Europa ist eure Zukunft!

29. April 2019
  • Kampagne UNERHÖRT!
  • Diakonie in Europa

Für Annette Rueß ist Europa eine Herzensangelegenheit. Europa bedeutet für sie 70 Jahre Friedenssicherung. Deshalb engagiert sie sich für "Pulse of Europe" in Stuttgart und hofft, dass viele Menschen zur Wahl gehen und begreifen, was mit ihrer Wahlentscheidung auf dem Spiel steht. Hören Sie ihre Geschichte!

Diese Geschichte ist Teil der Kampagne UNERHÖRT! Nicht alles, was erzählt wird, entspricht unserem Menschenbild oder den Positionen der Diakonie. Darüber müssen wir reden. Zuhören bedeutet nicht automatisch Zustimmung.

Zuhören statt verurteilen

Mit "UNERHÖRT!" wirbt die Diakonie Deutschland für eine offene Gesellschaft: Viele Menschen haben heute das Gefühl, nicht gehört zu werden. Sie fühlen sich an den Rand gedrängt in einer immer unübersichtlicheren Welt, in der das Tempo steigt und Gerechtigkeit auf der Strecke zu bleiben droht.

Jede Lebensgeschichte hat ein Recht darauf, gehört zu werden - auch wenn sie Widerspruch herausfordert. Es lohnt sich zum Beispiel, sehr genau hinzuhören, warum sich Menschen von der offenen Gesellschaft distanzieren. Auch sie sind Teil unserer freien und offenen Gesellschaft und können sie mitgestalten, für sie eintreten. Wir sind überzeugt: Zuhören und Streiten hilft hier weiter, und weder Zuhören noch Streiten ist einfach.

Die Kampagne, die von 2018 bis 2020 läuft, will wachrütteln und zugleich aufzeigen, dass die Diakonie zuhört, Lösungen bereithält und eintritt für eine offene und vielfältige Gesellschaft. Die Diakonie will diese Diskussion anstoßen und führen als Plattform für einen Diskurs rund um soziale Teilhabe.

Annette Rueß' Geschichte zum Nachlesen

Ja mein Name ist Annette Rueß. Ich wohne in Stuttgart und engagiere mich seit ungefähr zweieinhalb Jahren für die proeuropäische Bürgerbewegung Pulse of Europe. Und zwar bin ich diejenige, die diese Bürgerbewegung nach Stuttgart gebracht hat. Hintergrund dafür war, dass mich eigentlich der Brexit und dann natürlich auch die Wahl von Trump zum US Präsidenten dazu bewogen hat, einfach mal was zu machen, aufzustehen und raus auf die Straße und sich für seine Werte und aber auch Rechte einzusetzen.

Das Wahlrecht ist eigentlich das Fundament für die Demokratie, und wer das nicht in Anspruch nimmt, dieses Wahlrecht, der kann halt hinterher auch nicht mitentscheiden. Dieser Brexit ja, also ich meine dort ist die Situation so gewesen, die Alten sind zur Wahl gegangen, die Jungen sind zu Hause geblieben. Aber wenn man sich genau die Wahlstruktur anguckt, dann war es ja so, dass eben von den 18- 25 Jährigen nur 36 Prozent wählen gegangen sind. Das ist ja unglaublich, weil ich mir denke, mein Gott, das ist doch eure Zukunft. Europa ist eure Zukunft! Und die Alten auf der anderen Seite, die 65 Jährigen plus die waren mit 83 Prozent dabei und haben dann eben ne Wahlentscheidung herbeigeführt, die jetzt eben für die Zukunft der Jungen gilt. Und damit müssen die jetzt auch leben. Und ich glaub, der Brexit ist wirklich das beste Beispiel dafür, zu sehen, was passiert, wenn man nicht seine Verantwortung übernimmt und wählen geht.

Und was mir jetzt so ein bisschen Sorge macht als Aktivistin von Pulse of Europe, ist, dass die Leute, die eigentlich gegen die EU sind, die haben, nachdem sie gesehen haben, wie der Brexit irgendwie ins Chaos führt, haben die ihre Strategie geändert. Die Populisten und Nationalisten die wollen jetzt in der EU bleiben, also Le Pens und Orbáns und Salvinis und wollen die EU im Inneren verändern und zerstören, und das ist ja viel gefährlicher.

Wir geben keine Wahlempfehlung, weil wir ja ne überparteiliche Bürgerbewegung sind, aber wir sagen schon ganz klar, also wähl, was immer du wählst, wähl Europa!

Für mich ist Europa wirklich ne Herzensangelegenheit, weil die EU oder überhaupt die europäische Vereinigung sichert hier seit 70 Jahren den Frieden, und das ist ja ein Gut, dass es zu verteidigen gilt.

Das heißt aber auch, dass man jetzt runter vom Sofa muss und für seine Werte eintreten muss, weil ich glaub, sonst ist es irgendwann zu spät.

Text und Audio: Diakonie/Justine Schuchardt