Die Digitale Agenda der Diakonie

Dieser Entwurf einer Digitalen Agenda für die Diakonie beschreibt unsere Haltung zur Digitalisierung. Der Entwurf wird innerhalb des Verbandes und seiner Gremien diskutiert.

Präambel

Die Digitale Agenda der Diakonie richtet sich zum einen an die Menschen, die unsere Unterstützung benötigen sowie deren Familien und Freund*innen. Sie richtet sich auch an die Mitglieder der Kirchen, der Verbandsmitglieder der Diakonie und an die Zivilgesellschaft. Die Agenda beschreibt unsere Haltung zur Digitalisierung und wie wir diese in ihren verschiedenen Ausprägungen in unserer diakonischen Verbandslandschaft zum Wohle der Menschen nutzen wollen. 

Digitalisierung beschreibt alle Maßnahmen für Hilfesuchende, Angehörige und Mitarbeiter*innen, die durch digitale Kommunikation, digitale Produkte und Prozesse sowie Organisation der  IT-Architektur umgesetzt und angeboten werden können. Sie betrifft daher unsere Angebote an die Menschen, aber auch unsere interne Organisation.

Entwurf: Die Digitale Agenda der Diakonie

Wir fördern neue, digitale Produkte und Prozesse, die den Menschen und unseren Mitarbeitenden helfen, ihren Alltag besser zu bewältigen.

Der Schutz der Menschen im digitalen Raum und bei der Nutzung digitaler Angebote ist uns wichtig. Wir thematisieren und achten darauf, die Würde des Menschen im Rahmen der Digitalisierung zu erhalten.

Der Kulturwandel ist Voraussetzung für einen erfolgreichen, digitalen Wandel. Die Führungskräfte unserer Mitglieder, die der Diakonie Deutschland und in unseren Einrichtungen unterstützen und begleiten den Wandel.

Die Digitalisierung der Gesellschaft erfordert, dass auch innerhalb unserer Verbände, Träger und Einrichtungen die Strukturen und Prozesse angepasst werden. Dazu gehören unter anderem die Bereitschaft eine Sharing-Kultur zu etablieren und zu leben; die Bereitschaft, Lösungen Schritt für Schritt zu entwickeln und zu verbessern; die Bereitschaft, den Erfolg von Maßnahmen zu messen und daraus Strategien für unser Handeln abzuleiten.

Mit unseren sozialen Angeboten erreichen wir die Menschen in ihrer Lebenswelt. Diese Lebenswelt gestaltet sich heute zu einem großen Teil digital. Daher ist es erforderlich, dass wir für die Menschen online und mobil sichtbar und erreichbar sind.

Die Mediennutzungsgewohnheiten und Kommunikationskanäle der Menschen ändern sich ständig: Wir passen uns den veränderten Bedürfnissen der Menschen in der digitalen Kommunikation und in Hinsicht auf unsere Erreichbarkeit an.

Wir wollen die Vielfalt der bestehenden Hilfeangebote durch Digitalisierung erhalten, modernisieren und ausbauen.

Wir wollen die Wirksamkeit, die Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit unserer Dienstleistungen durch digitale Produkte und Prozesse verbessern. Dazu gehört, dass wir die Wirksamkeit unserer Angebote überprüfen.

Unsere digitalen Angebote und Hilfen sollen allen Menschen zur Verfügung stehen. Unsere Mitarbeitenden und Hilfesuchenden werden an der Gestaltung digitaler Produkte und Prozesse beteiligt. Wir legen Wert darauf, dass sozial benachteiligte Menschen am digitalen Wandel teilhaben. Unsere digitalen Angebote sind barrierefrei.

Wir fördern Initiativen, die die digitale Vernetzung zivilgesellschaftlicher Akteure unterstützen. Digitale Produkte und Prozesse sollen in Abstimmung und Zusammenarbeit mit Städten und Kommunen entwickelt werden. Wenn wir digitale Lösungen anstreben, berücksichtigen wir im besonderem Maße unterversorgte Regionen.

Wir kooperieren mit anderen Akteuren, um Ressourcen zu bündeln und effizient zu handeln. Wir tragen zu Lösungen bei, die sich eignen, um die Herausforderungen der Zukunft in den Bereichen Arbeit, Bildung, Gesundheit und Pflege, Beratung und Erziehung sowie Wohnen und Mobilität zu meistern.

In diesem Sinne verstehen wir die Diakonie selbst als Netzwerkorganisation, die ihr Netzwerk und ihre Aufgaben so gestalten muss, dass sie den Wandel aktiv mitgestalten kann.

Wir wollen die Menschen motivieren, ihre sozialen Räume auch mit Hilfe von digitalen Lösungen zu gestalten. In diesem Sinne fördern wir das freiwillige Engagement im digitalen Zeitalter.

Als Verband nehmen wir eine aktive Rolle als Mittler zwischen gesellschaftlicher Veränderung durch Digitalisierung und den Bedarfen der Menschen ein.

Wir setzen uns für Maßnahmen ein, die die digitale Spaltung der Gesellschaft aufheben und gerade Älteren, sozial Benachteiligten und Hilfebedürftigen Zugang zu digitalen Angeboten ermöglichen.
Wir thematisieren sozialpolitische Bedarfe und Aspekte in Hinsicht auf die Digitalisierung.

Wir setzen uns für digitale Inklusion ein und dafür, sie bei der künftigen, öffentlichen Gesundheitsvorsorge stets mit einzubeziehen.

Wir kreieren digitale Räume und agile Prozesse, um einrichtungsübergreifend und hierarchieübergreifend neue Formate des Wissensaustauschen und der Zusammenarbeit zu entwickeln.

Wir setzen uns für Rahmenbedingungen ein, die helfen, digitale Produkte und Prozesse zeitnah, effizient und wirtschaftlich umsetzen zu können. Dazu gehören finanzielle Rahmenbedingungen, die es ermöglichen, agiler auf Bedarfe reagieren zu können und gezielt ausgewählte Projekte zu fördern.
Wir nutzen alternative Finanzierungsformen, um initiativ und agil digitale Innovationen zu unterstützen.

Wir öffnen uns für digitale Lösungen außerhalb der Wohlfahrtspflege. Wir unterstützen unsere Mitglieder dabei, anschlussfähig für neue, digitale Lösungen der öffentlichen Hand und anderer Akteure zu sein. Wir fördern das Know-how in Bezug auf digitale Kanäle, Technologien und Methoden. Wir sehen es als unseren Auftrag an, den Wissensaustausch und Technologieeinkauf innerhalb der Verbandslandschaft transparent zu gestalten und Effizienz zu erzielen.

Wir wollen unsere Mitarbeitenden durch digitale Services und Produkte entlasten, motivieren und weiterbilden.  Hierdurch sichern wir die Arbeitsplätze in der Wohlfahrtspflege und erhalten sie attraktiv.

Wir fördern digitale Produkte und Prozesse, die administrativen Aufwand einsparen; die die Kommunikation mit den Nutzer*innen unserer Angebote verbessern; die das Selbstmanagement der Mitarbeitenden erleichtern, zum gesundheitlichen Wohlbefinden beitragen sowie Fortbildung unterstützen. Wir befähigen unsere Mitarbeitenden, damit sie digitale Lösungen nutzen können.

Damit die Agenda umgesetzt werden kann, wurden 49 konkrete Maßnahmen erarbeitet, die in den Jahren 2020 und 2021 umgesetzt werden sollen und sich derzeit ebenfalls in einem Abstimmungsprozess befinden.

Amanda Lindner

Digitalisierung

[email protected]