Diakonie in der Kommune: Integration kann nur im Netzwerk gelingen

16. September 2019
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  • Flucht und Migration

Integration findet in den Städten und Gemeinden statt. Wie wichtig die Soziale Arbeit der Freien Wohlfahrtspflege dabei ist und wieso Integration nur mit den öffentlichen Stellen gelingen kann, erklärt Diakonie-Integrationsexperte Johannes Brandstäter.

Eine Frau und ein Mann schauen auf einen Computer-Bildschirm
© Diakonie/Annette Schrader

Die Integrationsarbeit der Diakonie hat viele Facetten: Die Zentrale Anlaufstelle Anerkennung in Hamburg hilft zum Beispiel bei der Anerkennung ausländischer Abschlüsse.

Was tut die Diakonie für die Integration von Geflüchteten und Menschen aus der EU vor Ort?

In unseren Migrationsberatungsstellen finden Geflüchtete und andere Menschen aus Drittstaaten sowie Staatsangehörige der EU eine Anlaufstelle: Wir befähigen zu selbstständigem Handeln in allen Angelegenheiten des täglichen Lebens und beraten zu Bildungsangeboten, Zugang zum Arbeitsmarkt und zu Gesundheitsversorgung. Je etwa 150 Migrationsberatungsstellen für Erwachsene und für Jugendmigrationsdienste begleiten deutschlandweit an die 150.000 Ratsuchende.

Und wir verknüpfen diese Arbeit mit unseren Angeboten für Geflüchtete, der Schulsozialarbeit oder der Wohnungsnotfallhilfe. Im Rahmen von Patenschaften helfen Ehrenamtliche zum Beispiel bei Ämtergängen. Aber unsere Dienste machen nur Sinn, wenn wir gemeinsam mit der Kommune, anderen Angeboten der freien Wohlfahrtspflege und den Bürger*innen zusammenarbeiten. Gemeinwesen Diakonie ist hier das Stichwort.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen freier Wohlfahrtspflege und den Kommunen?

Unterschiedlich - Manchmal funktioniert die Kooperation super über Runde Tisch. Einige Kommunen wollen vieles selber machen und greifen kaum auf die Dienste vor Ort zurück. Oder sie wissen zu wenig über das, was wir anzubieten haben. An einer besseren Vernetzung miteinander wollen wir jetzt arbeiten. Das ist auch Thema unseres diesjährigen Aktionstages. Die Freie Wohlfahrtspflege hat einen guten Zugang zu den Zielgruppen und kann dadurch, ganz im Sinne des Subsidiaritätsprinzips, Aufgaben besser erledigen.   

Was sind die nächsten Schritte der Diakonie?

Im Sinne der besseren Vernetzung wollen wir Runde Tische fördern. Außerdem wollen wir die Kontakte zwischen der Migrationsberatung und den Jobcentern ausbauen. Dabei geht es um ganz praktische Dinge, zum Beispiel: Wir haben in der Migrationsberatung einen Klienten mit Fähigkeiten im Bauwesen, dann brauche ich schnell eine Telefonnummer vom zuständigen Sachbearbeiter im Jobcenter, den ich fragen kann wie der Bedarf aussieht. Beim Thema Wohnen wären Kontakte zum Beispiel zu Wohnbaugenossenschaften wünschenswert.

Interview: Anieke Becker/Diakonie