#wärmewinter in Graz: Kommunale Krisenvorsorge ökumenisch

28. September 2022
  • Journal
  • Armut und Arbeit
  • Diakonisches Profil
Graz
© 2022 Evangelische Pfarrgemeinde A.B. Graz-Kreuzkirche; 8020 Graz

Die Kirche als verlässlicher Standort: Pfarrer Paul Nitsche von der evangelischen Pfarrgemeinde Kreuzkirche im österreichischen Graz.

„Die Idee ist, dass Kirchen in ihrem Standort natürlich absolut verlässlich sind. In einer Krise kann man das brauchen.“ Pfarrer Paul Nitsche von der evangelischen Pfarrgemeinde Kreuzkirche im österreichischen Graz weiß, wovon er spricht. Bevor er seinen Gemeindedienst in der 300.000-Einwohner-Stadt in der österreichischen Steiermark angetreten hat, war Nitsche Militärpfarrer mit Einsätzen in niederösterreichischen Hochwassergebieten, aber auch im Kosovo. Er kennt sich also aus mit Katastrophen, Einsatzstrukturen und Prioritätensetzung und hat sofort zugesagt, als die Stadt Graz gemeinsam mit der katholischen Diözese Graz Seckau nach Kirchen gesucht hat, die „Leuchttürme der Hilfe“ sein sollen. „Selbsthilfeblasen“ nennt Nitsche diese Kirchen. Die Idee ist einfach: In sieben Kirchen werden Notstromaggregate postiert, Ehrenamtliche geschult und Mitarbeiter*innen der Stadt im Notfall mit Funkgeräten postiert, um die Kommunikation mit den anderen Leuchttürmen und dem Krisenstab sicherzustellen.

Pfarrer Nitsches Gemeinde ist derzeit die einzige beteiligte evangelische Gemeinde im ansonsten stark katholisch geprägten Graz. Im Fall eines Stromausfalls können nun auch hier in der Kreuzkirche Menschen im Notfall aktuelle Lageinformationen bekommen. Auch sollen kleinere Unterstützungsleistungen wie das Besorgen von Medikamenten organisiert werden. Dazu kommt psychosoziale Akuthilfe und seelsorgliche Unterstützung. „Im Prinzip“, sagt der Pfarrer, „ist die Geschichte so, dass es auf der katholischen Seite wie auch bei der Stadt Graz Menschen mit Erfahrung im Katastrophenschutz gibt und da liegt es nahe, dass man einfach zusammenarbeitet. Und da die Kirchen schon immer dastanden, sind sie eine logische Standortwahl.“

Während die Stadt mit bis zu 100.000 EUR die Notstromaggregate, ihre Installation und ihre Betankung bezahlt, stellt die Kirche den Standort und organisiert verlässlich ehrenamtliche Mitarbeiter vor Ort. Für die Kommunikation via Funk wiederum sorgt die Stadt mit Ausrüstern und Mitarbeiter*innen. Pfarrer Nitsche betont, dass das Projekt zwar diesen Winter anlaufe, aber auf Dauer angelegt ist.

Mehr Informationen

Mehr Informationen zum #wärmewinter

Sie können sich als Gemeinde oder Diakonie vor Ort bei der Aktion #wärmewinter beteiligen. Unter waermewinter.de finden Sie Handreichungen, Social Media Vorlagen und geistliche Gedanken.