FAQ zum Coronavirus

8. Januar 2021
  • Journal
  • Corona

Wir haben wichtige Fragen und Antworten zum Coronavirus zusammengestellt. In unseren FAQ finden Sie Informationen zu Impfung, Pflegeheimen und Nachbarschaftshilfe sowie freiwilligem Engagement in der Corona-Krise.

Allgemeine Informationen

Obwohl schwere Verläufe häufig auch bei Personen ohne Vorerkrankung auftreten, haben folgende Personengruppen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe:

  • ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50 bis 60 Jahren)
  • Raucher
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen:
    • des Herzens (zum Beispiel koronare Herzerkrankung),
    • der Lunge (zum Beispiel Asthma, chronische Bronchitis),
    • Patienten mit chronischen Lebererkrankungen)
    • Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
    • Patienten mit einer Krebserkrankung.
    • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (zum Beispiel aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie zum Beispiel Cortison)

 

Das Risiko einer schweren Erkrankung steigt ab 50 bis 60 Jahren stetig mit dem Alter an. Insbesondere ältere Menschen können, bedingt durch das weniger gut reagierende Immunsystem, nach einer Infektion schwerer erkranken. Bei älteren Menschen mit vorbestehenden Grunderkrankungen ist das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf höher als wenn nur ein Faktor (Alter oder Grunderkrankung) vorliegt.

Die beste Prävention gegen Corona ist die Verringerung von sozialen Kontakten. Die Zahl der sozialen Kontakte sollte auf ein Mindestmaß reduziert werden. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand kann diese Maßnahme dazu beitragen, die Zunahme der Infektionen zu verringern. Aber nur dann, wenn sie konsequent durchgeführt wird.  

Impfung

Die Diakonie Deutschland unterstützt grundsätzlich die Impfstrategie der Bundesregierung und befürwortet auch die Reihenfolge der vulnerablen Gruppen in der Impfverordnung. Mehr Informationen in der Stellungnahme der BAGFW zur Impfverordnung.

Die Menschen brauchen jetzt eine klare Orientierung, wie es mit der Impfkampagne weitergeht. Das unterschiedliche Vorgehen in den Bundesländern und die logistischen Startschwierigkeiten vergrößern die ohnehin vorhandenen Unsicherheiten in der Bevölkerung in unnötiger Weise. Wir dürfen die Geduld der Menschen aber nicht überstrapazieren: Jede und jeder sollte baldmöglichst wissen, wann er oder sie sich voraussichtlich auf welchem Wege impfen lassen kann – auch, wenn das dann noch eine Weile dauern wird. Deshalb müssen die Impfungen nun zügig, nach einer möglichst einheitlichen Maßgabe und transparent umgesetzt werden – allen voran bei den pflegebedürftigen Menschen und deren behandelnden Ärztinnen und Ärzten sowie bei den Pflegekräften. Derzeit mangelt es vor allem an einer eindeutigen Kommunikation.

Es ist richtig, die Menschen im hohen Alter zuerst zu impfen, weil sie ein sehr viel größeres Risiko haben, schwer zu erkranken und zu sterben. In der Gruppe der alten Menschen haben die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen Vorrang, weil das Ansteckungsrisiko in Gemeinschaftseinrichtungen viel höher ist als in privaten Wohnungen. In diesem Zusammenhang müssen dann möglichst auch alle Pflegenden geimpft werden, weil sie sich und die alten Menschen anstecken können.

Wegen ihrer Bedeutung bei der Behandlung erkrankter Menschen und des Ansteckungsrisikos müssen auch die Mitarbeitenden in Intensivstationen und COVID-19-Stationen der Krankenhäuser vor allen anderen Personengruppen geimpft werden.

Sobald mehr Impfstoff zur Verfügung steht, müssen die sehr alten Menschen, die in der eigenen Wohnung leben, ein Impfangebot erhalten. Mit ihnen sollten auch die mit ihnen zusammenlebenden Hauptpflegepersonen geimpft werden. Wir sind erleichtert, dass die am 21.12.2020 veröffentlichte Coronavirus-Impfverordnung unsere diesbezügliche Forderung berücksichtigt hat.

Bei den weiteren Stufen des Impfangebots müssen Menschen mit Behinderung in Gemeinschaftseinrichtungen zusammen mit den dort tätigen Mitarbeitenden frühzeitig berücksichtigt werden.

