ratsuchende auf, was sie als Voraussetzungen für eine legale Migration nach Deutschland brauchen.

Auch Maria Loheide, Vorständin Sozialpolitik der Diakonie Deutschland, betont: „Integration beginnt nicht erst im Zielland. Es zahlt sich aus, wenn Menschen, die zu uns kommen, bereits vorab beraten und begleitet werden. So verlieren sie weniger Zeit, um in der Gesellschaft anzukommen. Wir brauchen eine Integrationsoffensive – damit alle, die in Deutschland arbeiten und leben, ihre Ideen und Erfahrungen mit- und von Beginn an einbringen können. Unsere Gesellschaft wird immer vielfältiger und wir sind längst ein Einwanderungsland. Vorintegration ist ein wichtiger Baustein, damit Migration zur Erfolgsgeschichte und Zuwanderung als gesamtgesellschaftliche Chance wahrgenommen wird.“

Neben einer vorausschauenden Politik leisten zivilgesellschaftliche Träger wie die Diakonie einen wichtigen Beitrag unter anderem in der unabhängigen Asylverfahrens- und Sozialberatung in den Erstaufnahmeeinrichtungen und in den Kommunen, in der psychosozialen Betreuung, in der Gemeinwesen- und Projektarbeit der Migrationsfachdienste und der Koordination des freiwilligen Engagements. Die Diakonie ist auch im Bereich der Vorintegration bereits seit mehreren Jahren aktiv. Zum Beispiel berät und begleitet auch das Projekt „Vorbereitet und erfolgreich nach Deutschland“ der Diakonie Baden in zehn Ländern Menschen, die nach Deutschland zuwandern wollen.

Für Rückfragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

© Hermann Bredehorst

Kathrin Klinkusch

Pressesprecherin

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