Ibrahim: "Ich habe eine Patin"

9. Januar 2018
  • Kampagne UNERHÖRT!
  • Flucht und Migration
  • Integration und Teilhabe

Ibrahim (15) haben viele Deutsche geholfen - zum Beispiel auch seine Patin, die er über den Verein "Flüchtlingspaten Syrien" kennt. Hören Sie seine Geschichte.

Zuhören statt verurteilen!

Diese Geschichte ist Teil der Kampagne UNERHÖRT! Damit wirbt die Diakonie Deutschland für eine offene Gesellschaft: Viele Menschen haben heute das Gefühl, nicht gehört zu werden. Sie fühlen sich an den Rand gedrängt in einer immer unübersichtlicheren Welt, in der das Tempo steigt und Gerechtigkeit auf der Strecke zu bleiben droht. Doch jede Lebensgeschichte hat ein Recht darauf, gehört zu werden.

Manche Geschichte fordert Widerspruch heraus. Zuhören bedeutet nicht automatisch Zustimmung. Und nicht alles, was erzählt wird, entspricht unserem Menschenbild oder den Positionen der Diakonie. Darüber müssen wir reden - denn häufig steckt hinter einer Geschichte eine existenzielle Notlage.

Die Kampagne, die von 2018 bis 2020 laufen soll, will wachrütteln und zugleich aufzeigen, dass die Diakonie zuhört, Lösungen bereithält und eintritt für eine offene und vielfältige Gesellschaft. Die Diakonie will diese Diskussion anstoßen und führen, sie will zur Plattform für einen Diskurs rund um soziale Teilhabe werden.

Ibrahims Geschichte zum Nachlesen

"Ich bin Ibrahim. Ich bin 15 Jahre alt. Ich komme aus Syrien. Ich bin in der achten Klasse. Ich bin seit anderthalb Jahren hier in Deutschland. Ich wohne in Berlin. Ich spiele gerne Fußball.

Mir gefällt hier in Berlin die Natur. Die Deutschen sind auch sehr nett und die helfen gerne. Zum Beispiel brauchte ich einen Lebenslauf und ich fragte eine deutsche Frau, wie man das schreiben soll und sie hat mir sehr geholfen.

Ich kenne die Frau von den Flüchtlingspaten Syrien. Ich habe hier in Deutschland, in Berlin eine Patin. Sie zeigt uns Berlin. Wir waren schon auf dem Fernsehturm.

"Hier will ich meine Zukunft gestalten"

Mein Vater ist nach Belgien geflohen. Und meine Patin meinte, dass sie mit uns nach Belgien fliegt, damit wir unseren Vater sehen können. Ich freue mich darauf.

Was mir schwer fällt in Deutschland, ist die Sprache und das Wetter. Und was mir hier leicht fällt, ist das Leben. Hier gibt es mehr Sicherheit als in Syrien. Und hier will ich meine Zukunft gestalten."

Redaktion: Diakonie/Ulrike Pape