FAQ zur Impfung gegen das Coronavirus

9. Februar 2021
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Wir haben wichtige Fragen und Antworten rund um die Impfung gegen das Coronavirus zusammengestellt. Zudem gibt es die FAQ in Leichter Sprache.

Weitere Informationen zum Coronavius finden Sie auf unserer Corona-Informationsseite, Neuigkeiten in den Diakonie-Nachrichten zum Coronavirus.

Der Arzt setzt eine Spritze an, um die Corona-Schutzimpfung zu verabreichen
© Diakonie Aue-Schwarzenberg/Silvio Namsler

Die Diakonie Deutschland unterstützt grundsätzlich die Impfstrategie der Bundesregierung und befürwortet auch die Reihenfolge der vulnerablen Gruppen in der Impfverordnung.

Fragen und Antworten zur Corona-Impfung

Die Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna, die bisher in Deutschland zugelassen sind, wurden umfangreich auf ihre Wirksamkeit und Sicherheit getestet. Beide Impfstoffe wurden durch ein deutsches und europäisches Arzneimittelzulassungsverfahren umfangreich geprüft und für sicher und wirksam befunden. Diese Zulassungsverfahren sind für alle in Deutschland erhältlichen Medikamente vorgeschrieben. Dabei wird das neue Medikament in einem Stufenverfahren erst im Labor getestet und dann auch an Menschen angewendet. Alle Schritte wurden durch unabhängige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler überwacht.

Die schnelle Entwicklung des Corona-Impfstoffes war möglich, weil viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sehr eng zusammengearbeitet haben. So konnten die Ergebnisse aus der Virus-Forschung direkt in die Impfstoffentwicklung einfließen.

Das Zulassungsverfahren konnte durch das sogenannte „Rolling Review“ beschleunigt werden - das bedeutet, dass mehrere Schritte gleichzeitig durchgeführt wurden. Auch wenn das Zulassungsverfahren schneller ging als sonst, war es nicht weniger gründlich.

Durch die Impfung gelangen genetische Bausteine (messenger-RNA) des Virus in den Körper. Der Körper reagiert darauf mit einer Immunreaktion und baut Antikörper gegen das Virus auf. Diese Antikörper neutralisieren das Virus, wenn es in den Körper eindringt und verhindern auf diese Weise eine Infektion.

Nein. Der mRNA-Impfstoff kann nicht in die genetische Struktur der geimpften Menschen eindringen.

Nach einer Impfung kommt es manchmal zu Schmerzen an der Einstichstelle, die ein paar Tage anhalten können. Außerdem fühlen sich manche Menschen nach einer Impfung schlapp und können Fieber oder Kopfschmerzen bekommen. Das liegt daran, dass die Immunabwehr aktiviert wird und genau das tut, was sie tun soll. Diese Symptome klingen ebenfalls nach ein paar Tagen wieder ab. Solche Impfreaktionen können bei allen Impfungen auftreten und sind ganz normal.

Sehr wenige Menschen reagieren auf einen Bestandteil des Impfstoffs allergisch. Diese allergischen Reaktionen treten immer direkt nach der Impfung auf, deshalb soll man nach der Impfung noch mindestens eine Viertelstunde unter medizinischer Aufsicht bleiben. Bei schweren allergischen Reaktionen muss ein Notfallmedikament gegeben werden, welches die Impfteams dabeihaben.

Langzeitnebenwirkungen: Impf-Nebenwirkungen treten generell meist innerhalb von wenigen Stunden oder Tagen nach der Impfung auf, in seltenen Fällen auch einmal Wochen oder wenige Monate später. Es gibt keine bekannten Fälle, bei denen die Nebenwirkung einer Impfung erst nach langer Zeit aufgetreten ist.

Langzeitfolgen: Von Langzeitfolgen spricht man, wenn Nebenwirkungen über einen längeren Zeitraum anhalten. Das kommt bei Impfstoffen sehr selten vor.

Auf diese Frage können die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler noch keine genaue Antwort geben.

Bisher schützt der Impfstoff auch vor den Mutationen des Corona-Virus. Das kann sich aber ändern, wenn weitere Mutationen auftreten. Wichtig ist, dass auch weiterhin alle Schutzmaßnahmen eingehalten werden.

Der häufigste Grund dafür ist, dass die Ansteckung schon vor der Impfung passierte. Durch die lange Inkubationszeit von bis zu zwei Wochen kann das Virus bereits im Körper sein, ohne dass man etwas merkt.

