Thomas Müller: Ich muss die AFD und Pegida zum Instrument machen

25. Oktober 2018
  • Kampagne UNERHÖRT!
  • Flucht und Migration

Thomas Müller, der in Wirklichkeit anders heißt, befürchtet, dass durch die Migrationspolitik in Deutschland Kriminalität und Terror zunehmen. Er demonstriert bei Pegida und ist empört darüber, dass dies ein Kündungsgrund sein kann. Er möchte deshalb auch anonym bleiben. Die AFD und Pegida sind für ihn ein Mittel, um zu zeigen, was ihn bewegt. Hören Sie seine Geschichte!

Diese Geschichte ist Teil der Kampagne UNERHÖRT! Nicht alles, was erzählt wird, entspricht unserem Menschenbild oder den Positionen der Diakonie. Darüber müssen wir reden. Zuhören bedeutet nicht automatisch Zustimmung.

Zuhören statt verurteilen

Mit "UNERHÖRT!" wirbt die Diakonie Deutschland für eine offene Gesellschaft: Viele Menschen haben heute das Gefühl, nicht gehört zu werden. Sie fühlen sich an den Rand gedrängt in einer immer unübersichtlicheren Welt, in der das Tempo steigt und Gerechtigkeit auf der Strecke zu bleiben droht.

Jede Lebensgeschichte hat ein Recht darauf, gehört zu werden - auch wenn sie Widerspruch herausfordert. Es lohnt sich zum Beispiel, sehr genau hinzuhören, warum sich Menschen von der offenen Gesellschaft distanzieren. Auch sie sind Teil unserer freien und offenen Gesellschaft und können sie mitgestalten, für sie eintreten. Wir sind überzeugt: Zuhören und Streiten hilft hier weiter, und weder Zuhören noch Streiten ist einfach.

Die Kampagne, die von 2018 bis 2020 läuft, will wachrütteln und zugleich aufzeigen, dass die Diakonie zuhört, Lösungen bereithält und eintritt für eine offene und vielfältige Gesellschaft. Die Diakonie will diese Diskussion anstoßen und führen als Plattform für einen Diskurs rund um soziale Teilhabe.

Thomas Müllers Geschichte zum Nachlesen

Ich bin Thomas Müller. Ich bin in Sachsen geboren. Ich hab in Leipzig Medizin studiert. Meine Tätigkeit lässt sich am besten beschreiben als internationaler Analyst und Strategieberater.  Ich lebe weltweit. Ich wechsel alle paar Wochen den Wohnort, je nach den Projekten. Pegida und AFD haben mich ja nicht zum Instrument gemacht, sondern ich muss die AFD und Pegida zum Instrument machen, um dem Ausdruck zu verleihen, was mich bewegt.

Dieses Land bewegt sich in ne Richtung, von der ich fest überzeugt bin, dass es die falsche Richtung ist, dass es schlecht ist für unsere Kinder, dass diese Migrationspolitik in den  Untergang führt. Es wird permanent ein Wort verwendet, was nur auf 32 Prozent zutrifft. Warum sagen wir Flüchtlinge? Es sind keine Flüchtlinge. Es sind bestenfalls Migranten. Sie kosten dreißig Milliarden im Jahr, dreißig Milliarden! Es sind vorrangig islamische Migranten.

Was ist mit den Ländern passiert, wo es große islamische Einwanderergruppen gibt? Gucken wir nach Frankreich. Was ist in Frankreich? Wir haben Vorstädte, wir haben Terror, wir haben Jugendgangs. Meine Enkel werden in Chemnitz in eine Schule gehen, in der es kein Schweinefleisch mehr geben wird, in der kein Weihnachten mehr gefeiert werden wird, in der der Islam mindestens den gleichen Rang hat wie das Christentum, in der es Stadtviertel geben wird, in die kein normaler mehr hingeht, in der Gangs herrschen, die ethnisch oder religiös zusammengefügt sind, die monolithische Gruppen bilden, gegen die die Polizei nichts ausrichten kann. Also genau das gleiche, was in französischen Vorstädten passiert ist, wird auch in Deutschland passieren. Ist nur die Frage, ob in fünf, zehn, fünfzehn, zwanzig oder dreißig Jahren.

Die Auslegung des Korans ist durch die Mehrheit eine sehr konservative. Die entspricht -  vielleicht - einem Christentum von vor achthundert Jahren.  Wir haben aber kein Christentum mehr von vor achthundert Jahren. Sondern wir haben 1517 eine Reformierung des praktizierten Christentums erlebt. Das hat der Islam noch nicht durchlaufen.

Was ist das für ne Meinungsfreiheit, wenn in Unternehmen in Dresden gewarnt wurde vor der Teilnahme an Pegida? Was ist das für ein freies Land, in dem ich zu Demonstrationen gehen kann, aber danach meinen Arbeitsplatz verliere, wie bei den Stadtwerken Dresden angedroht?

In der DDR habe ich permanent Tagesschau geguckt. Da war für uns hundert Prozent Wahrheit und objektiv. Inzwischen ist ne Tagesschau nicht besser als ne Aktuelle Kamera. Ich kann's ja beurteilen. Ich kenn beides.

Wie schrieb "Die Zeit" mal so schön: Wer ewig in die rechte Ecke gestellt wird, der ist irgendwann mal in der rechten Ecke.

Text und Audio: Diakonie/Justine Schuchardt

Im Deutschlandfunkt können Sie einen längeres Interview mit Herrn Müller hören.