FAQ zum Coronavirus

18. März 2020
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  • Corona

Wichtige Fragen und Antworten zum Coronavirus haben wir hier zusammengestellt. Diese Liste wird laufend aktualisiert.

Allgemeine Informationen

Obwohl schwere Verläufe häufig auch bei Personen ohne Vorerkrankung auftreten, haben folgende Personengruppen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe:

  • ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50 bis 60 Jahren)
  • Raucher
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen:
    • des Herzens (zum Beispiel koronare Herzerkrankung),
    • der Lunge (zum Beispiel Asthma, chronische Bronchitis),
    • Patienten mit chronischen Lebererkrankungen)
    • Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
    • Patienten mit einer Krebserkrankung.
    • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (zum Beispiel aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie zum Beispiel Cortison)

 

Das Risiko einer schweren Erkrankung steigt ab 50 bis 60 Jahren stetig mit dem Alter an. Insbesondere ältere Menschen können, bedingt durch das weniger gut reagierende Immunsystem, nach einer Infektion schwerer erkranken. Bei älteren Menschen mit vorbestehenden Grunderkrankungen ist das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf höher als wenn nur ein Faktor (Alter oder Grunderkrankung) vorliegt.

Die beste Prävention gegen Corona ist die Verringerung von sozialen Kontakten. Die Zahl der sozialen Kontakte sollte auf ein Mindestmaß reduziert werden. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand kann diese Maßnahme dazu beitragen, die Zunahme der Infektionen zu verringern. Aber nur dann, wenn sie konsequent durchgeführt wird.  

In allen Bundesländern sind die Kitas wieder für alle Kinder geöffnet verbunden mit Sicherheits- und Hygienemaßnahmen sowie teilweise Einschränkungen des Betreuungsumfangs. Dies kann auch im vollständigen Regelbetrieb, der in einigen Bundesländern schon gilt und in anderen nach den Sommerferien angestrebt wird, noch der Fall sein, wenn in den Einrichtungen nicht genügend Personal zur Betreuung aller Kinder zur Verfügung steht. Informieren Sie sich am besten bei Ihrer Einrichtung vor Ort, wie das weitere Vorgehen ist.

Sollte ein Covid-19-Verdachtsfall in der Kita oder deren Umkreis gemeldet werden, kann es zu kurzzeitigen, vorübergehenden Schließungen kommen.

Pflegeeinrichtungen

Alle Pflegeeinrichtungen haben Notfallpläne erstellt und halten sich an die geltenden Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen der Länder, der örtlichen Gesundheitsbehörden und der Heimaufsichten. Je nach Infektionslage ändern sich die Verordnungen der zuständigen Behörden in einem relativ kurzen Rhythmus und sind nicht immer auf einander abgestimmt.

In allen Bundesländern wurden die Besuchsverbote wieder zurückgenommen und durch gelockerte Regelungen ersetzt. Zurzeit gibt es nur noch vereinzelt Infektionen in einzelnen Pflegeeinrichtungen. Dies kann sich aber angesichts der steigenden Infektionszahlen schnell wieder ändern.

In der Altenpflege sind die Sorgen um die Bewohner und Bewohnerinnen sowie um die Mitarbeitenden besonders hoch. Die Seniorenzentren bieten ihren Mitarbeitenden die notwendige fachliche Unterstützung an. Dazu gehört neben Schutzkleidung und Fachinformationen auch Unterstützung bei persönlichen Problemen, zum Beispiel in der Betreuung von Kindern oder hilfebedürftigen Angehörigen.

Für die Einrichtungen geht es darum, die Beschäftigten zu schützen und zu unterstützen, damit sie in der gegenwärtigen Situation die Bewohnerinnen und Bewohner bestmöglich versorgen können.

Der Umgang mit SARS-CoV-2/Covid-19 in stationären Pflegeeinrichtungen steht im Spannungsfeld zwischen dem Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner sowie des Pflegepersonals einerseits und der Lebensqualität und Selbstbestimmung der Bewohnerinnen und Bewohner und deren Angehörigen andererseits. Dies stellt eine enorme Herausforderung dar. Die immer wieder neu austariert werden muss.