Der vollständige Impfschutz liegt erst zwei Wochen nach der zweiten Impfung vor. Es kann also sein, dass man sich durch den unvollständigen Impfschutz noch infizieren kann.

Ein dritter Grund könnte sein, dass man zu den fünf Prozent der Menschen gehört, bei denen der Impfschutz nicht ausreicht, um eine Infektion zu verhindern.

Auch diese Frage kann man noch nicht sicher beantworten. Zum jetzigen Zeitpunkt ist das noch nicht abschließend untersucht. Deswegen ist es auch weiterhin notwendig, sich an die geltenden Hygienemaßnahmen (Abstand, Hände waschen/desinfizieren) zu halten und eine Maske zu tragen. Beachten Sie bei der Nutzung von Masken die Richtlinien der Länder. Im öffentlichen Personennahverkehr und in Geschäften soll künftig die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske beziehungsweise FFP2 oder KN95-Maske gelten.

Die Corona-Impfstoffe sind zunächst nur für Erwachsene zugelassen worden, weil sie noch nicht genügend auf Wirksamkeit und Sicherheit bei Kindern und Jugendlichen untersucht werden konnten. Auch Schwangere sollten sich aus demselben Grund noch nicht impfen lassen. Die Studien an diesen Gruppen sind besonders aufwendig und erfolgen erst, wenn das Medikament bei (nicht schwangeren) Erwachsenen gut wirkt. Wichtig ist es, dass besonders die Menschen in der näheren Umgebung von Schwangeren und gefährdeten (zum Beispiel chronisch kranken) Kindern geimpft werden. Diese Personengruppen können von einem Impfschutz der Mitmenschen profitieren, da davon auszugehen ist, dass das Infektionsgeschehen immer mehr zurückgeht, je mehr Menschen sich impfen lassen.

Die Impfstoffe von BioNTech/ Pfizer und Moderna sind mRNA-Impfstoffe, der Impfstoff von AstraZeneca ist ein Vektorimpfstoff. Mit dem Vektorimpfstoff werden einzelne, ungefährliche Bestandteile des Virus in den Körper gebracht. Der Körper erkennt so das Virus ohne daran zu erkranken und baut seine Abwehr gegen das Virus auf. Genau wie beim mRNA-Impfstoff baut der Körper in seinem Immunsystem Antikörper gegen das Corona-Virus auf, weil er durch den Impfstoff dazu die notwendigen Informationen bekommen hat.

Der Impfstoff von AstraZeneca wurde an älteren Menschen noch nicht ausreichend untersucht, deshalb ist er in Deutschland bisher nur für Menschen bis 64 Jahren zugelassen. Weil aber andauernd neue Studien mit den Impfstoffen durchgeführt werden, wird es sicher nicht mehr lange dauern, bis man das besser beurteilen kann. In anderen Ländern ist der Impfstoff bereits auch für ältere Menschen zugelassen. Auch die Europäische Arzneimittelbehörde hat die Impfung von über 65-Jährigen mit diesem Impfstoff empfohlen. Deshalb ist es wahrscheinlich, dass dies auch in Deutschland passieren wird.

Informationen und Positionen zur Impfstrategie und zum Prozess der Impfungen

Die Diakonie Deutschland unterstützt grundsätzlich die Impfstrategie der Bundesregierung und befürwortet auch die Reihenfolge der vulnerablen Gruppen in der Impfverordnung. Mehr Informationen in der Stellungnahme der BAGFW zur Impfverordnung.

Die Menschen brauchen jetzt eine klare Orientierung, wie es mit der Impfkampagne weitergeht. Das unterschiedliche Vorgehen in den Bundesländern und die logistischen Startschwierigkeiten vergrößern die ohnehin vorhandenen Unsicherheiten in der Bevölkerung in unnötiger Weise. Wir dürfen die Geduld der Menschen aber nicht überstrapazieren: Jede und jeder sollte baldmöglichst wissen, wann er oder sie sich voraussichtlich auf welchem Wege impfen lassen kann – auch, wenn das dann noch eine Weile dauern wird. Deshalb müssen die Impfungen nun zügig, nach einer möglichst einheitlichen Maßgabe und transparent umgesetzt werden – allen voran bei den pflegebedürftigen Menschen und deren behandelnden Ärztinnen und Ärzten sowie bei den Pflegekräften. Derzeit mangelt es vor allem an einer eindeutigen Kommunikation.

