FAQ zur Impfung gegen das Coronavirus

19. April 2021
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  • Gesundheit und Pflege

Wir haben wichtige Fragen und Antworten rund um die Impfung gegen das Coronavirus zusammengestellt. Zudem gibt es die FAQ in Leichter Sprache.

Weitere Informationen zum Coronavius finden Sie auf unserer Corona-Informationsseite, Neuigkeiten in den Diakonie-Nachrichten zum Coronavirus.

Der Arzt setzt eine Spritze an, um die Corona-Schutzimpfung zu verabreichen
© Diakonie Aue-Schwarzenberg/Silvio Namsler

Die Diakonie Deutschland unterstützt grundsätzlich die Impfstrategie der Bundesregierung und befürwortet auch die Reihenfolge der vulnerablen Gruppen in der Impfverordnung.

Fragen und Antworten zur Corona-Impfung

Alle Impfstoffe, die bisher in Deutschland zugelassen sind, wurden umfangreich auf ihre Wirksamkeit und Sicherheit getestet. Bisher wurden vier Impfstoffe zugelassen, von BioNTech/Pfizer (Comirnaty), Moderna, AstraZeneca (Vaxzevria) und Johnson & Johnson. Alle Impfstoffe wurden durch ein deutsches und europäisches Arzneimittelzulassungsverfahren umfangreich geprüft und für sicher und wirksam befunden. Diese Zulassungsverfahren sind für alle in Deutschland erhältlichen Medikamente vorgeschrieben. Dabei wird das neue Medikament in einem Stufenverfahren erst im Labor getestet und dann auch an Menschen angewendet. Alle Schritte wurden durch unabhängige Wissenschaftler*innen überwacht.

Die schnelle Entwicklung des Corona-Impfstoffes war möglich, weil viele Wissenschaftler*innen sehr eng zusammengearbeitet haben. So konnten die Ergebnisse aus der Virus-Forschung direkt in die Impfstoffentwicklung einfließen.

Das Zulassungsverfahren konnte durch das sogenannte „Rolling Review“ beschleunigt werden – das bedeutet, dass mehrere Schritte gleichzeitig durchgeführt wurden. Auch wenn das Zulassungsverfahren schneller ging als sonst, war es nicht weniger gründlich.

Die Impfstoffe von BioNTech und Moderna sind sogenannte mRNA-Impfstoffe.

Durch die Impfung gelangen genetische Bausteine (messenger-RNA) des Virus in den Körper. Der Körper reagiert darauf mit einer Immunreaktion und baut Antikörper gegen das Virus auf. Diese Antikörper neutralisieren das Virus, wenn es in den Körper eindringt und verhindern auf diese Weise eine Infektion.

Nein. Der mRNA-Impfstoff kann nicht in die genetische Struktur der geimpften Menschen eindringen.

Nach einer Impfung kommt es manchmal zu Schmerzen an der Einstichstelle, die ein paar Tage anhalten können. Außerdem fühlen sich manche Menschen nach einer Impfung schlapp und können Fieber oder Kopfschmerzen bekommen. Das liegt daran, dass die Immunabwehr aktiviert wird und genau das tut, was sie tun soll. Diese Symptome klingen ebenfalls nach ein paar Tagen wieder ab. Solche Impfreaktionen können bei allen Impfungen auftreten und sind ganz normal.

Sehr wenige Menschen reagieren auf einen Bestandteil des Impfstoffs allergisch. Diese allergischen Reaktionen treten immer direkt nach der Impfung auf, deshalb soll man nach der Impfung noch mindestens eine Viertelstunde unter medizinischer Aufsicht bleiben. Bei schweren allergischen Reaktionen muss ein Notfallmedikament gegeben werden, welches die Impfteams dabeihaben.

Langzeitnebenwirkungen: Impf-Nebenwirkungen treten generell meist innerhalb von wenigen Stunden oder Tagen nach der Impfung auf, in seltenen Fällen auch einmal Wochen oder wenige Monate später. Es gibt keine bekannten Fälle, bei denen die Nebenwirkung einer Impfung erst nach langer Zeit aufgetreten ist.