Mehr Informationen in der Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2.

Die stationären Pflegeeinrichtungen haben und hatten ein sehr großes Interesse, zeitnah einen Impftermin zu erhalten, und unterstützen die Impfungen und die mobilen Impfteams in vielfältiger Weise. Die Einrichtungen haben schon vor einigen Wochen mit der Ausgabe von Informationsmaterial und Aufklärungsmaterial begonnen. Dies musste aber teilweise sehr kurzfristig wieder aktualisiert werden, da das RKI am 22.12.2020 ein neues Aufklärungsblatt für den Impfbeginn 27.12.2020 vorlegte.

Die Organisation der Impfungen der Bewohnerinnen und Bewohner ist gut vorbereitet. Die mobilen Impfteams werden bei der Durchführung der Impfungen am Impftag durch die Mitarbeitenden der Pflegeeinrichtungen unterstützt. Die Pflegekräfte der Einrichtung begleiten die Bewohnerinnen und Bewohner bei der Impfung.

Die unterschiedliche Vorgehensweise der einzelnen Bundesländer und die dort vorhandenen logistischen und organisatorischen Probleme betreffen auch die stationären Pflegeeinrichtungen. Sie spiegeln sich auch beim Stand der Impfungen in den stationären Einrichtungen wider.

Nach den Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern vom 5. Januar soll bis spätestens Mitte Februar allen Bewohnerinnen und Bewohnern von stationären Pflegeeinrichtungen ein Impfangebot gemacht werden können. Dies ist nicht zuletzt wegen der hohen Fallzahlen und der schweren Verläufe im Bereich dieser Einrichtungen ein wichtiges erstes Zwischenziel der Impfkampagne.

Hier scheint der Start in den meisten Einrichtungen gut verlaufen zu sein. Die meisten Bewohnerinnen und Bewohner sind auf die Impfungen vorbereitet, die Impfbereitschaft ist sehr hoch. Viele sind dankbar, dass die Angst vor einer Infektion bald vorbei ist.

In der Coronavirus-Impfverordnung der Bundesregierung werden der Anspruch auf Impfung sowie die Vergütung und die Rahmenbedingungen der Umsetzung geregelt. Eine staatlich verordnete Corona-Impfpflicht gibt es nicht. Dementsprechend erfolgt die Impfung gegen das Virus auch in den Pflegeeinrichtungen der Diakonie ausschließlich auf freiwilliger Basis. Das gilt sowohl für die Bewohnerinnen und Bewohner als auch für die Beschäftigten.

Wenn die Bewohnerinnen und Bewohner nicht mehr in der Lage sind, selbst eine Entscheidung für oder gegen die Impfung zu treffen, wird sie von ihren Betreuerinnen, Betreuern, gesetzlichen Vertreterinnen und Vertretern oder Bevollmächtigten getroffen. Die Aufklärung über die Impfung und ihre Folgen sowie die ordnungsgemäßen Einwilligungserklärungen liegen in der Verantwortung der jeweiligen Impfteams. 

Weitere Informationen gibt es in den Fragen und Antworten zur COVID-19-Impfung des Bundesgesundheitsministeriums.

Auch eine Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) und der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für In­tensiv- und Notfallmedizin (DIVI) ergab: 73 Prozent der Ärzte und knapp 50 Prozent der Pflegenden in Deutschland würden sich zurzeit gegen SARS-CoV-2 impfen lassen. Die Situation in den Pflegeheimen sieht nach unseren Erfahrungen ähnlich aus

Laut der Diakonie Niedersachsen wollen sich 60 bis 70 Prozent der Pflegekräfte in niedersächsischen Seniorenheimen gegen Covid-19 impfen lassen.

Wir ermutigen unsere Pflegefachkräfte, dass sie sich impfen lassen. Aber wir nehmen auch ihre Sorgen und Fragen ernst. Mit so einer Situation und Pandemie waren die Pflegekräfte bislang nicht konfrontiert. Daher sind wir zuversichtlich, dass sich die Einstellung vieler Pflegekräfte in den nächsten Wochen ändern wird, wenn klar wird, dass sie keine gravierenden Nebenwirkungen erwarten müssen. Vermutlich wird sich die Impfbereitschaft der Pflegekräfte in den nächsten Wochen erhöhen, wenn erste Erfahrungen mit den Impfungen vorliegen. Das Vertrauen in die Impfungen muss erst wachsen.

