Diakonie-Präsident Ulrich Lilie eröffnet UNERHÖRT!-Foren in Herten

21. Juni 2018
  • Kampagne UNERHÖRT!

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie besuchte zum Auftakt der Veranstaltungsreihe der UNERHÖRT-Gesprächsforen am 21. Juni 2018 eine Tagesstätte für Wohnungslose in Herten und die Diakonie in Recklinghausen.

Der Präsident der Diakonie Deutschland, Ulrich Lilie, hat zugehört. Morgens um 9.00 sitzt er mit Besuchern des Tagesaufenthaltes der Diakonie bei Kaffee und Brötchen zusammen. Was will ein Diakonie Präsident im Tagesaufenthalt für Wohnungslose? Das fragen die Besucher und Ulrich Lilie erklärt, warum er da ist. Er will zuhören, Menschen treffen, die allzu häufig "unerhört" sind. Die wenig Verständnis für ihre Lebenssituation finden und darum oft auch schweigsam sind. Begleitet wird Ulrich Lilie von Katrin Göckenjan, Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Recklinghausen und Dr. Dietmar Kehlbreier, Diakoniepfarrer und Geschäftsführer der Diakonie im Kirchenkreis Recklinghausen. Anschließend begegnet der Diakonie Präsident dem Bürgermeister der Stadt Herten, Fred Toplak, sowie Dirk Sopka, Fachbereichsleiter Jugend, Familie und Soziales. Auch hier gilt: zuhören! Was bewegt einen Bürgermeister im Korsett enger Finanzen? Was kann eine Kommune bewegen - für die Menschen in der Stadt. Ein intensives Gespräch entwickelt sich. Über die Verantwortung von Kommune, Land und Bund. Über immer mehr kommunale Aufgaben, die von den Auftraggebern Land und Bund nicht bezahlt werden.  "Wir freuen uns, dass Ulrich Lilie zu uns gekommen ist", sagt Dr. Dietmar Kehlbreier, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Recklinghausen. "Hier in der Emscher-Lippe Region sind die Notlagen heftiger, als in anderen Gegenden Deutschlands. Langzeitarbeitslosigkeit, knapper Wohnraum, soziale Verwerfungen, Strukturwandel nach dem Rückzug des Bergbaus. All das begegnet uns als Diakonie in der täglichen Arbeit."

Am Abend werden die "Unerhört" Foren mit einem Gottesdienst eröffnet. Mitarbeitende aus der Diakonie, Bewohner, Klienten, Menschen, die von der Diakonie begleitet werden haben sich in der Christuskirche in Recklinghausen versammelt. Auch hier stehen unerhörte Lebensgeschichten im Mittelpunkt. Und die biblische Geschichte vom blinden Bartimäus, den Jesus fragt: Was willst Du, dass ich Dir tun soll? Zuhören, verstehen, etwas in Bewegung setzen.

Der Besuch von Ulrich Lilie eröffnet bundesweit eine Reihe von "Unerhört Foren". Der Hintergrund ist die Kampagne "Unerhört!" Damit wirbt die Diakonie Deutschland für eine offene Gesellschaft. Viele Menschen haben heute das Gefühl, nicht gehört zu werden. Sie fühlen sich an den Rand gedrängt in einer immer unübersichtlicheren Welt, in der das Tempo steigt und Gerechtigkeit auf der Strecke zu bleiben droht. Die Diakonie will mit ihrer Kampagne wachrütteln und eine Diskussion anstoßen und führen, sie will zur Plattform für einen Diskurs rund um soziale Teilhabe werden.

Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland, hat auf seinem Blog "Ulrich Lilie bloggt" über seinen Besuch bei uns und die Auftaktveranstaltung der "Unerhört"-Reihe berichtet.

Text: Diakonie im Kirchenkreis Recklinghausen/Michael Wiese

Die UNERHÖRT!-Foren

Das Thema der bundesweiten UNERHÖRT!-Foren sind sozialpolitische Brennpunkt-Fragen. 2018 steht die Sommerreise des Diakonie-Präsidenten Ulrich Lilie im Zeichen der UNERHÖRT!-Tour. Die Reise führt vom 14. und 22. August einmal quer von Süd nach Nord: Stuttgart, Frankfurt, Leipzig, Syke, Wilhelmshaven, Hamburg. Die Veranstaltungsreihe zur Kampagne findet in Kooperation mit Landes- und Fachverbänden, diakonischen Einrichtungen und der Diakonie Deutschland statt.