Langzeitfolgen: Von Langzeitfolgen spricht man, wenn Nebenwirkungen über einen längeren Zeitraum anhalten. Das kommt bei Impfstoffen sehr selten vor.

Auch der Impfstoff von AstraZeneca hat eine hohe Wirksamkeit und schützt vor einer Infektion oder schweren Verläufen von Corona-Infektionen. Es wurden weltweit schon Millionen Menschen damit erfolgreich geimpft. Es wurde aber festgestellt, dass Menschen nach einer Impfung in sehr wenigen Fällen nach 10 bis 14 Tagen gefährliche Blutgerinnsel (Thrombosen) entwickeln. Weil das vor allem Frauen unter 60 Jahren betrifft, wird nun empfohlen, den AstraZeneca Impfstoff nur noch für Menschen über 60 Jahren zu verwenden.

Auf diese Frage können die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler noch keine genaue Antwort geben. Wahrscheinlich muss der Impfschutz regelmäßig aufgefrischt werden.

Bisher schützen die Impfstoffe auch vor den Mutationen des Corona-Virus. Das kann sich aber ändern, wenn weitere Mutationen auftreten. Wichtig ist, dass auch weiterhin alle Schutzmaßnahmen eingehalten werden.

Es gibt inzwischen einige Fälle von Corona-Infektionen, die auch nach einer Impfung auftreten. Man kann sich auch nach der Impfung noch anstecken. Die Krankheitsverläufe sind aber viel milder als ohne Impfung. Die Menschen, die sich mit einer Impfung infizieren, müssen nicht ins Krankenhaus und es ist auch noch niemand Geimpftes an Corona gestorben.

Auch diese Frage kann man noch nicht sicher beantworten. Zum jetzigen Zeitpunkt ist das noch nicht abschließend untersucht. Deswegen ist es auch weiterhin notwendig, sich an die geltenden Hygienemaßnahmen (Abstand, Hände waschen/desinfizieren) zu halten und eine Maske zu tragen. Die Studien weisen aber deutlich darauf hin, dass geimpfte Personen das Virus nicht mehr übertragen können.

Die Corona-Impfstoffe sind zunächst nur für Erwachsene zugelassen worden, weil sie noch nicht genügend auf Wirksamkeit und Sicherheit bei Kindern und Jugendlichen untersucht werden konnten. Auch Schwangere sollten sich aus demselben Grund noch nicht impfen lassen. Die Studien an diesen Gruppen sind besonders aufwendig und erfolgen erst, wenn das Medikament bei (nicht schwangeren) Erwachsenen gut wirkt. Wichtig ist es, dass besonders die Menschen in der näheren Umgebung von Schwangeren und gefährdeten (zum Beispiel chronisch kranken) Kindern geimpft werden. Diese Personengruppen können von einem Impfschutz der Mitmenschen profitieren, da davon auszugehen ist, dass das Infektionsgeschehen immer mehr zurückgeht, je mehr Menschen sich impfen lassen.

Die Impfstoffe von BioNTech/ Pfizer und Moderna sind mRNA-Impfstoffe, die Impfstoffe von AstraZeneca sowie Johnson & Johnson sind Vektorimpfstoffe. Mit dem Vektorimpfstoff werden einzelne, ungefährliche Bestandteile des Virus in den Körper gebracht. Der Körper erkennt so das Virus ohne daran zu erkranken und baut seine Abwehr gegen das Virus auf. Genau wie beim mRNA-Impfstoff baut der Körper in seinem Immunsystem Antikörper gegen das Corona-Virus auf, weil er durch den Impfstoff dazu die notwendigen Informationen bekommen hat.

Informationen und Positionen zur Impfstrategie und zum Prozess der Impfungen

Die Diakonie Deutschland unterstützt grundsätzlich die Impfstrategie der Bundesregierung und befürwortet auch die Reihenfolge der vulnerablen Gruppen in der Impfverordnung. Mehr Informationen in der Stellungnahme der BAGFW zur Impfverordnung.

