Nachgefragt: Kältehilfe für obdachlose Menschen

1. November 2018
  • Journal

Es wird wieder kalt in Deutschland. Wie die Kältetehilfe für obdachlose Menschen aussieht, erklärt Diakonie-Experte Rolf Keicher.

Mehrere Menschen unter einer Brücke. Manche liegen in Schlafsäcken. Ein Auto steht daneben

Für Obdachlose, die es nicht mehr von alleine in eine Notunterkunft schaffen, ist der Kältebus in Berlin da. Er fährt jeden Abend von 21 bis 3 Uhr nachts.

Wer nimmt das Angebot im Winter war?

Rolf Keicher: Bei der Kältehilfe geht es um Erfrierungsschutz. Es betrifft also Menschen, die keine anderen Möglichkeiten haben, keine Wohnung in der sie unterkommen können. In den letzten Jahren sind das immer mehr Frauen und Familien oder EU Bürgerinnen und Bürger, die wegen eines Jobs nach Deutschland gekommen sind, hier oft zu prekären Bedingungen arbeiten mussten, aber auch anerkannte Asylbewerberinnen und -bewerber.

Wie sieht die Kältehilfe für obdachlose Menschen aus?

Keicher: Die Diakonie organisiert in vielen Städten Kältehilfen für obdachlose Menschen. In den großen Städten sind Busse unterwegs, wie der Kältebus in Berlin oder der Mitternachtsbus in Hamburg. Sie versorgen Obdachlose mit heißen Getränken, Decken und Schlafsäcken. Teilweise bringen sie die Menschen auch zur Übernachtung in Notunterkünfte. Unsere Mitarbeitenden leisten dort in erster Linie Überlebenshilfe - sie versorgen die Menschen mit Nahrung und Wärme.

Was könnte noch getan werden?

Keicher: Aber natürlich geht es uns auch um nachhaltige Sozialarbeit: Wir wollen, dass die Menschen ihr Recht auf Wohnraum verwirklich können. Dazu gibt es die Sozialberatungen, es wäre toll, wenn diese auch in den Notunterkünfte angeboten werden könnte. Dazu fehlt es aber an finanziellen und persönlichen Ressourcen.

Text: Diakonie/Anieke Becker