Allgemein gilt:

  • Mitarbeiter mit akuten respiratorischen Symptomen/Fieber sollen zu Hause bleiben
  • Wer sich krank fühlt oder unsicher ist, sollte zunächst mit seinem Hausarzt telefonieren oder die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116117 anrufen. Der Hausarzt ist der erste Ansprechpartner, nicht die Krankenhäuser oder die Gesundheitsämter.
  • Bei einem konkreten Corona-Verdacht sollten die betroffenen Beschäftigten nach Hause gehen und ihren Hausarzt oder Hausärztin informieren. Bis zum Bekanntwerden des Testergebnisses muss der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin in häuslicher Quarantäne bleiben.
  • Der Hausarzt oder die Hausärztin entscheidet über das weitere Vorgehen und stellt gegebenenfalls eine Krankschreibung aus.
  • Bei einem positiven Testergebnis meldet der Arzt das Ergebnis an das Gesundheitsamt. Dieses leitet dann die entsprechenden Schritte ein. Das Gesundheitsamt wendet sich dann an den Betrieb und kann in Absprache mit dem Arbeitgeber weitere Regelungen treffen. Der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin bleibt 14 Tage in häuslicher Quarantäne, sofern keine längere weitere Behandlung notwendig ist.
  • Der Arbeitgeber sollte in dieser Zeit möglichst in Kontakt mit den betroffenen Beschäftigten bleiben, um Fragen zu Freistellung, Lohnfortzahlung, Heimarbeit oder Kontaktpersonen zu klären.

Mitarbeiter, die am Arbeitsplatz Symptome entwickeln müssen sich bei Ihrem Vorgesetzten und dem betriebsärztlichen Dienst melden und den Arbeitsplatz unverzüglich verlassen (mit Mund-Nasen-Schutz).

  • Bei begründetem COVID-19-Verdachtsfall sowie bei bestätigter COVID-19-Infektion sollte das Kontaktpersonenmanagement in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt durch die Leitung des Pflegedienstes erfolgen.
  • Wenn beim Personal von ambulanten Pflegediensten COVID-19-Erkrankungen nachgewiesen werden, müssen zur Vermeidung einer weiteren Ausbreitung in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt umgehend Maßnahmen ergriffen werden.
  • Die örtliche Gesundheitsbehörde/das Gesundheitsamt veranlasst dann die notwendigen Testungen und auch die Quarantänemaßnahmen
  • Da SARS-CoV-2 leicht übertragen werden kann und in ambulanten Pflegediensten auf eine Population mit einem hohen Risiko für einen schweren Verlauf trifft, ist ein zeitnahes, koordiniertes und effektives Vorgehen unabdingbar, um schwerwiegende Folgen für die versorgten Menschen abzuwenden.
  • Essentielle Maßnahmen zum Management von Ausbruchssituationen beinhalten neben der Implementierung von erweiterten Hygiene- und Infektionskontrollmaßnahmen die Identifizierung der infizierten Personen durch zeitnahe Diagnostik von symptomatisch Erkrankten und durch ein Screening von asymptomatischen Personen mit und ohne direkten Kontakt zu Infizierten und konsequente Nachverfolgung und Management von Kontakten mit dem übergeordneten Ziel, Infekt-Ketten zu erkennen und zu unterbrechen. Der Kurzleitfaden „Management von COVID-19-Ausbrüchen im Gesundheitswesen“ soll den koordinierten Einsatz entsprechender Maßnahmen unterstützen.

Nachbarschaftshilfe

Ja, natürlich! Vermeiden Sie aber unstrukturierte soziale Kontakte. Wenn Sie etwa für ältere Nachbarn einkaufen, vermeiden Sie dabei den direkten Kontakt, bleiben Sie nicht auf einen Kaffeeklatsch, sondern verabreden Sie die Einkäufe telefonisch und stellen Sie diese vor die Wohnungstür. 

 

Alte Menschen haben ein hohes Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs. Deshalb müssen sie sich besonders schützen – und am besten zu Hause zu bleiben.

Es empfiehlt sich, mit älteren Menschen in der Nachbarschaft zu sprechen – am besten am Telefon. Der Kontakt ist wichtig. 

Dann kann man auch klären, 

  • ob man etwas einkaufen 
  • Rezepte vom Arzt holen und in der Apotheke einlösen 
  • oder den Hund ausführen soll.