Es war richtig, die Menschen im hohen Alter zuerst zu impfen, weil sie ein sehr viel größeres Risiko haben, schwer zu erkranken und zu sterben – insbesondere in Pflegeeinrichtungen, weil das Ansteckungsrisiko in Gemeinschaftseinrichtungen viel höher ist als in privaten Wohnungen. In diesem Zusammenhang mussten und müssen weiterhin möglichst auch alle Pflegenden geimpft werden, weil sie sich und die alten Menschen anstecken können.

Die Priorisierung der Impfreihenfolge wird derzeit regelmäßig überarbeitet und aktuellen Entwicklungen angepasst. Die Diakonie äußert gemeinsam mit anderen Wohlfahrtsverbänden dazu. Mehr Informationen in der Stellungnahme der BAGFW zur Coronavirus-Impfverordnung sowie auf der Informationsseite des Bundesgesundheitsministeriums zum Coronavirus.

Der Großteil der Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen ist geimpft. Über 90 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner haben mit Stand 07.04.2021 mindestens die erste Impfung und davon ca. 75 Prozent die zweite Impfung gegen SARS-CoV-2 erhalten. 

Eine 100-prozentige Durchimpfung ist aus verschiedenen Gründen nicht erreichbar. Manche Menschen können aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden, einige möchten sich aus verschiedensten Gründen nicht impfen lassen. Auch Menschen, die neu in das Pflegeheim aufgenommen werden, sind teilweise noch nicht geimpft.

Anzustreben ist, dass >90 Prozent der Bewohner und des Personals einen Impfschutz haben. Der volle Impfschutz liegt 14 Tage nach der zweiten Impfung vor.

Grundsätzlich bieten die Impfungen den geimpften Menschen einen hohen Schutz vor einer Erkrankung bzw. einem schweren Krankheitsverlauf. Allerdings entwickeln nicht alle geimpften Menschen einen ausreichenden Immunschutz – können daher also weiterhin erkranken. Daher kommt es teilweise weiterhin zu Erkrankungsfällen, auch wenn die Bewohnerinnen und Bewohner der Einrichtung geimpft sind. Die bisherigen Erfahrungen zeigen jedoch, dass insgesamt weniger Infektionsfälle auftreten und die Erkrankungen dann eher mild verlaufen.

Die hohe Impfquote ist bereits spürbar: Die Ausbrüche in Pflegeheimen sind deutlich zurückgegangen, von über 370 in einer Woche Ende Dezember bis auf etwa 50 Ausbrüche in der letzten Februarwoche 2021.

Zudem sind teilweise nicht alle Bewohnerinnen und Bewohner oder das Personal einer Einrichtung geimpft. Deshalb ist es wichtig, auch weiterhin gewisse Schutzmaßnahmen in Pflegeeinrichtungen umzusetzen.

Derzeit wird intensiv geprüft, ob es für geimpfte Personen in Einrichtungen, in denen ein Großteil der Bewohnerinnen und Bewohner sowie des Personals geimpft ist, Lockerungen hinsichtlich der gängigen Schutzvorkehrungen geben kann.

In Anbetracht der hohen Durchimpfungsraten der Bewohner*innen, müssen nun Konzepte dafür entwickelt werden, wie und in welchen Bereichen die Maßnahmen zur Vermeidung des Eintrags und der Weiterverbreitung von SARS-CoV-2 gelockert werden können, ohne dass die Infektionsrisiken in den Pflegeheimen erneut ansteigen – insbesondere vor dem Hintergrund der in der Allgemeinbevölkerung steigenden Inzidenzen. Hierzu bedarf es aber entsprechender Anpassungen der Landesverordnungen.

Dabei müssen verschiedene Aspekte berücksichtigt werden, die in den Limitationen der Impfungen selbst begründet sind sowie durch äußere Bedingungen wie zum Beispiel Durchimpfungsraten von Bewohnern, Personal oder die Verbreitung der besorgniserregenden neuen Varianten.

