FAQ zur Impfung gegen das Coronavirus

17. November 2021
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Wir haben wichtige Fragen und Antworten rund um die Impfung gegen das Coronavirus zusammengestellt.

Weitere Informationen zum Coronavirus finden Sie auf unserer Corona-Informationsseite, Neuigkeiten in den Diakonie-Nachrichten zum Coronavirus.

Der Arzt setzt eine Spritze an, um die Corona-Schutzimpfung zu verabreichen
© Diakonie Aue-Schwarzenberg/Silvio Namsler

Die Diakonie Deutschland unterstützt grundsätzlich die Impfstrategie der Bundesregierung und befürwortet auch die Reihenfolge der vulnerablen Gruppen in der Impfverordnung.

Fragen und Antworten zur Corona-Impfung

Alle Impfstoffe, die bisher in Deutschland zugelassen sind, wurden umfangreich auf ihre Wirksamkeit und Sicherheit getestet. Bisher wurden vier Impfstoffe zugelassen, von BioNTech/Pfizer (Comirnaty), Moderna, AstraZeneca (Vaxzevria) und Johnson & Johnson. Alle Impfstoffe wurden durch ein deutsches und europäisches Arzneimittelzulassungsverfahren umfangreich geprüft und für sicher und wirksam befunden. Diese Zulassungsverfahren sind für alle in Deutschland erhältlichen Medikamente vorgeschrieben. Dabei wird das neue Medikament in einem Stufenverfahren erst im Labor getestet und dann auch an Menschen angewendet. Alle Schritte wurden durch unabhängige Wissenschaftler*innen überwacht.

Die schnelle Entwicklung des Corona-Impfstoffes war möglich, weil viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sehr eng zusammengearbeitet haben. So konnten die Ergebnisse aus der Virus-Forschung direkt in die Impfstoffentwicklung einfließen.

Das Zulassungsverfahren konnte durch das sogenannte „Rolling Review“ beschleunigt werden – das bedeutet, dass mehrere Schritte gleichzeitig durchgeführt wurden. Auch wenn das Zulassungsverfahren schneller ging als sonst, war es nicht weniger gründlich.

Die Impfstoffe von BioNTech und Moderna sind sogenannte mRNA-Impfstoffe.

Durch die Impfung gelangen genetische Bausteine (messenger-RNA) des Virus in den Körper. Der Körper reagiert darauf mit einer Immunreaktion und baut Antikörper gegen das Virus auf. Diese Antikörper neutralisieren das Virus, wenn es in den Körper eindringt und verhindern auf diese Weise eine Infektion.

Nein. Der mRNA-Impfstoff kann nicht in die genetische Struktur der geimpften Menschen eindringen.

Nach einer Impfung kommt es manchmal zu Schmerzen an der Einstichstelle, die ein paar Tage anhalten können. Außerdem fühlen sich manche Menschen nach einer Impfung schlapp und können Fieber oder Kopfschmerzen bekommen. Das liegt daran, dass die Immunabwehr aktiviert wird und genau das tut, was sie tun soll. Diese Symptome klingen ebenfalls nach ein paar Tagen wieder ab. Solche Impfreaktionen können bei allen Impfungen auftreten und sind ganz normal.

Sehr wenige Menschen reagieren auf einen Bestandteil des Impfstoffs allergisch. Diese allergischen Reaktionen treten immer direkt nach der Impfung auf, deshalb soll man nach der Impfung noch mindestens eine Viertelstunde unter medizinischer Aufsicht bleiben. Bei schweren allergischen Reaktionen muss ein Notfallmedikament gegeben werden, welches die Impfteams dabeihaben.

Langzeitnebenwirkungen: Impf-Nebenwirkungen treten generell meist innerhalb von wenigen Stunden oder Tagen nach der Impfung auf, in seltenen Fällen auch einmal Wochen oder wenige Monate später. Es gibt keine bekannten Fälle, bei denen die Nebenwirkung einer Impfung erst nach langer Zeit aufgetreten ist.

Langzeitfolgen: Von Langzeitfolgen spricht man, wenn Nebenwirkungen über einen längeren Zeitraum anhalten. Das kommt bei Impfstoffen sehr selten vor.

