Ostern: Von der (fast) veganen Fastenzeit zum Osterei

27. März 2018
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Das wichtigste Fest im Kirchenjahr und ein Familienereignis: Ostereier bemalen und verstecken und Osterfeuer feiern. Wie diese Bräuche entstanden sind und warum der Osterhase evangelisch ist, erfahren Sie hier. 

ein Mädchen hängt Ostereier auf
© epd/Matthias Schumann

Mehr als nur Osterdeko – Das Ei steht für das Lebens und die Auferstehung

Ostereier einfärben und verschenken

Das Ei steht in vielen Kulturen für das Leben. Im Christentum symbolisiert die Eierschale außerdem das zerbrochene Grab Christi. Das Ei spielt also eine wichtige Rolle für das größte Fest im Kirchenjahr. Und wieso ist das Ei nun bunt? Eine Überlieferung geht so: In alten Zeiten lebten Christen in der 40-tägigen Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostersonntag sozusagen vegan - zumindest fast.

Die Fastenordnung verbot neben Fleisch auch Eier- und Milchprodukte. Nur freitags wurdeFisch gegessen. Da die Hühner aber weiterhin Eier legten und man sie nicht verderben lassen wollte, wurden sie gekocht. Damit man sie nicht mit anderen Eiern verwechselte, wurden sie in rot, als Symbol für das Blut Christi, bemalt und verschenkt.

Der Osterhase ist evangelisch

Einen Bruch erhielt diese österliche katholische Symbolik in der Reformationszeit. Martin Luther lehnte das Fasten als Mittel, Gnade zu erlangen, ab. In manchen Quellen heißt es aber, dass der österliche Eierbrauch so beliebt war, dass er ab 1700 im protestantischen Umfeld süddeutscher Städte eine spielerische Umdeutung erfuhr: Den Kindern wurden die Eier zu Ostern als Haseneier versteckt. Und wer hat die Ostereier versteckt? Natürlich der Osterhase.

Wohl auch wegen seiner Symbolkraft, gilt er doch als fortpflanzungsfreudig. Und wenn er über die Felder hoppelte, war der Winter offensichtlich vorbei. Der Osterhase fand ab 1800 eine große Verbreitung und wurde im ganzen Land durch Schoko-, Plüschhasen und Kinderbücher bekannt. Der Osterhasen ist seitdem nicht mehr wegzudenken.

Das Osterfeuer

Mit dem Feuer vertreiben die Menschen schon seit Jahrhunderten den Winter und begrüßen den Frühling. Feuerweihen in der Osternacht sind im kirchlichen Ritus seit dem 10. Jahrhundert nachzuweisen. Naheliegend erscheint der Bezug zum Christuswort "Ich bin das Licht der Welt", das in dem kirchlichen Brauch, nach der Feuerweihe das Osterlicht in die dunkle Kirche zu tragen, versinnbildlicht wird. Mit Osterfeuern zeigen Christen ihre Osterfreude über die Auferstehung Christi. 

Text: Diakonie.de/Anieke Becker