Mit knapp 18 unfreiwillige Nichtwählerin bei den Europawahlen

29. April 2019
  • Kampagne UNERHÖRT!
  • Diakonie in Europa

Dass sie bei den Europawahlen noch nicht wählen darf, ärgert Jasmin Köllner aus Bad Sulza, die erst danach 18 wird. Mehr zu ihrem Standpunkt als unfreiwillige Nichtwählerin und warum sie die Schüler-Demos "Friday for Future" für sinnlos hält, hören Sie in ihrer Geschichte.

Diese Geschichte ist Teil der Kampagne UNERHÖRT! Nicht alles, was erzählt wird, entspricht unserem Menschenbild oder den Positionen der Diakonie. Darüber müssen wir reden. Zuhören bedeutet nicht automatisch Zustimmung.

Zuhören statt verurteilen

Mit "UNERHÖRT!" wirbt die Diakonie Deutschland für eine offene Gesellschaft: Viele Menschen haben heute das Gefühl, nicht gehört zu werden. Sie fühlen sich an den Rand gedrängt in einer immer unübersichtlicheren Welt, in der das Tempo steigt und Gerechtigkeit auf der Strecke zu bleiben droht.

Jede Lebensgeschichte hat ein Recht darauf, gehört zu werden - auch wenn sie Widerspruch herausfordert. Es lohnt sich zum Beispiel, sehr genau hinzuhören, warum sich Menschen von der offenen Gesellschaft distanzieren. Auch sie sind Teil unserer freien und offenen Gesellschaft und können sie mitgestalten, für sie eintreten. Wir sind überzeugt: Zuhören und Streiten hilft hier weiter, und weder Zuhören noch Streiten ist einfach.

Die Kampagne, die von 2018 bis 2020 läuft, will wachrütteln und zugleich aufzeigen, dass die Diakonie zuhört, Lösungen bereithält und eintritt für eine offene und vielfältige Gesellschaft. Die Diakonie will diese Diskussion anstoßen und führen als Plattform für einen Diskurs rund um soziale Teilhabe.

Jasmin Köllners Geschichte zum Nachlesen

Ich bin Jasmin Köllner, 17 Jahre alt und mache hier in der Sophienklinik Bad Sulza meine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement.

Es sind ja demnächst die Europawahlen und da bin ich noch keine 18. Ich würde schon gerne mitwählen, weil ich schon eine politische Meinung habe, deswegen finde ich das eigentlich ziemlich schade.

Es ist schon enttäuschend, dass man weiß, man könnte eigentlich wählen, aber man ist halt ein paar Monate zu jung. Ich denke, es gibt auch unter 18-Jährige, die noch nicht reif genug sind, das entscheiden zu dürfen und die sich einfach verleiten lassen von anderen, die sagen, wir wählen jetzt die und die und dann wählen die einfach mit. Und andere haben das auch mit verfolgt und alles und ich würde auf jeden Fall sagen, dass man auch mit 16 schon wählen dürfte.

Also ich habe ja auch schon von dem Friday for Future gehört und ich bin eher nicht der Meinung, dass das etwas bringt. Ich meine, manche nehmen das wirklich ernst, aber manche machen das, weil sie schulfrei haben möchten. Ich meine, ich habe das in meiner Stadt erlebt, wo ich Berufsschule habe. Da haben das auch welche gemacht und die sind mit Plakaten da durch die Stadt gelaufen und haben dann Mc Donalds Tüten hinterherliegen lassen. Also nicht wirklich Friday for Future halt.

Mir ist das mit dem Klimaschutz auch schon ziemlich wichtig, so wie die mit dem Friday for Future. Ich meine, ich würde deshalb nicht freitags auf die Straße gehen deshalb, aber ich wüsste halt auch nicht, wie ich mich dafür weiter einsetzen könnte außer halt zu wählen.

Redaktion: Diakonie/Ulrike Pape