Gemeinsame Erklärung zum Internationalen Kindertag: „Ein gutes Aufwachsen von allen Kindern und Jugendlichen muss in unserer Gesellschaft Priorität haben!“

29. Mai 2020
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„Ein gutes Aufwachsen von allen Kindern und Jugendlichen muss in unserer Gesellschaft Priorität haben!“ Dafür plädiert die Diakonie Deutschland in einer gemeinsamen Erklärung mit über 50 Organisationen anlässlich des Internationalen Kindertages am 1. Juni. Immer noch lebe in Deutschland jedes vierte Kind in Armut.

Ein Junge stützt sich auf einem Zaun auf. Er hält einen Fußball unter dem Arm
© Diakonie

Alle Kinder haben Träume. Sie müssen die Chance haben, gut aufzuwachsen. Doch immer noch lebt in Deutschland jedes vierte Kind in Armut.

Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland: „Für alle Kinder und Jugendlichen müssen in Deutschland gleichwertige Lebensverhältnisse geschaffen werden. Die Chance, gut aufzuwachsen, darf nicht vom Wohnort abhängen. Wir brauchen überall eine öffentliche Infrastruktur, die beispielsweise den Kitabesuch genauso ermöglicht wie den Besuch im Schwimmbad oder in der Bibliothek.“

Auch finanziell sei nachzubessern. Die Kinderregelsätze in der Grundsicherung müssten so transparent, sach- und realitätsgerecht ermittelt werden, wie das Bundesverfassungsgericht bereits 2010 eingefordert habe. „Die tatsächlichen Bedarfe der Kinder müssen dafür Maßstab sein. Zudem müssen Leistungen möglichst unbürokratisch und einfach in Anspruch genommen werden können“, so Maria Loheide weiter.

Mit dem Familienstärkungsgesetz 2019 wurden zwar der Kinderzuschlag und das Bildungs- und Teilhabepaket verbessert. Trotzdem bestehe das komplizierte Nebeneinander aus Kindergeld, Kinderfreibetrag, Kinderzuschlag, Kinderregelsätzen und Pauschalen des Bildungs- und Teilhabepakets weiter. „Die Leistungen für Familien sind viel zu kompliziert und unübersichtlich gestaltet. Die Gefahr, dass die Leistungen erst gar nicht bei den armen Familien ankommen, ist groß,“ so Maria Loheide. „Darum muss die Familienförderung neu ausgestaltet werden. Dabei darf der Ausbau der sozialen Infrastruktur nicht gegen die finanzielle Besserstellung ausgespielt werden.“

Die Diakonie Deutschland setzt sich für eine Kindergrundsicherung ein, die alle existenzsichernden Hilfen für Familien und Kinder in einer Leistung zusammenfasst. Die Kindergrundsicherung soll einen Sockelbetrag für alle Kinder mit bedarfsgerechten Hilfen für Kinder aus einkommensarmen Familien verbinden. „Nur so werden auch die Familien wirklich entlastet, die unsere Unterstützung brauchen, und Armut von Kindern wird nachhaltig verhindert“, sagt Loheide.

Mehr Informationen finden Sie in der gemeinsamen Erklärung „Ein gutes Aufwachsen von allen Kindern und Jugendlichen muss in unserer Gesellschaft Priorität haben“.

Für Rückfragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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