Es ist richtig, die Menschen im hohen Alter zuerst zu impfen, weil sie ein sehr viel größeres Risiko haben, schwer zu erkranken und zu sterben. In der Gruppe der alten Menschen haben die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen Vorrang, weil das Ansteckungsrisiko in Gemeinschaftseinrichtungen viel höher ist als in privaten Wohnungen. In diesem Zusammenhang müssen dann möglichst auch alle Pflegenden geimpft werden, weil sie sich und die alten Menschen anstecken können.

Wegen ihrer Bedeutung bei der Behandlung erkrankter Menschen und des Ansteckungsrisikos müssen auch die Mitarbeitenden in Intensivstationen und COVID-19-Stationen der Krankenhäuser vor allen anderen Personengruppen geimpft werden.

Sobald mehr Impfstoff zur Verfügung steht, müssen die sehr alten Menschen, die in der eigenen Wohnung leben, ein Impfangebot erhalten. Mit ihnen sollten auch die mit ihnen zusammenlebenden Hauptpflegepersonen geimpft werden. Wir sind erleichtert, dass die am 21.12.2020 veröffentlichte Coronavirus-Impfverordnung unsere diesbezügliche Forderung berücksichtigt hat.

Bei den weiteren Stufen des Impfangebots müssen Menschen mit Behinderung in Gemeinschaftseinrichtungen zusammen mit den dort tätigen Mitarbeitenden frühzeitig berücksichtigt werden.

Mehr Informationen in der Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2.

Die stationären Pflegeeinrichtungen haben und hatten ein sehr großes Interesse, zeitnah einen Impftermin zu erhalten, und unterstützen die Impfungen und die mobilen Impfteams in vielfältiger Weise. Die Einrichtungen haben schon vor einigen Wochen mit der Ausgabe von Informationsmaterial und Aufklärungsmaterial begonnen. Dies musste aber teilweise sehr kurzfristig wieder aktualisiert werden, da das RKI am 22.12.2020 ein neues Aufklärungsblatt für den Impfbeginn 27.12.2020 vorlegte.

Die Organisation der Impfungen der Bewohnerinnen und Bewohner ist gut vorbereitet. Die mobilen Impfteams werden bei der Durchführung der Impfungen am Impftag durch die Mitarbeitenden der Pflegeeinrichtungen unterstützt. Die Pflegekräfte der Einrichtung begleiten die Bewohnerinnen und Bewohner bei der Impfung.

Die unterschiedliche Vorgehensweise der einzelnen Bundesländer und die dort vorhandenen logistischen und organisatorischen Probleme betreffen auch die stationären Pflegeeinrichtungen. Sie spiegeln sich auch beim Stand der Impfungen in den stationären Einrichtungen wider.

Nach den Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern vom 5. Januar soll bis spätestens Mitte Februar allen Bewohnerinnen und Bewohnern von stationären Pflegeeinrichtungen ein Impfangebot gemacht werden können. Dies ist nicht zuletzt wegen der hohen Fallzahlen und der schweren Verläufe im Bereich dieser Einrichtungen ein wichtiges erstes Zwischenziel der Impfkampagne.

Hier scheint der Start in den meisten Einrichtungen gut verlaufen zu sein. Die meisten Bewohnerinnen und Bewohner sind auf die Impfungen vorbereitet, die Impfbereitschaft ist sehr hoch. Viele sind dankbar, dass die Angst vor einer Infektion bald vorbei ist.

In der Coronavirus-Impfverordnung der Bundesregierung werden der Anspruch auf Impfung sowie die Vergütung und die Rahmenbedingungen der Umsetzung geregelt. Eine staatlich verordnete Corona-Impfpflicht gibt es nicht. Dementsprechend erfolgt die Impfung gegen das Virus auch in den Pflegeeinrichtungen der Diakonie ausschließlich auf freiwilliger Basis. Das gilt sowohl für die Bewohnerinnen und Bewohner als auch für die Beschäftigten.

Wenn die Bewohnerinnen und Bewohner nicht mehr in der Lage sind, selbst eine Entscheidung für oder gegen die Impfung zu treffen, wird sie von ihren Betreuerinnen, Betreuern, gesetzlichen Vertreterinnen und Vertretern oder Bevollmächtigten getroffen. Die Aufklärung über die Impfung und ihre Folgen sowie die ordnungsgemäßen Einwilligungserklärungen liegen in der Verantwortung der jeweiligen Impfteams. 