Es gibt ein unterschiedliches Vorgehen der einzelnen Bundesländer. Einige Bundesländer haben eine klare Priorität auf die stationäre Pflege gesetzt, zum Beispiel NRW und Mecklenburg-Vorpommern. Sie wollen im Februar mit den Mitarbeitenden der ambulanten Pflegedienste starten. Andere Bundesländer bieten über die regionalen Impfzentren theoretisch bereits Impftermine an, ob hier bereits einzelne Impfungen stattgefunden haben, wissen wir nicht. Nach unserem Kenntnisstand eher nein.

Wir halten dies für erforderlich, vor allem, so lange die Hausärzte noch nicht impfen können. Zum einen können nicht alle Anspruchsberechtigen, zum Beispiel die über 80-jährigen pflegebedürftigen Menschen, zu den Impfzentren gehen. Zum anderen könnten die mobilen Impfteams auch Tagespflegeeinrichtungen, ambulante Wohngemeinschaften aufsuchen oder das Personal der ambulanten Pflegedienste am Dienstort impfen. So könnte der Zugang zu den Impfungen niedrigschwelliger ermöglicht und die Impforganisation vereinfacht werden.

Es ist es ungünstig, dass die Verfahren zur Terminvergabe in den Impfzentren in jedem Bundesland anders sind. In manchen Bundesländern muss man sich über eine Hotline selbst um einen Termin bemühen, in anderen wird man angeschrieben. Einige Bundesländer haben digitale Rückmeldeverfahren eingeführt, die von einigen alten Menschen nicht bedient werden können. Mitunter kommt es zu Schwierigkeiten, weil die pflegenden Angehörigen nicht gleichzeitig einen Impftermin im Impfzentrum bekommen und vor Ort wieder weggeschickt werden. Wir hoffen, dass diese Anfangsschwierigkeiten bald überwunden sind und die Impfzentren im großen Stil für die Bevölkerung zur Verfügung stehen.

Wir meinen, dass pflegende Angehörige gemeinsam mit den pflegebedürftigen Menschen, die sie betreuen, geimpft werden sollten. Das vermeidet unnötige Wege und Infektionen.

Viele sind sehr besorgt und möchten schnell geimpft werden. Das wissen wir, weil viele sich in der Pressestelle gemeldet haben. Leider werden die Impftermine in jedem Bundesland anders verteilt. In Berlin muss man zum Beispiel warten, bis man eine schriftliche Aufforderung erhält, in Brandenburg ruft man bei einer Hotline an. Das führt zu Verunsicherung, aber die örtlichen Gesundheitsämter wissen (meist) Bescheid. Ein wenig Geduld ist auch wichtig, weil nicht alle gleichzeitig drankommen können. Wir wünschen uns als Diakonie auch hier eine kohärente Impfstrategie, damit die Menschen nicht verunsichert sind und eine Perspektive haben, wann sie mit den Impfungen rechnen können. Wünschenswert ist hier eine klare und transparente Kommunikation.

Die aktuellen Beschlüsse von Bund und Ländern – auch zur Priorisierung der Gruppen – (bis Mitte Februar Impfungen in stationären Einrichtungen) deuten auch noch darauf hin, dass die Impfung in der häuslichen Pflege und der pflegenden Angehörigen noch dauern wird, man sich gedulden muss und wir als Diakonie nichts Konkretes sagen können.

Nahezu alle Bundesländer haben auf Ihrer Corona-Homepage auch Informationen zur Impfung. Manche Bundesländer bieten auch eine Hotline an. 

Weitere Infos rund ums Impfen gibt es auf der Informationsplattform der Kassenärztlichen Vereinigungen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zum ärztlichen Bereitschaftsdienst in Deutschland.

Die Organisation der Impftermine wird leider in allen Bundesländern anders geregelt. Daher gibt es kein einheitliches Vorgehen. Über Details aus den Ländern haben wir bisher keine Informationen. In der Regel erfolgt die Vergabe der Termine personenbezogen nach der Priorisierung in der Impfverordnung.