Prinzipiell kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich Geimpfte mit SARS-CoV-2 infizieren (zum Beispiel mit dem Originalvirus oder mit neuen Virusvarianten, zum Beispiel VOC) und die Infektion auf andere Personen übertragen. Allerdings ist nach dem derzeitigen Kenntnisstand das Risiko bei Geimpften deutlich geringer ist als bei Nichtgeimpften.

In einer Einrichtung sind in der Regel nicht alle Personen geimpft, wobei der Prozentsatz von Einrichtung zu Einrichtung schwankt. Eine 100-prozentige Durchimpfung ist aus verschiedenen Gründen nicht erreichbar. Anzustreben ist, dass >90 Prozent der Bewohner und des Personals einen Impfschutz haben.

Vor diesem Hintergrund muss bei einer Anpassung der Empfehlungen zum Infektionsschutz das verbleibende Restrisiko abgewogen werden gegen die positiven Auswirkungen einer Lockerung von Maßnahmen.

Grundsätzlich gelten weiterhin die bestehenden Empfehlungen des RKI zur Prävention und Infektionskontrolle (Basismaßnahmen (AHA+L), erweiterte Hygienemaßnahmen in der Pandemie, spezifische Hygienemaßnahmen bei der Versorgung von Infizierten, Vorgehen bei Ausbrüchen, Symptomscreening, Nationale Teststrategie) ungeachtet des individuellen Impfstatus bzw. des Anteils der geimpften Bewohner*innen bzw. Personals in der Einrichtung.

Bei hoher Durchimpfungsrate der Bewohner und möglichst auch des Personals können stufenweise Anpassungen der Empfehlungen zum Infektionsschutz erwogen werden unter Berücksichtigung:

  • Kontaktpersonennachverfolgung bei engem Kontakt zu einer SARS-CoV-19-positiven Person

  • routinemäßige Testung

  • soziale Kontakte innerhalb der Einrichtung

  • Besucherregelungen bei vollständig geimpften Bewohner/innen

In der Coronavirus-Impfverordnung der Bundesregierung werden der Anspruch auf Impfung sowie die Vergütung und die Rahmenbedingungen der Umsetzung geregelt. Eine staatlich verordnete Corona-Impfpflicht gibt es nicht. Dementsprechend erfolgt die Impfung gegen das Virus auch in den Pflegeeinrichtungen der Diakonie ausschließlich auf freiwilliger Basis. Das gilt sowohl für die Bewohnerinnen und Bewohner als auch für die Beschäftigten.

Wenn die Bewohnerinnen und Bewohner nicht mehr in der Lage sind, selbst eine Entscheidung für oder gegen die Impfung zu treffen, wird sie von ihren Betreuerinnen, Betreuern, gesetzlichen Vertreterinnen und Vertretern oder Bevollmächtigten getroffen. Die Aufklärung über die Impfung und ihre Folgen sowie die ordnungsgemäßen Einwilligungserklärungen liegen in der Verantwortung der jeweiligen Impfteams. 

Weitere Informationen gibt es in den Fragen und Antworten zur COVID-19-Impfung des Bundesgesundheitsministeriums.

Die Diakonie Deutschland hat unter dem Hashtag #impfen eine Social Media-Kampagne gestartet, um die Impfbereitschaft bei Mitarbeitenden vor allem in der Pflege zu erhöhen. Mitarbeitende aus den Bereichen Kranken- und Altenpflege sowie der Behindertenarbeit werden mit einem persönlichen Statement dazu zitiert, warum sie sich impfen lassen.

Auch hier gibt es große Fortschritte. Die meisten Mitarbeitenden in den ambulanten Einrichtungen haben ein Impfangebot erhalten.

Wir haben uns dafür eingesetzt, dass pflegende Angehörige gemeinsam mit den pflegebedürftigen Menschen, die sie betreuen, geimpft werden sollten. Das vermeidet unnötige Wege und Infektionen.

