Nachgefragt: Was Eltern in der Kinderreha lernen können

14. Mai 2019
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In der Kinderreha lernen nicht nur die Kinder, mit der Krankheit im Alltag umzugehen, sondern auch ihre Eltern. Was für die Angehörigen in der Kinderreha hilfreich ist, erläutert Eckart Behr, Diakon und Geschäftsführer der Sophienklinik Bad Sulza.

Mutter mit Kindern in der Kinderreha
© Diakonie/Ulrike Pape

In der Kinderreha lernen die begleitenden Eltern zusammen mit ihren Kindern für den Alltag

Eckart Behr
© Diakonie/Ulrike Pape

Eckhart Behr leitet die Sophienklinik im thüringischen Bad Sulza

Was beschäftigt die Angehörigen, wenn ihr Kind in der Kinderreha ist?

Eckart Behr: Begleitende Eltern wollen sich einerseits selbst erholen, andererseits an der Seite des Kindes viel Krankheitsverständnis und Tipps mitnehmen. Das ist häufig ein Spannungsfeld. Zudem das gesamte Umfeld anders als zuhause ist. Nicht selten ist aber auch der Erwartungsdruck gegenüber dem eigenen Kind und den Therapeuten sehr hoch.

Was hilft den Eltern weiter?

Behr: Die Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten sollen das Krankheitsbild und die Therapieansätze gut verständlich erläutern. Im Rehaverlauf sollten die Fachkräfte sich einerseits freundlich und empathisch zuwenden, andererseits sind klare Regeln und Ansagen unverzichtbar.

Was ist nach der Reha wichtig für die Familien?

Behr: Jede Klinik hat ein eigenes "kleines Nachsorgeprogramm" entwickelt. Solche Elternbroschüren, Therapieempfehlungen oder Reha-Begleitmappen sollten zuhause nicht gleich im Schrank ganz hinten verschwinden. Kleine Ansatzpunkte wie tägliche Übungen, Ernährungsregeln, Atemtherapien sollten sofort weitergeführt werden. Lieber weniger und regelmäßig, als idealisierte Vorhaben für später irgendwann.

 

Redaktion: Diakonie/Ulrike Pape