Die pflegenden Angehörigen müssen die Pflege oft völlig allein durchführen, was viele überfordert. Es braucht aufsuchende Unterstützung für pflegende Angehörige, nicht nur Angebote, die sie aktiv in Anspruch nehmen können. Überforderung führt zu einer emotionalen und körperlichen Erschöpfung, die weder für die pflegebedürftigen Menschen noch für die Pflegenden hilfreich ist. Es gibt kein strukturelles Hilfesystem für diese Menschen, die Pflege soll durch die Familie erfolgen.

Mehr Aufmerksamkeit wäre sicher gut, eine Reform der Pflegeversicherung wäre besser.

Das finden wir richtig und haben uns dafür ausgesprochen, dass pflegende Angehörige gleichzeitig mit den pflegebedürftigen Menschen geimpft werden können. Hinzu kommt, dass die engen Kontaktpersonen/pflegende Angehörige auch Priorität 1 haben können, wenn sie über 80 Jahre sind.

Wichtig ist, dass die Länder die engen Kontaktpersonen zeitnah darüber aufklären, wann sie einen Impftermin erhalten können und wie. Sie brauchen verlässliche Informationen und einen niedrigschwelligen Zugang zu den Impfungen.

Wir wünschen uns als Diakonie auch hier eine kohärente Impfstrategie, damit die Menschen nicht verunsichert sind und eine Perspektive haben, wann sie mit den Impfungen rechnen können. Wünschenswert ist hier eine klare und transparente Kommunikation.

Es führt kein Weg vorbei an einer umfassenden Pflegereform, die zu mehr Personal in den Pflegeeinrichtungen und -diensten führt und die pflegebedürftige Menschen zugleich finanziell nicht überfordert.

Durch gute Arbeitsbedingungen, berufliche Entwicklungsmöglichkeiten und angemessene Bezahlung lassen sich außerdem mehr junge Menschen und Berufsumsteigerinnen und -umsteiger für den Pflegeberuf gewinnen.

Verbesserte Arbeitsbedingungen und angemessene Bezahlung setzen jedoch die entsprechende Refinanzierung durch die Pflegekassen voraus und dürfen nicht auf Kosten der Pflegebedürftigen aufgrund steigender Eigenanteile erfolgen. Das Teilleistungssystem der Pflegeversicherung ist unter anderem auch deshalb reformbedürftig. Die Deckelung der Eigenanteile wäre ein erster wichtiger Schritt.

Bereits im Sommer 2019 hat die Diakonie Deutschland ein Konzept für eine grundlegende Pflegereform vorgelegt.

Der Bundesgesundheitsminister hat zwar letzten Herbst Eckpunkte für eine Pflegeversicherung vorgelegt, ein konkreter Gesetzesvorschlag fehlt jedoch.  

Pflegeeinrichtungen

Alle Pflegeeinrichtungen haben Notfallpläne erstellt und halten sich an die geltenden Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen der Länder, der örtlichen Gesundheitsbehörden und der Heimaufsichten. Je nach Infektionslage ändern sich die Verordnungen der zuständigen Behörden in einem relativ kurzen Rhythmus und sind nicht immer auf einander abgestimmt.

In der Altenpflege sind die Sorgen um die Bewohner und Bewohnerinnen sowie um die Mitarbeitenden besonders hoch. Die Seniorenzentren bieten ihren Mitarbeitenden die notwendige fachliche Unterstützung an. Dazu gehört neben Schutzkleidung und Fachinformationen auch Unterstützung bei persönlichen Problemen, zum Beispiel in der Betreuung von Kindern oder hilfebedürftigen Angehörigen.

Für die Einrichtungen geht es darum, die Beschäftigten zu schützen und zu unterstützen, damit sie in der gegenwärtigen Situation die Bewohnerinnen und Bewohner bestmöglich versorgen können.

Der Umgang mit SARS-CoV-2/Covid-19 in stationären Pflegeeinrichtungen steht im Spannungsfeld zwischen dem Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner sowie des Pflegepersonals einerseits und der Lebensqualität und Selbstbestimmung der Bewohnerinnen und Bewohner und deren Angehörigen andererseits. Dies stellt eine enorme Herausforderung dar. Die immer wieder neu austariert werden muss.

In allen Bundesländern machen die Pflegeheime Angebote für die Poc-Antigentestung von Bewohnern und Mitarbeitenden. Außerdem sehen die Landesverordnungen Regelungen zur Testung der Besucherinnen und Besucher vor. In allen Bundesländern wurde mit der Impfung der Bewohnerinnen und Bewohnerinnen sowie der Mitarbeiterinnen in der stationären Pflegeeinrichtungen begonnen.