Auch der Impfstoff von AstraZeneca hat eine hohe Wirksamkeit und schützt vor einer Infektion oder schweren Verläufen von Corona-Infektionen. Es wurden weltweit schon Millionen Menschen damit erfolgreich geimpft. Es wurde aber festgestellt, dass Menschen nach einer Impfung in sehr wenigen Fällen nach 10 bis 14 Tagen gefährliche Blutgerinnsel (Thrombosen) entwickeln. Weil das vor allem Frauen unter 60 Jahren betrifft, wird nun empfohlen, den AstraZeneca Impfstoff nur noch für Menschen über 60 Jahren zu verwenden.

Auf diese Frage können die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler noch keine genaue Antwort geben. Derzeit gehen sie davon aus, dass der Impfschutz mindestens sechs Monate hält. Nach sechs Monaten gibt es nun für besonders gefährdete Menschen die Möglichkeit, eine „Auffrischungsimpfung“ zu bekommen. Diese „Auffrischungsimpfung“ soll bald auch für alle anderen Menschen verfügbar sein, so dass sich jede und jeder nach sechs Monaten erneut impfen lassen kann. Dadurch erhöht sich der Impfschutz.

Bisher schützen die Impfstoffe auch vor den Mutationen des Corona-Virus. Das kann sich aber ändern, wenn weitere Mutationen auftreten. Wichtig ist, dass auch weiterhin alle Schutzmaßnahmen eingehalten werden.

Das Corona-Virus ist sehr ansteckend, vor allem die bereits bekannten Mutationen wie die „Delta-Variante“. Man kann sich auch nach der Impfung noch anstecken und das Virus an andere Menschen übertragen. Die Krankheitsverläufe von geimpften Menschen sind aber viel milder und die Erkrankten müssen nicht so häufig ins Krankenhaus. Auf den Intensivstationen der Krankenhäuser liegen derzeit fast zehnmal so viele ungeimpfte wie geimpfte Menschen. Menschen ohne Impfung sterben auch deutlich häufiger als diejenigen, die sich impfen lassen.

Auch geimpfte Menschen können das Virus übertragen. Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings geringer als bei ungeimpften Personen. Deshalb ist es wichtig, sich weiterhin regelmäßig zu testen und auf die Abstands- und Hygieneregeln zu achten.

Inzwischen gibt es für fast alle Altersgruppen zugelassene Impfstoffe. Nur für Kinder unter zwölf Jahren hat die StiKo noch keinen Impfstoff empfohlen. Deshalb sind die Kinder in Grundschulen und Kitas gerade besonders gefährdet und es gibt in dieser Altersgruppe eine hohe Inzidenz. Kranke Kinder und gefährdete Bezugspersonen sollten deshalb besonders geschützt werden.

Die Impfstoffe von BioNTech/ Pfizer und Moderna sind mRNA-Impfstoffe, die Impfstoffe von AstraZeneca sowie Johnson & Johnson sind Vektorimpfstoffe. Mit dem Vektorimpfstoff werden einzelne, ungefährliche Bestandteile des Virus in den Körper gebracht. Der Körper erkennt so das Virus ohne daran zu erkranken und baut seine Abwehr gegen das Virus auf. Genau wie beim mRNA-Impfstoff baut der Körper in seinem Immunsystem Antikörper gegen das Corona-Virus auf, weil er durch den Impfstoff dazu die notwendigen Informationen bekommen hat.

Informationen und Positionen zur Impfstrategie und zum Prozess der Impfungen

Die Diakonie Deutschland unterstützt grundsätzlich die Impfstrategie der Bundesregierung und befürwortet auch die Reihenfolge der vulnerablen Gruppen in der Impfverordnung. Mehr Informationen in der Stellungnahme der BAGFW zur Impfverordnung.

der Bewohnerinnen und Bewohner haben die ersten und zweite Impfung erhalten. Gegenwärtig werden die Auffrischungsimpfungen durchgeführt für alle Bewohnerinnen und Bewohner, die bereits bis Ostern beiden Impfungen erhalten hatten. Die Impfquoten sind hier in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich. Dies hängt mit der Impforganisation in den einzelnen Bundesländern zusammen. Eine 100-prozentige Durchimpfung ist aus verschiedenen Gründen nicht erreichbar. Manche Menschen können aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden, einige möchten sich aus verschiedensten Gründen nicht impfen lassen. Auch Menschen, die neu in das Pflegeheim aufgenommen werden, sind teilweise noch nicht geimpft.

