15. Europäische Asylkonferenz fordert Beendigung des "Hotspot"-Ansatzes

23. Oktober 2018
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Etwa 150 Teilnehmende aus 16 europäischen Ländern sind vom 15. bis 20. Oktober 2018 auf Chios und in Athen zur 15. Europäischen Asylkonferenz zusammengekommen. Die Veranstaltung wurde von der Churches´ Commission for Migrants in Europe (CCME) und der Diakonie Deutschland unter dem Slogan “Solidarity First” ausgerichtet.

Auf Grundlage der Diskussionen und Erkenntnisse während der Konferenz fordern die Teilnehmenden in der Abschlusserklärung:

- Die Beendigung des Hotspot-Ansatzes, sowohl in seiner bestehenden Form als auch als Vorlage für ein zukünftiges EU-Asyl-Regime.
- Den sofortigen Transfer der Asylsuchenden von den Inseln auf das griechische Festland sowie die sofortige Verbesserung der Aufnahmebedingungen auf den Inseln. Die Verantwortung hierfür sehen wir gleichermaßen bei den europäischen und den griechischen Behörden.
- Die Beendigung der Externalisierungsstrategie der EU zugunsten einer gemeinsamen Asylpolitik (GEAS), die in Bezug auf Aufnahme und Ablauf, Zugang zum Verfahren und Teilung der Verantwortung zwischen allen Partnern hohe Standards erfüllt.
- Die Einrichtung sicherer Zugangswege nach Europa für Schutz und aus anderen Gründen, beispielsweise der Familienzusammenführung und Arbeitsmigration.

Katharina Stamm, juristische Referentin für Europäische Migrationspolitik der Diakonie Deutschland, sagte dazu: ”Was wir gesehen haben stellt ein weiteres Mal das Dublin-System in Frage, das Griechenland und andere Länder an den EU-Außengrenzen mit einer überproportionalen Verantwortung allein lässt. Wir sind der festen Überzeugung, dass Europa sein Bekenntnis zu Flüchtlingsschutz erneuern und einen wirklich funktionierenden Solidaritätsmechanismus einführen muss. Sofortige Maßnahmen sind erforderlich, um die untragbaren Zustände für Flüchtlinge in den hotspots zu verbessern.“