Weitere Informationen gibt es in den Fragen und Antworten zur COVID-19-Impfung des Bundesgesundheitsministeriums.

Auch eine Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) und der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für In­tensiv- und Notfallmedizin (DIVI) ergab: 73 Prozent der Ärzte und knapp 50 Prozent der Pflegenden in Deutschland würden sich zurzeit gegen SARS-CoV-2 impfen lassen. Die Situation in den Pflegeheimen sieht nach unseren Erfahrungen ähnlich aus

Laut der Diakonie Niedersachsen wollen sich 60 bis 70 Prozent der Pflegekräfte in niedersächsischen Seniorenheimen gegen Covid-19 impfen lassen.

Wir ermutigen unsere Pflegefachkräfte, dass sie sich impfen lassen. Aber wir nehmen auch ihre Sorgen und Fragen ernst. Mit so einer Situation und Pandemie waren die Pflegekräfte bislang nicht konfrontiert. Daher sind wir zuversichtlich, dass sich die Einstellung vieler Pflegekräfte in den nächsten Wochen ändern wird, wenn klar wird, dass sie keine gravierenden Nebenwirkungen erwarten müssen. Vermutlich wird sich die Impfbereitschaft der Pflegekräfte in den nächsten Wochen erhöhen, wenn erste Erfahrungen mit den Impfungen vorliegen. Das Vertrauen in die Impfungen muss erst wachsen.

Die Diakonie Deutschland hat unter dem Hashtag #impfen eine Social Media-Kampagne gestartet, um die Impfbereitschaft bei Mitarbeitenden vor allem in der Pflege zu erhöhen. Mitarbeitende aus den Bereichen Kranken- und Altenpflege sowie der Behindertenarbeit werden mit einem persönlichen Statement dazu zitiert, warum sie sich impfen lassen.

Es gibt ein unterschiedliches Vorgehen der einzelnen Bundesländer. Einige Bundesländer haben eine klare Priorität auf die stationäre Pflege gesetzt, zum Beispiel NRW und Mecklenburg-Vorpommern. Sie wollen im Februar mit den Mitarbeitenden der ambulanten Pflegedienste starten. Andere Bundesländer bieten über die regionalen Impfzentren theoretisch bereits Impftermine an, ob hier bereits einzelne Impfungen stattgefunden haben, wissen wir nicht. Nach unserem Kenntnisstand eher nein.

Wir halten dies für erforderlich, vor allem, so lange die Hausärzte noch nicht impfen können. Zum einen können nicht alle Anspruchsberechtigen, zum Beispiel die über 80-jährigen pflegebedürftigen Menschen, zu den Impfzentren gehen. Zum anderen könnten die mobilen Impfteams auch Tagespflegeeinrichtungen, ambulante Wohngemeinschaften aufsuchen oder das Personal der ambulanten Pflegedienste am Dienstort impfen. So könnte der Zugang zu den Impfungen niedrigschwelliger ermöglicht und die Impforganisation vereinfacht werden.

Es ist es ungünstig, dass die Verfahren zur Terminvergabe in den Impfzentren in jedem Bundesland anders sind. In manchen Bundesländern muss man sich über eine Hotline selbst um einen Termin bemühen, in anderen wird man angeschrieben. Einige Bundesländer haben digitale Rückmeldeverfahren eingeführt, die von einigen alten Menschen nicht bedient werden können. Mitunter kommt es zu Schwierigkeiten, weil die pflegenden Angehörigen nicht gleichzeitig einen Impftermin im Impfzentrum bekommen und vor Ort wieder weggeschickt werden. Wir hoffen, dass diese Anfangsschwierigkeiten bald überwunden sind und die Impfzentren im großen Stil für die Bevölkerung zur Verfügung stehen.

Wir meinen, dass pflegende Angehörige gemeinsam mit den pflegebedürftigen Menschen, die sie betreuen, geimpft werden sollten. Das vermeidet unnötige Wege und Infektionen.