Viele sind sehr besorgt und möchten schnell geimpft werden. Das wissen wir, weil viele sich in der Pressestelle gemeldet haben. Leider werden die Impftermine in jedem Bundesland anders verteilt. In Berlin muss man zum Beispiel warten, bis man eine schriftliche Aufforderung erhält, in Brandenburg ruft man bei einer Hotline an. Das führt zu Verunsicherung, aber die örtlichen Gesundheitsämter wissen (meist) Bescheid. Ein wenig Geduld ist auch wichtig, weil nicht alle gleichzeitig drankommen können. Wir wünschen uns als Diakonie auch hier eine kohärente Impfstrategie, damit die Menschen nicht verunsichert sind und eine Perspektive haben, wann sie mit den Impfungen rechnen können. Wünschenswert ist hier eine klare und transparente Kommunikation.

Wir haben auf unserer Internetseite eine Info zu den Regelungen in den Bundesländern erstellt, die teilweise unterschiedlich sind.

Weitere Infos rund ums Impfen gibt es auf der Informationsplattform der Kassenärztlichen Vereinigungen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zum ärztlichen Bereitschaftsdienst in Deutschland.

Die Organisation der Impftermine wird leider in allen Bundesländern anders geregelt. Daher gibt es kein einheitliches Vorgehen. In vielen Bundesländern ist dies inzwischen problemlos möglich.

Die pflegenden Angehörigen müssen die Pflege oft völlig allein durchführen, was viele überfordert. Es braucht aufsuchende Unterstützung für pflegende Angehörige, nicht nur Angebote, die sie aktiv in Anspruch nehmen können. Überforderung führt zu einer emotionalen und körperlichen Erschöpfung, die weder für die pflegebedürftigen Menschen noch für die Pflegenden hilfreich ist. Es gibt kein strukturelles Hilfesystem für diese Menschen, die Pflege soll durch die Familie erfolgen.

Mehr Aufmerksamkeit wäre sicher gut, eine Reform der Pflegeversicherung wäre besser.

Das finden wir richtig und haben uns dafür ausgesprochen, dass pflegende Angehörige gleichzeitig mit den pflegebedürftigen Menschen geimpft werden können. Hinzu kommt, dass die engen Kontaktpersonen/pflegende Angehörige auch Priorität 1 haben können, wenn sie über 80 Jahre sind.

Wichtig ist, dass die Länder die engen Kontaktpersonen zeitnah darüber aufklären, wann sie einen Impftermin erhalten können und wie. Sie brauchen verlässliche Informationen und einen niedrigschwelligen Zugang zu den Impfungen.

Wir wünschen uns als Diakonie auch hier eine kohärente Impfstrategie, damit die Menschen nicht verunsichert sind und eine Perspektive haben, wann sie mit den Impfungen rechnen können. Wünschenswert ist hier eine klare und transparente Kommunikation.

Es führt kein Weg vorbei an einer umfassenden Pflegereform, die zu mehr Personal in den Pflegeeinrichtungen und -diensten führt und die pflegebedürftige Menschen zugleich finanziell nicht überfordert.

Durch gute Arbeitsbedingungen, berufliche Entwicklungsmöglichkeiten und angemessene Bezahlung lassen sich außerdem mehr junge Menschen und Berufsumsteigerinnen und -umsteiger für den Pflegeberuf gewinnen.

Verbesserte Arbeitsbedingungen und angemessene Bezahlung setzen jedoch die entsprechende Refinanzierung durch die Pflegekassen voraus und dürfen nicht auf Kosten der Pflegebedürftigen aufgrund steigender Eigenanteile erfolgen. Das Teilleistungssystem der Pflegeversicherung ist unter anderem auch deshalb reformbedürftig. Die Deckelung der Eigenanteile wäre ein erster wichtiger Schritt.

Bereits im Sommer 2019 hat die Diakonie Deutschland ein Konzept für eine grundlegende Pflegereform vorgelegt.

Der Bundesgesundheitsminister hat zwar letzten Herbst Eckpunkte für eine Pflegeversicherung vorgelegt, ein konkreter Gesetzesvorschlag fehlt jedoch.