Diakonie-Präsident Lilie: Osterbrief an die Mitarbeitenden

8. April 2020
  • Journal
  • Corona

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie dankt Mitarbeitenden in diesem Brief für ihren großartigen Dienst am Menschen – vor und jetzt besonders in der Corona-Krise.

Liebe Mitarbeitende in der Diakonie,

„Auf, auf, mein Herz mit Freuden“ – mit diesen ersten Zeilen eines der schönsten Osterlieder in unserem Gesangbuch möchte ich Ihnen und Ihren Lieben in diesem bedrückend besonderen Jahr von Herzen ein gesegnetes und frohes Osterfest wünschen und mich bei Ihnen allen herzlich für Ihren großartigen Dienst an den Menschen unter den so schwierigen Bedingungen bedanken!

Gerade weil dieses Jahr alles so bedrückend anders ist, sind diese beiden Zeilen für mich so besonders berührend. Als der leidgeprüfte Paul Gerhard diese Zeilen dichtet, ist der Dreißigjährige Krieg noch nicht zu Ende. Und Leid wird sein gesamtes Leben zeichnen. Und doch durchzieht sein altes Osterlied eine kecke und ansteckende Zuversicht: „Die Welt ist mir ein Lachen mit ihrem großen Zorn, sie zürnt und kann nichts machen, all Arbeit ist verlorn. Die Trübsal trübt mir nicht mein Herz und Angesicht, das Unglück ist mein Glück, die Nacht mein Sonnenblick. Ich hang und bleib auch hangen an Christus als sein Glied; wo mein Haupt ist gangen, da nimmt er mich auch mit. Er reißet durch den Tod, durch Welt, durch Sünd, durch Not, er reißet durch die Höll, ich bin stets sein Gesell.“

Trotz allem Leid und aller Unzulänglichkeit, trotz fehlender Schutzkleidung und aller Unsicherheit wünsche ich Ihnen allen von Herzen das Licht und die Zuversicht des Ostermorgens – gerade denen unter Ihnen, die in diesem Jahr Ostern unter schwierigsten Bedingungen so engagiert ihren Dienst tun und nicht bei Ihren Lieben sein können.

Viele von Ihnen arbeiten in diesem Jahr unter sehr unzulänglichen Umständen im ambulanten Pflegedienst, im Krankenhaus, bei der Arbeit mit geflüchteten Menschen oder in der stationären Altenhilfe, in einer Einrichtung der Behindertenhilfe, im Frauenhaus, im Kinderschutz oder anderen Einrichtungen, die man in diesen Tagen „systemrelevant“ nennt.

Sie alle leisten Außergewöhnliches und manche riskieren ihre eigene Gesundheit und gehen weit über ihre Leistungsgrenzen. Sie alle stehen mit Ihrem engagierten Handeln dafür ein, dass Gewalt und Tod, Unrecht und Hoffnungslosigkeit nicht das letzte Wort behalten. Herzlichen Dank Ihnen Allen!

Seien Sie gewiss, dass wir in der Diakonie Deutschland alles unternehmen, dass Ihre Arbeitsplätze und die Zukunft der diakonischen Einrichtungen gesichert bleiben und Sie endlich mit ausreichender Anzahl von Schutzmasken und Schutzkleidung gegen Ansteckung geschützt werden. Wir setzen uns auch mit großem Nachdruck dafür ein, dass Ihr außergewöhnliches Engagement auch durch eine außergewöhnliche materielle Anerkennung gewürdigt wird. Applaus allein reicht nicht.

Bleiben Sie zuversichtlich, liebe Mitarbeitende! Nichts von dem, was Sie leisten, ist vergeblich. Ich danke Ihnen Allen sehr und grüße Sie in herzlicher Verbundenheit mit dem ältesten und Licht in alles Dunkel bringendem Jubelruf am Ostermorgen: „Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja!“ Bleiben Sie gesund und behütet!

Ihr Ulrich Lilie