Hinter jeder Überschuldung verbirgt sich ein menschliches Schicksal

4. Juni 2021
  • Pressemitteilung
  • Armut und Arbeit

Überschuldung bedeutet einen massiven Einschnitt in die Lebenssituation von Menschen. Sie bedroht ihre Existenz. Darauf reagieren Menschen häufig mit Ängsten, Ohnmachtsgefühlen, Resignation bis hin zu Erkrankungen. „Der Mensch hinter den Schulden“, so lautet das Thema der diesjährigen Aktionswoche Schuldnerberatung vom 7. bis 11. Juni.

Ein Haushaltsplan und ein Buch zu Schulden liegen auf einem Tisch
© epd-bild/Werner Krüper

Hinter Überschuldung stecken immer menschliche Schicksale. Die soziale Schuldnerberatung hilft, Wege aus der finanzellen Notlage zu finden und gemeinsam mit den Betroffenen neue Perspektiven zu entwickeln.

Die soziale Schuldnerberatung der Diakonie kann den Menschen erfolgreich helfen und ihnen neuen Lebensmut geben. Sie nimmt den ganzen Menschen in den Blick, um ihn bei der Lösung der meist vielfältigen Probleme wirksam und nachhaltig zu unterstützen. Die Schuldnerberatung der Diakonie arbeitet vertrauensbasiert, fachlich unabhängig und kostenfrei. Nach Ansicht der Diakonie brauchen überschuldete Menschen einen gesetzlichen Anspruch auf Beratung. Und als Daseinsvorsorge muss die soziale Schuldnerberatung bedarfsgerecht finanziert werden.

„Hinter jeder Überschuldung steckt ein menschliches Schicksal – und es kann jede und jeden treffen“, sagt Maria Loheide, Vorständin Sozialpolitik der Diakonie Deutschland. Überschuldung ist kein Problem überwiegend von Menschen mit niedrigen Einkommen. Heute sind geschätzt etwa zwei Millionen Soloselbstständige sowie Freiberuflerinnen und Freiberufler von Überschuldung bedroht. Durch die Corona-Pandemie geraten zunehmend mehr Menschen in finanzielle Krisen, so dass der Bedarf nach professioneller Schuldnerberatung noch steigen wird. „Diese Menschen dürfen wir jetzt nicht hängen lassen! Deswegen muss die soziale Schuldnerberatung im Rahmen sozialer Daseinsvorsorge bedarfsgerecht finanziert werden. Jeder Mensch, der überschuldet ist, muss sich auf Beratung und Unterstützung verlassen können“, so Loheide.

Im Gegensatz zu gewerblichen Anbietern ist die gemeinnützige soziale Schuldnerberatung für die überschuldeten Menschen kostenfrei. Zudem nimmt sie den ganzen Menschen in seiner individuellen Lebenslage in den Blick. „Die soziale Schuldnerberatung hilft und begleitet Menschen nicht nur dabei, finanziell wieder auf die Beine zu kommen, sondern auch, ihre Lebensqualität zu verbessern, ihr Selbstbewusstsein zu stärken und die eigenen Handlungskompetenzen zu erweitern, um nicht erneut in die Überschuldung zu geraten“, so Loheide.

Bislang ist die gemeinnützige Schuldnerberatung bundesweit uneinheitlich finanziert und chronisch unterfinanziert. Bereits vor der Corona-Krise konnten nur 10 bis 20 Prozent der überschuldeten Menschen beraten werden. Ein noch höherer Beratungsbedarf ist für die Schuldnerberatungsstellen nicht zu bewältigen. „Ohne eine bessere finanzielle und personelle Ausstattung werden viele überschuldete Menschen allein gelassen und bleiben auf der Strecke. Ihr sozialer Abstieg ist gewiss und nicht selten droht Wohnungslosigkeit“, warnt Loheide.

Die Spitze der Überschuldungswelle in Folge der Corona-Pandemie wird wahrscheinlich erst in einigen Monaten wirklich spürbar. Bereits jetzt zeichnet sich ein erheblicher Anstieg der Überschuldungsfälle in 2021 ab. In einer Abfrage ab Juni erhebt die Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände – darunter die Diakonie Deutschland – valide Fallzahlen zu den Auswirkungen der Corona-Krise. Erste Ergebnisse werden voraussichtlich im Spätsommer vorgestellt.

Für Rückfragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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