Allgemein gilt:

  • Mitarbeiter mit akuten respiratorischen Symptomen/Fieber sollen zu Hause bleiben
  • Wer sich krank fühlt oder unsicher ist, sollte zunächst mit seinem Hausarzt telefonieren oder die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116117 anrufen. Der Hausarzt ist der erste Ansprechpartner, nicht die Krankenhäuser oder die Gesundheitsämter.
  • Bei einem konkreten Corona-Verdacht sollten die betroffenen Beschäftigten nach Hause gehen und ihren Hausarzt oder Hausärztin informieren. Bis zum Bekanntwerden des Testergebnisses muss der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin in häuslicher Quarantäne bleiben.
  • Der Hausarzt oder die Hausärztin entscheidet über das weitere Vorgehen und stellt gegebenenfalls eine Krankschreibung aus.
  • Bei einem positiven Testergebnis meldet der Arzt das Ergebnis an das Gesundheitsamt. Dieses leitet dann die entsprechenden Schritte ein. Das Gesundheitsamt wendet sich dann an den Betrieb und kann in Absprache mit dem Arbeitgeber weitere Regelungen treffen. Der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin bleibt 14 Tage in häuslicher Quarantäne, sofern keine längere weitere Behandlung notwendig ist.
  • Der Arbeitgeber sollte in dieser Zeit möglichst in Kontakt mit den betroffenen Beschäftigten bleiben, um Fragen zu Freistellung, Lohnfortzahlung, Heimarbeit oder Kontaktpersonen zu klären.

Mitarbeiter, die am Arbeitsplatz Symptome entwickeln müssen sich bei Ihrem Vorgesetzten und dem betriebsärztlichen Dienst melden und den Arbeitsplatz unverzüglich verlassen (mit Mund-Nasen-Schutz).

  • Bei begründetem COVID-19-Verdachtsfall sowie bei bestätigter COVID-19-Infektion sollte das Kontaktpersonenmanagement in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt durch die Leitung des Pflegedienstes erfolgen.
  • Wenn beim Personal von ambulanten Pflegediensten COVID-19-Erkrankungen nachgewiesen werden, müssen zur Vermeidung einer weiteren Ausbreitung in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt umgehend Maßnahmen ergriffen werden.
  • Die örtliche Gesundheitsbehörde/das Gesundheitsamt veranlasst dann die notwendigen Testungen und auch die Quarantänemaßnahmen
  • Da SARS-CoV-2 leicht übertragen werden kann und in ambulanten Pflegediensten auf eine Population mit einem hohen Risiko für einen schweren Verlauf trifft, ist ein zeitnahes, koordiniertes und effektives Vorgehen unabdingbar, um schwerwiegende Folgen für die versorgten Menschen abzuwenden.
  • Essentielle Maßnahmen zum Management von Ausbruchssituationen beinhalten neben der Implementierung von erweiterten Hygiene- und Infektionskontrollmaßnahmen die Identifizierung der infizierten Personen durch zeitnahe Diagnostik von symptomatisch Erkrankten und durch ein Screening von asymptomatischen Personen mit und ohne direkten Kontakt zu Infizierten und konsequente Nachverfolgung und Management von Kontakten mit dem übergeordneten Ziel, Infekt-Ketten zu erkennen und zu unterbrechen. Der Kurzleitfaden „Management von COVID-19-Ausbrüchen im Gesundheitswesen“ soll den koordinierten Einsatz entsprechender Maßnahmen unterstützen.

Nachbarschaftshilfe

Ja, natürlich! Vermeiden Sie aber unstrukturierte soziale Kontakte. Wenn Sie etwa für ältere Nachbarn einkaufen, vermeiden Sie dabei den direkten Kontakt, bleiben Sie nicht auf einen Kaffeeklatsch, sondern verabreden Sie die Einkäufe telefonisch und stellen Sie diese vor die Wohnungstür. 

 

Alte Menschen haben ein hohes Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs. Deshalb müssen sie sich besonders schützen – und am besten zu Hause zu bleiben.

Es empfiehlt sich, mit älteren Menschen in der Nachbarschaft zu sprechen – am besten am Telefon. Der Kontakt ist wichtig. 