Anzustreben ist, dass >90 Prozent der Bewohner und des Personals einen Impfschutz haben. Der volle Impfschutz liegt 14 Tage nach der zweiten Impfung vor.

In der Coronavirus-Impfverordnung der Bundesregierung werden der Anspruch auf Impfung sowie die Vergütung und die Rahmenbedingungen der Umsetzung geregelt. Eine staatlich verordnete Corona-Impfpflicht gibt es nicht. Dementsprechend erfolgt die Impfung gegen das Virus auch in den Pflegeeinrichtungen der Diakonie ausschließlich auf freiwilliger Basis. Das gilt sowohl für die Bewohnerinnen und Bewohner als auch für die Beschäftigten.

Wenn die Bewohnerinnen und Bewohner nicht mehr in der Lage sind, selbst eine Entscheidung für oder gegen die Impfung zu treffen, wird sie von ihren Betreuerinnen, Betreuern, gesetzlichen Vertreterinnen und Vertretern oder Bevollmächtigten getroffen. Die Aufklärung über die Impfung und ihre Folgen sowie die ordnungsgemäßen Einwilligungserklärungen liegen in der Verantwortung der jeweiligen Impfteams. 

Weitere Informationen gibt es in den Fragen und Antworten zur COVID-19-Impfung des Bundesgesundheitsministeriums.

Die Diakonie Deutschland hat unter dem Hashtag #impfen eine Social Media-Kampagne gestartet, um die Impfbereitschaft bei Mitarbeitenden vor allem in der Pflege zu erhöhen. Mitarbeitende aus den Bereichen Kranken- und Altenpflege sowie der Behindertenarbeit werden mit einem persönlichen Statement dazu zitiert, warum sie sich impfen lassen.

Die pflegenden Angehörigen müssen die Pflege oft völlig allein durchführen, was viele überfordert. Es braucht aufsuchende Unterstützung für pflegende Angehörige, nicht nur Angebote, die sie aktiv in Anspruch nehmen können. Überforderung führt zu einer emotionalen und körperlichen Erschöpfung, die weder für die pflegebedürftigen Menschen noch für die Pflegenden hilfreich ist. Es gibt kein strukturelles Hilfesystem für diese Menschen, die Pflege soll durch die Familie erfolgen.

Mehr Aufmerksamkeit wäre sicher gut, eine Reform der Pflegeversicherung wäre besser.

Es führt kein Weg vorbei an einer umfassenden Pflegereform, die zu mehr Personal in den Pflegeeinrichtungen und -diensten führt und die pflegebedürftige Menschen zugleich finanziell nicht überfordert.

Durch gute Arbeitsbedingungen, berufliche Entwicklungsmöglichkeiten und angemessene Bezahlung lassen sich außerdem mehr junge Menschen und Berufsumsteigerinnen und -umsteiger für den Pflegeberuf gewinnen.

Verbesserte Arbeitsbedingungen und angemessene Bezahlung setzen jedoch die entsprechende Refinanzierung durch die Pflegekassen voraus und dürfen nicht auf Kosten der Pflegebedürftigen aufgrund steigender Eigenanteile erfolgen. Das Teilleistungssystem der Pflegeversicherung ist unter anderem auch deshalb reformbedürftig. Die Deckelung der Eigenanteile wäre ein erster wichtiger Schritt.

Bereits im Sommer 2019 hat die Diakonie Deutschland ein Konzept für eine grundlegende Pflegereform vorgelegt.

Im Sommer 2021 gab es zwar einige gesetzliche Änderungen an der Pflegeversicherung. Diese Änderungen ersetzen jedoch keine grundlegende Pflegeversicherungsreform, so dass die Reformbedürftigkeit des Systems zwingend in dieser Legislaturperiode angegangen werden muss.