Viele sind sehr besorgt und möchten schnell geimpft werden. Das wissen wir, weil viele sich in der Pressestelle gemeldet haben. Leider werden die Impftermine in jedem Bundesland anders verteilt. In Berlin muss man zum Beispiel warten, bis man eine schriftliche Aufforderung erhält, in Brandenburg ruft man bei einer Hotline an. Das führt zu Verunsicherung, aber die örtlichen Gesundheitsämter wissen (meist) Bescheid. Ein wenig Geduld ist auch wichtig, weil nicht alle gleichzeitig drankommen können. Wir wünschen uns als Diakonie auch hier eine kohärente Impfstrategie, damit die Menschen nicht verunsichert sind und eine Perspektive haben, wann sie mit den Impfungen rechnen können. Wünschenswert ist hier eine klare und transparente Kommunikation.

Die aktuellen Beschlüsse von Bund und Ländern – auch zur Priorisierung der Gruppen – (bis Mitte Februar Impfungen in stationären Einrichtungen) deuten auch noch darauf hin, dass die Impfung in der häuslichen Pflege und der pflegenden Angehörigen noch dauern wird, man sich gedulden muss und wir als Diakonie nichts Konkretes sagen können.

Nahezu alle Bundesländer haben auf Ihrer Corona-Homepage auch Informationen zur Impfung. Manche Bundesländer bieten auch eine Hotline an. 

Weitere Infos rund ums Impfen gibt es auf der Informationsplattform der Kassenärztlichen Vereinigungen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zum ärztlichen Bereitschaftsdienst in Deutschland.

Die Organisation der Impftermine wird leider in allen Bundesländern anders geregelt. Daher gibt es kein einheitliches Vorgehen. Über Details aus den Ländern haben wir bisher keine Informationen. In der Regel erfolgt die Vergabe der Termine personenbezogen nach der Priorisierung in der Impfverordnung.

Die pflegenden Angehörigen müssen die Pflege oft völlig allein durchführen, was viele überfordert. Es braucht aufsuchende Unterstützung für pflegende Angehörige, nicht nur Angebote, die sie aktiv in Anspruch nehmen können. Überforderung führt zu einer emotionalen und körperlichen Erschöpfung, die weder für die pflegebedürftigen Menschen noch für die Pflegenden hilfreich ist. Es gibt kein strukturelles Hilfesystem für diese Menschen, die Pflege soll durch die Familie erfolgen.

Mehr Aufmerksamkeit wäre sicher gut, eine Reform der Pflegeversicherung wäre besser.

Das finden wir richtig und haben uns dafür ausgesprochen, dass pflegende Angehörige gleichzeitig mit den pflegebedürftigen Menschen geimpft werden können. Hinzu kommt, dass die engen Kontaktpersonen/pflegende Angehörige auch Priorität 1 haben können, wenn sie über 80 Jahre sind.

Wichtig ist, dass die Länder die engen Kontaktpersonen zeitnah darüber aufklären, wann sie einen Impftermin erhalten können und wie. Sie brauchen verlässliche Informationen und einen niedrigschwelligen Zugang zu den Impfungen.

Wir wünschen uns als Diakonie auch hier eine kohärente Impfstrategie, damit die Menschen nicht verunsichert sind und eine Perspektive haben, wann sie mit den Impfungen rechnen können. Wünschenswert ist hier eine klare und transparente Kommunikation.

Es führt kein Weg vorbei an einer umfassenden Pflegereform, die zu mehr Personal in den Pflegeeinrichtungen und -diensten führt und die pflegebedürftige Menschen zugleich finanziell nicht überfordert.

Durch gute Arbeitsbedingungen, berufliche Entwicklungsmöglichkeiten und angemessene Bezahlung lassen sich außerdem mehr junge Menschen und Berufsumsteigerinnen und -umsteiger für den Pflegeberuf gewinnen.

Verbesserte Arbeitsbedingungen und angemessene Bezahlung setzen jedoch die entsprechende Refinanzierung durch die Pflegekassen voraus und dürfen nicht auf Kosten der Pflegebedürftigen aufgrund steigender Eigenanteile erfolgen. Das Teilleistungssystem der Pflegeversicherung ist unter anderem auch deshalb reformbedürftig. Die Deckelung der Eigenanteile wäre ein erster wichtiger Schritt.

Bereits im Sommer 2019 hat die Diakonie Deutschland ein Konzept für eine grundlegende Pflegereform vorgelegt.

Der Bundesgesundheitsminister hat zwar letzten Herbst Eckpunkte für eine Pflegeversicherung vorgelegt, ein konkreter Gesetzesvorschlag fehlt jedoch.