Die Erinnerung wachhalten - Nie wieder Krankenmorde und Zwangssterilisation

26. Januar 2017
  • Pressemitteilung

Morgen, am 27. Januar ist der Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus. In diesem Jahr ist er den Menschen mit psychischer Erkrankung oder geistiger Behinderung gewidmet, die in der Zeit des Nationalsozialismus zwangssterilisiert oder ermordet wurden. 

Dazu sagt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie: "Für die Diakonie ist dies ein besonders schmerzhafter Teil ihrer eigenen Geschichte. Denn Menschen in diakonischen Einrichtungen waren auch Opfer  - und gegen die Morde und Zwangssterilisationen regte sich nur an einigen Orten wirklicher Widerstand.

Deshalb ist es gut, wenn in diesem Jahr der rund 300.000 Menschen gedacht wird, die den Mordaktionen der Nationalsozialisten an kranken und behinderten Menschen zum Opfer fielen und  den 350.000 bis 400.000 Menschen, die zwangssterilisiert wurden. Denn das war der Anfang der systematischen Ermordung von Menschen im nationalsozialistischen Deutschland. Uns muss das Geschehen Warnung und Mahnung zugleich sein, gegen alles Menschenverachtende, diskriminierende Handeln und Reden aufzustehen und Haltung zu zeigen."  

Heute leben nur noch wenige Zeitzeugen. Eine von ihnen ist Dorothea Buck, eine beindruckende und faszinierende Bildhauerin. Sie wird im Frühjahr 2017 100 Jahre alt. Dorothea Buck wurde in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts in den damaligen Betheler Anstalten zwangssterilisiert und ist einige Jahre später nur knapp der als "Euthanasie" bezeichneten Ermordung entgangen. Angesichts des erfahren Unrechts, der existentiellen Verletzung und der unmenschlichen Behandlung hat sich Dorothea Buck in ihrem langen Leben für die Überwindung des Schweigens und eine sprechende, humane Psychiatrie eingesetzt. Weiter Informationen über das Leben und Werk von Dorothea Buck finden sie hier

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