Dann kann man auch klären, 

  • ob man etwas einkaufen 
  • Rezepte vom Arzt holen und in der Apotheke einlösen 
  • oder den Hund ausführen soll.

Mehr Infos zum Austausch gibt es unter nebenan.de/corona und auf Twitter: #coronahilfe

nebenan.de hat eine Corona-Hotline unter der Telefonnummer 0800-866 55 44 geschaltet als Angebot für Menschen ohne Internetzugang. 

Ein Aushang im Hausflur eines Mehrparteienhauses kann ein Weg sein, Hilfe innerhalb der Nachbarschaft anbieten, zum Beispiel Einkaufen von Lebensmitteln oder anderen wichtigen Dingen, den Hund auszuführen oder dringend benötigte Medikamente in der Apotheke  abzuholen.

Ein Unterstützungsangebot kann vielleicht auch gezielt in die Briefkästen der betroffenen Nachbarn eingeworfen oder unter der Tür hindurch geschoben werden.

Weitere Anregungen gibt es auf nebenan.de, ein Kooperationspartner der Diakonie sowie bei unseren Landesverbänden

Mit der neuen Seite nebenan.de/corona bündelt die nebenan.de Stiftung Angebot und Nachfrage von lokaler Nachbarschaftshilfe bundesweit.

Um auch Menschen ohne Internetanschluss zu erreichen, schaltet nebenan.de eine Telefon-Hotline: Über die Hotline 0800-866 55 44 werden Hilfe-Gesuche schnell registriert und Unterstützung durch Nachbarinnen und Nachbarn organisiert.

Auch das Aktionsbündnis gemeinschaft.online spielt über seine Hotline 07172-9340048 Hilfe-Gesuche auf nebenan.de/corona ein

Freiwillig Engagierte

Wenn Sie sich  in einem Besuchsdienst freiwillig engagieren, telefonieren Sie lieber. Der Grundimpuls beim Helfen ist ja: Kontakt herzustellen. Das bleibt wichtig, muss aber nicht physisch sein, sondern kann ebenfalls per Telefon erfolgen. Freiwillig Engagierte von Besuchsdiensten sind selbst meistens ältere Menschen, so können sich beide Seiten vor einer Infektion besser schützen.
 

Freiwillig Engagierte sollten sich zunächst individuell darüber klar werden, wo sie sich wann und wie oft für welche Dauer engagieren können oder wollen. Sodann können sie sich an die vor Ort für freiwilliges Engagement zuständigen Personen wie zum Beispiel Altenhilfe-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Engagement-Koordinatorinnen und Koordinatoren bei den diakonischen Trägern wenden. Große Einrichtungen aller Fachbereiche haben meist Freiwilligenkoordinatoren und - koordinatorinnen.

In Städten und Regionen gibt es darüber hinaus Anlaufstellen wie Freiwilligenagenturen, -zentralen oder -börsen die versuchen, Bedarf und Engagement auch über digitale Vermittlung zusammen zu bringen. Mit diesen gilt es, sich zu vernetzen oder die bestehende Netzwerke noch enger zu knüpfen.

Einige Einrichtungen haben bereits Aufrufe gestartet. Sie suchen helfende Hände um Menschen aus Risikogruppen zu unterstützen. Ziel ist es, Menschen, die Hilfe anbieten können, und Menschen in Risikogruppen in geeigneter Weise zusammenzubringen. So könnten zum Beispiel Einkäufe für Nachbarn mitgebracht und benötigte Rezepte vom Arzt oder Medikamente aus der Apotheke geholt werden. Aber auch Kinderbetreuung, ein freundliches Telefonat oder allgemeine körperliche Arbeit können mögliche Engagementtätigkeiten sein.

Das Diakonische Werk Hannover zum Beispiel hat das Helfernetzwerk „Nachbarschaftschallenge – Hilfe für Risikogruppen“  ins Leben gerufen. Unter der E-Mail-Adresse [email protected] oder unter der Telefonnummer (0511) 3687-108 können Hilfesuchende und Helfer*innen sich melden. Weitere Informationen und ein Anmeldeformular gibt es unter www.diakonisches-werk-hannover.de.

Auch bei unseren Landesverbänden gibt es zahlreiche Websites, auf denen sich Hilfesuchende und Menschen, die Hilfe anbieten, miteinander vernetzen.