Migrationsfachdienste im Fokus

26. Januar 2017
  • Journal
  • Flucht und Migration

Das Projekt "Interkulturelle Öffnung - Führungsaufgabe in einer Diakonie der Vielfalt" richtet sich an Fach- und Führungskräfte in den Migrationsfachdiensten und ist zum 01.11.2016 gestartet.

"Interkulturelle Öffnung - Führungsaufgabe in einer Diakonie der Vielfalt" wird im Rahmen des Projektes „rückenwind – Für die Beschäftigten und Unternehmen in der Sozialwirtschaft“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

Die Aufnahme und Integration von Geflüchteten und anderen Zugewanderten stellt die Sozialwirtschaft vor eine große Herausforderung. Für die Migrationsfachdienste der Diakonie besteht großer Unterstützungsbedarf. Die hohe Zahl von ratsuchenden Menschen setzt die Mitarbeitenden extremen Belastungen aus.

Das jährliche Fallaufkommen der beratenden Fachkräfte in den Migrationsberatungen für Erwachsene (MBE) ist seit dem Jahr 2015 im Schnitt auf das Vierfache gestiegen. Zahlreiche Anfragen aus der Öffentlichkeit binden Ressourcen. Mitarbeitende sehen sich zudem Übergriffen oder Bedrohungen ausgesetzt. Körperliche und seelische Überforderung können als Folgen auftreten.

Fragen und Antworten zum Projekt

Das Projekt „Interkulturelle Öffnung - Führungsaufgabe in einer Diakonie der Vielfalt“ begegnet der außerordentlichen Belastungssituation der Mitarbeitenden der diakonischen Migrationsfachdienste und startete am 01. November 2016. Es werden Angebote entwickelt, die den Mitarbeitenden in den Migrationsfachdiensten den Umgang mit den Herausforderungen in ihrer Beratungsarbeit erleichtern soll, zur Stressbewältigung, zum Umgang mit rassistischen Angriffen, Agieren in einem integrationsfeindlichen Klima, zu Empowermentstrategien oder zur gesundheitlichen Unterstützung. Außerdem soll ein nachhaltiger Prozess von Organisations- und Personalentwicklung im Diversity Management und der Interkulturellen Öffnung aktiv mit den Führungskräften der Migrationsfachdienste gestaltet werden.

Das Ziel des Projektes ist es, die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeitende langfristig zu erhalten und sie zu befähigen, mit der Belastungssituation umzugehen. Fach- und Führungskräfte erhalten gemeinsam Qualifizierungen zu den Themen interkulturelle Sensibilisierung, Rassismus, Diskriminierung, Vorurteile, Rechtsextremismus und Gewalt bzw. Bedrohung. Führungskräfte werden in regionalen Workshops geschult, einen Organisationsentwicklungsprozess im Sinne der interkulturellen Öffnung und Diversity in ihren Organisationen zu initiieren und zu begleiten.

Durch Supervision, Coaching und Beratung werden die Teilnehmenden begleitet und systematisch in ihrer beruflichen Rolle gestärkt. Angemessene Reaktionen auf rassistische und/oder rechtsradikale Angriffe und der Umgang mit latenten Bedrohungssituationen werden erlernt und Strategien verinnerlicht. Die Inhalte werden in Form von Schrift- und Videomaterial für die Mitarbeitenden der Migrationsfachdienste im diakonieinternen Wissensmanagement zur Verfügung gestellt.

Das Projekt wird durch zwei regionale Steuerungsgruppen begleitet, die mit den Projektmitarbeiterinnen der Diakonie Deutschland, Teilnehmenden aus den Landesverbänden und Führungskräften der Träger besetzt sind. Die Zusammenarbeit der Gruppen soll über das Projektende weiter fortbestehen.

Mitarbeitende der diakonischen Migrationsfachdienste und Führungskräfte in den Einrichtungen. Kooperationspartner sind die diakonischen Landesverbände.

Das Projekt läuft drei Jahre. Vom 01. November 2016 bis Oktober 2019. Die Projektergebnisse werden in einem Bericht veröffentlicht.

Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) im Rahmen des Programms "rückenwind – Für die Beschäftigten und Unternehmen in der Sozialwirtschaft" (kurz: rückenwind+) und durch Bundesmittel gefördert.

Das Projekt startete mit seinen Angeboten erfolgreich im Mai 2017. Mehr als 190 Fach- und Führungskräfte von Migrationsfachdiensten der Diakonie nahmen bundesweit an insgesamt neun Standorten an den Auftaktveranstaltungen zum Thema "Interkulturelle Orientierung, Interkulturelle Öffnung und Diversity" teil. Darüber hinaus wurden an 17 Standorten Gruppen- und Fallsupervisionen für die Fachkräfte angeboten. Insgesamt wurden im Jahr 2017 neun Workshops für die Fach- und Führungskräfte zum Thema "Rassistische Diskriminierung und Rassismus" und vier Workshops für die Führungskräfte zum Thema "Interkulturelle Personal- und Organisationsentwicklung" durchgeführt.

2018 begann mit einer Gesamtsteuerungssitzung, an denen u.a. die beteiligten Landesreferent*innen und Projektteilnehmer*innen teilnahmen. Es fanden drei Veranstaltungen für Führungskräfte zu "Interkulturelle Öffnung, Diversity und Gesundheitsmanagement I" statt, gefolgt vom Aufbaumodul "Interkulturelle Öffnung, Diversity und Gesundheitsmanagement II" zum Jahresende an drei Standorten. Zusätzlich wurden neun Workshops zu "Rechtsextremismus und Rechtspopulismus" für Fach- und Führungskräfte angeboten, mit bundesweit über 140 Teilnehmenden. Ebenfalls zum Jahresende 2018 sind zwei regionale Steuerungsgruppensitzungen angesetzt. Die kommenden Veranstaltungen für 2019 sind bereits geplant. An drei Standorten werden Verstetigungsworkshops für Führungskräfte durchgeführt. Darauf folgen Workshops für Fach- und Führungskräfte in den Themenfeldern "Soziale Arbeit mit Zuwander*innen – Möglichkeiten und Grenzen professionellen Handelns", "Zusammenarbeit mit Dolmetscher*innen in der Beratung" und "Antimuslimischer Rassismus und Rechtspopulismus – Hintergründe, Zusammenhänge und Handlungsmöglichkeiten".

Am 18. September 2019 findet die Abschlusskonferenz des Projekts in Berlin mit allen Teilnehmenden statt.

Ansprechpartnerinnen

Heike Timmen

Projekt Interkulturelle Öffnung – Führungsaufgabe in einer Diakonie der Vielfalt

030 65211-1893

[email protected]

Indra Lopez Velasco

Projekt Interkulturelle Öffnung – Führungsaufgabe in einer Diakonie der Vielfalt

030 65211-1495

[email protected]