Assistenz im Krankenhaus endlich möglich machen

17. März 2021
  • Pressemitteilung
  • Gesundheit und Pflege
  • Inklusion und Behindertenhilfe

In einem gemeinsamen Appell haben der Pflegebevollmächtigte, die Patientenbeauftragte und der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung die Koalitionsfraktionen zu einer Lösung des jahrelangen Streits über die Assistenz-Kosten bei Krankenhausaufenthalten von Menschen mit Behinderung aufgefordert. Noch in dieser Wahlperiode müsse die Finanzierung der Begleitung von Menschen mit Assistenzbedarf im Krankenhaus geregelt werden.

Illustration eines Stethoskops, das eine Herzform bildet
© Diakonie/Francesco Ciccolella

Werden Menschen mit Behinderung im Krankenhaus behandelt, brauchen sie oft die Assistenz einer vertrauten Person. Die Finanzierung der Assistenz-Kosten bei Krankenhausaufenthalten von Menschen mit Behinderung ist bislang aber nicht klar geregelt.

Dazu äußern sich der Bundesverband evangelische Behindertenhilfe (BeB), der Deutsche Evangelische Krankenhausverband (DEKV) und die Diakonie Deutschland:

„Wenn Menschen mit Behinderung ins Krankenhaus müssen, brauchen sie oft die Assistenz einer vertrauten Person“, sagt Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland: „Manchmal geht es um die verständliche Kommunikation mit dem Krankenhaus, manche Menschen mit Behinderung haben sehr große Ängste vor der Behandlung und in der fremden Umgebung. Die Assistenz kann bei komplexen körperlichen Beeinträchtigungen oftmals nur mit langer persönlicher Erfahrung geleistet werden.“

„Bislang ist die Finanzierung nur für wenige Menschen mit Behinderung gesichert, die ihre Assistenten als Arbeitgeber selbst beschäftigen“, sagt Frank Stefan, Vorsitzender des BeB: „Jetzt muss gleiches Recht für alle gelten.“ Er plädiert dafür, dass die Kosten für die Assistenz im Krankenhaus von den Krankenkassen getragen werden. Die Leistungsträger der Eingliederungshilfe wären für die Assistenz durch Mitarbeiter*innen der Leistungserbringer verantwortlich.

Christoph Radbruch, Vorsitzender des DEKV, präzisiert: „Die Begleitung durch eine vertraute Person soll die auf die besonderen Bedürfnisse behinderter Menschen ausgerichtete Pflege und ärztliche Versorgung im Krankenhaus ergänzen. Das Krankenhauspersonal ist oft durch die speziellen körperlichen sowie emotionalen Bedürfnisse der Patienten überfordert und ist deswegen auf die Unterstützung durch eine vertraute Bezugsperson angewiesen.“

Mehr Informationen gibt es im gemeinsamen Appell des Pflegebevollmächtigten, der Patientenbeauftragten und des Behindertenbeauftragten der Bundesregierung "Kostenfrage bei Assistenz im Krankenhaus für Menschen mit Behinderungen endlich lösen".

Für Rückfragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Kontakt:

Kathrin Klinkusch, Pressesprecherin Diakonie Deutschland, Telefon: 030-65211-1780, [email protected]

Barbara Heuerding, Geschäftsführerin Bundesverband evangelische Behindertenhilfe, Rechtsanwältin (Syndikusrechtsanwältin), Telefon: 030-83001-273, [email protected]

Barbara Kluge, Pressekontakt Deutscher Evangelischer Krankenhausverband e.V., Telefon: 0221-77543-15, E-Mail: [email protected]

Ansprechpartnerin

© Hermann Bredehorst

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