Mehr Infos zum Austausch gibt es unter nebenan.de/corona und auf Twitter: #coronahilfe

nebenan.de hat eine Corona-Hotline unter der Telefonnummer 0800-866 55 44 geschaltet als Angebot für Menschen ohne Internetzugang. 

Ein Aushang im Hausflur eines Mehrparteienhauses kann ein Weg sein, Hilfe innerhalb der Nachbarschaft anbieten, zum Beispiel Einkaufen von Lebensmitteln oder anderen wichtigen Dingen, den Hund auszuführen oder dringend benötigte Medikamente in der Apotheke  abzuholen.

Ein Unterstützungsangebot kann vielleicht auch gezielt in die Briefkästen der betroffenen Nachbarn eingeworfen oder unter der Tür hindurch geschoben werden.

Weitere Anregungen gibt es auf nebenan.de, ein Kooperationspartner der Diakonie sowie bei unseren Landesverbänden

Mit der neuen Seite nebenan.de/corona bündelt die nebenan.de Stiftung Angebot und Nachfrage von lokaler Nachbarschaftshilfe bundesweit.

Um auch Menschen ohne Internetanschluss zu erreichen, schaltet nebenan.de eine Telefon-Hotline: Über die Hotline 0800-866 55 44 werden Hilfe-Gesuche schnell registriert und Unterstützung durch Nachbarinnen und Nachbarn organisiert.

Auch das Aktionsbündnis gemeinschaft.online spielt über seine Hotline 07172-9340048 Hilfe-Gesuche auf nebenan.de/corona ein

Freiwillig Engagierte

Wenn Sie sich  in einem Besuchsdienst freiwillig engagieren, telefonieren Sie lieber. Der Grundimpuls beim Helfen ist ja: Kontakt herzustellen. Das bleibt wichtig, muss aber nicht physisch sein, sondern kann ebenfalls per Telefon erfolgen. Freiwillig Engagierte von Besuchsdiensten sind selbst meistens ältere Menschen, so können sich beide Seiten vor einer Infektion besser schützen.
 

Freiwillig Engagierte sollten sich zunächst individuell darüber klar werden, wo sie sich wann und wie oft für welche Dauer engagieren können oder wollen. Sodann können sie sich an die vor Ort für freiwilliges Engagement zuständigen Personen wie zum Beispiel Altenhilfe-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Engagement-Koordinatorinnen und Koordinatoren bei den diakonischen Trägern wenden. Große Einrichtungen aller Fachbereiche haben meist Freiwilligenkoordinatoren und - koordinatorinnen.

In Städten und Regionen gibt es darüber hinaus Anlaufstellen wie Freiwilligenagenturen, -zentralen oder -börsen die versuchen, Bedarf und Engagement auch über digitale Vermittlung zusammen zu bringen. Mit diesen gilt es, sich zu vernetzen oder die bestehende Netzwerke noch enger zu knüpfen.

Einige Einrichtungen haben bereits Aufrufe gestartet. Sie suchen helfende Hände um Menschen aus Risikogruppen zu unterstützen. Ziel ist es, Menschen, die Hilfe anbieten können, und Menschen in Risikogruppen in geeigneter Weise zusammenzubringen. So könnten zum Beispiel Einkäufe für Nachbarn mitgebracht und benötigte Rezepte vom Arzt oder Medikamente aus der Apotheke geholt werden. Aber auch Kinderbetreuung, ein freundliches Telefonat oder allgemeine körperliche Arbeit können mögliche Engagementtätigkeiten sein.

Das Diakonische Werk Hannover zum Beispiel hat das Helfernetzwerk „Nachbarschaftschallenge – Hilfe für Risikogruppen“  ins Leben gerufen. Unter der E-Mail-Adresse [email protected] oder unter der Telefonnummer (0511) 3687-108 können Hilfesuchende und Helfer*innen sich melden. Weitere Informationen und ein Anmeldeformular gibt es unter www.diakonisches-werk-hannover.de.

Auch bei unseren Landesverbänden gibt es zahlreiche Websites, auf denen sich Hilfesuchende und Menschen, die Hilfe anbieten, miteinander vernetzen.